• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.839,93000 $/oz.

Man kann von Gold halten, was man will. Es bewährt sich in schwierigen Zeiten immer wieder. Das war während der Finanzkrise so und während der Coronakrise ebenfalls. Krisen kommen und gehen. Entsprechend marschiert auch der Goldpreis nicht in einer Einbahnstraße nach oben.

Langfristig steigt der Goldpreis mit der Inflation. Die Abweichung von diesem Trend kann erheblich sein. Als Gold in der Krise gefragt war, stieg der Preis deutlich über den Inflationstrend. Ein kurzfristiges Nachfragephänomen sorgt dafür. Das gilt auch auf der Unterseite. Zuletzt floss Geld aus Goldanlagen ab. Der Preis fällt und dürfte weiterhin fallen bis der Preis unter dem Inflationstrend liegt.

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Gold

Dass der Preis weiter sinken wird, steht fast außer Frage. Gold profitiert vor allem von niedrigen Zinsen. Der Preis von Gold und die Summe von Anleihen mit negativer Rendite ging daher lange Zeit Hand in Hand (Grafik 1). Seit August ist das nicht mehr der Fall. Allein das sollte Anleger nervös machen. Wenn Gold nicht von einer nie dagewesenen Summe von 18 Billionen an Anleihen mit negativer Rendite profitieren kann, was soll den Preis dann noch stützen?


Die Positionierung von Anlegern wird den Preis nicht stützen. Aus ETFs sind zuletzt Gelder abgeflossen. Auf dem Terminmarkt ist die Nettopositionierung noch hoch (Grafik 2). Viele Anleger sind also noch investiert. Kann der Goldpreis auf wundersame Weise nicht bald wieder steigen, wird diese übermäßige Longpositionierung abgebaut. Das drückt den Preis.


Im Gegensatz zu Gold, welches seit August tendenziell fiel, stieg der Kupferpreis. Kupfer ist ein Industriemetall, das stark von der Konjunktur abhängig ist. Anleger kaufen Kupfer, weil sie erwarten, dass die Nachfrage aus der Realwirtschaft steigt. Das Verhältnis von Kupfer zu Gold zeigt nach oben (Kupfer steigt, Gold fällt). Das ist ein Signal für höhere Zinsen (Grafik 3).


Die Zinsen werden nicht sofort und sprunghaft ansteigen. Es beginnt aber ein neuer Zyklus, in dem die Zinsen jahrelang in der Tendenz steigen werden. Steigende Zinsen sind etwas, das Goldanleger nicht mögen. Es fallen Opportunitätskosten an. Bei Gold profitiert man nur vom Preisanstieg und nicht von Zinsen, Dividenden oder Wachstum. Je tiefer Dividendenrenditen und Zinsen sind, desto geringer sind die Opportunitätskosten.

Das Zinstief des aktuellen Zyklus haben wir durchschritten. Nun werden die Opportunitätskosten nur noch steigen und nicht mehr sinken. Das macht Gold ebenfalls nicht attraktiver. Es wird wohl bis zur nächsten Krise dauern, bis Gold wieder in einen neuen Bullenmarkt aufsteigen kann. Das letzte Mal mussten wir viele Jahre darauf warten.

Clemens Schmale


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