London (Godmode-Trader.de) - Der Goldpreis konsolidierte sich im Oktober weiter um das Niveau von 1.200 US-Dollar pro Unze. Die Chancen für einen weiteren Abwärtstrend wie im August, als der Goldpreis auf sein Jahrestief von 1.160,27 Dollar/Unze fiel, haben sich offenbar verringert. Gold fand einen Katalysator, da an der Börse aufgrund der Sorgen um höhere Zinsen und wachsende geopolitische Spannungen ein Ausverkauf stattfand.

ANZEIGE

Die 10-jährigen Treasury-Renditen kletterten auf ein Siebenjahreshoch von 3,2 Prozent, und der S&P 500 Index fiel im vergangenen Monat um 6,8 Prozent. Dies trieb Gold auf sein Monatshoch von 1.243,60 Dollar/ Unze am 26. Oktober. Die börsengehandelten Goldbarren-Produkte verzeichneten ihre ersten signifikanten Zuflüsse seit Mai, und Gold schloss bei 1.214,76 Dollar/Unze, was einem Monatsplus von 1,9 Prozent entspricht.

Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold- und Edelmetalle von VanEck, sieht Gold durch die Verkaufswellen der vergangenen Monate am Aktienmarkt infolge steigender Zinsen und wachsender Spannungen zwischen den USA und China gestützt. Er verweist in einem aktuellen Marktkommentar auf die aktuelle Lage an den Finanzmärkten – zehn Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise: „Wir befinden uns derzeit wieder inmitten eines Zyklus der Vermögenspreisinflation bei Aktien, Anleihen und Immobilien, was durch eine extrem lockere Geldpolitik hervorgerufen wurde. Die Zentralbanken sind jetzt mitten im Straffungszyklus angekommen, der die Liquidität verknappt.“

Derzeit gebe es Spekulationen über die nächste Finanzkrise, die durch den Zinsanstieg, hohe Kreditausfallrisiken, Italiens Haushaltskrise und die wachsende Verschuldung in China ausgelöst werden könnte, so Foster. „Unserer Ansicht nach haben Staatsschulden und Unternehmenskredite die Subprime-Hypothekendarlehen als größtes Risiko für das Finanzsystem abgelöst“, sagt Foster. Er glaubt, dass die nächste Runde im Handelskrieg, die nächste Zinsanhebung, eine Verkaufswelle oder eine Schwellenländer-Währungskrise der berühmte Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Für Foster zeichnet sich ab, dass die Goldnachfrage durch die Zentralbanken getrieben werde. Der Experte verweist auf die Angaben des World Gold Council, das von den Zentralbanken gehaltene Gold habe einen Wert von 1,36 Billionen US-Dollar und mache damit zehn Prozent der weltweiten Währungsreserven aus. Am meisten sei Gold im vergangenen Jahrzehnt von China und Russland gekauft worden. Aber auch Kasachstan und die Türkei hätten beständig in das Edelmetall investiert. „Gold ist eine gute Wahl für Zentralbanken, da es sich um eine liquide Währungsreserve handelt, die nur begrenzt verfügbar und an praktisch keine Verbindlichkeiten geknüpft ist, keine Kontrahentenrisiken enthält und eine Diversifikation ermöglicht“, unterstreicht der Portfolioexperte.

Darüber hinaus sorgten geopolitische Spannungen und die sich ändernden wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in immer mehr Ländern für Nervosität. „In nicht allzu ferner Zukunft könnte sich das Gold, das die Banken derzeit zu historisch hohen Preisen kaufen, doch noch als rentables Investment erweisen“, schätzt Foster.