• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Kursstand: 1.664,48 $ (JFD Brokers) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Gold in Euro - Kürzel: XAUEUR - ISIN:
    Kursstand: 1.705,26 € (JFD Brokers) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

In den Tagen rund um den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed stand der Goldpreis und gehörigem Druck. Die mehrheitlich erwartete Anhebung der US-Leitzinsen um 75 Basispunkte und die neuen Prognosen der Fed zum künftigen Zinsniveau waren offenbar nicht gänzlich eskomptiert. Unmittelbar nach dem Leitzinsentscheid fiel die Notiz auf 1.654 US-Dollar je Unze, das niedrigste Niveau seit April 2020. Ein darauf folgender kurzfristiger Anstieg zurück auf 1.690 US-Dollar je Feinunze erwies sich nur als kurzfristige Erholung. Heute notiert Gold wieder schwächer bei 1.664 Dollar/Unze. Nach wie vor schrägt sich das Edelmetall in Euro besser. Der Monatsverlust beträgt hier aktuell nur rund fünf Prozent.

Gegenwind erhielten die Goldpreise aus Sicht von Deutsche Bank-Stratege Ulrich Stephan, dass die Fed nun für die nächsten beiden Jahre mit einem höheren Leitzinsniveau als zuvor rechnet: Die Notenbank nehme an, dass der Leitzins Ende dieses Jahres bei 4,4 Prozent liegen werde, Ende 2023 bei 4,6 Prozent. Beides liege deutlich über den Annahmen, die die Fed im Juni geäußert habe, so Stephan. „Der Anstieg der Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen auf ein 15-Jahres-Hoch bei 4,11 Prozent hält den Goldpreis ebenso im Zaum wie die Tatsache, dass die Realzinsen im Zehn-Jahres-Bereich in den USA mit rund 1,2 Prozent nun so deutlich positiv sind wie lange nicht mehr“. Infolgedessen sei auch der US-Dollar deutlich angestiegen, was Gold außerhalb der USA verteuere.

Aus Sicht der Analysten der Helaba ist es zwar richtig, dass Gold in Zinserhöhungsphasen ins Hintertreffen gerät, doch sollte sich die jüngste Abwärtsbewegung als übertrieben herausstellen. Investoren trauten der Fed in der Inflationsbekämpfung einen ähnlich harschen Kurs zu, wie dem Notenbankchef Volcker in der 1980-er Jahren. Dies sei vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung und der geopolitischen Risiken aber wenig wahrscheinlich, so dass sich Gold perspektivisch wieder bei der Marke von 1.800 Dollar je Unze festigen sollte.

Signifikante, nachhaltige Kursgewinne erwartet Deutsche Bank-Analyst Ullrich Stephan für Gold erst dann wieder, wenn die Märkte ein Ende dieses Zinserhöhungszyklus einpreisen.