• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.440,550 $/Unze

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Ein wesentlicher Auslöser der laufenden Gold-Aufwärtsbewegung ist die stattfindende 180-Grad-Drehung der globalen geldpolitischen Ausrichtung. Noch vor weniger als einem Jahr rechnete das Gros der Marktteilnehmer mit einer restriktiven monetären Gangart. Das Blatt hat sich aber wegen zunehmender weltweiter Konjunktursorgen vollständig gewendet. Die konjunkturellen Stolpersteine sind breit gestreut und reichen von Handelsstreitigkeiten bis hin zu politischen Unwägbarkeiten im Iran-Konflikt und der Brexit-Debatte, wie die Analysten der DZ Bank in einer aktuellen Analyse schreiben.

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Bis zum Jahresende werde die US-Notenbank (Fed) den Leitzins noch zweimal um jeweils 25 Basispunkte senken. Aber die Fed sei nicht alleine. Auch bei der Europäischen Zentralbank und den Währungshütern in Tokio blinkten die geldpolitischen Ampeln grün. Die Aussichten auf weiter fallende Zinsen stützten den Goldpreis, weil sie die Opportunitätskosten des Goldbesitzes reduzierten. Die bevorstehenden Zinssenkungen in den USA könnten auch den US-Dollar unter Druck bringen. Damit falle ein weiterer Belastungsfaktor für Gold weg, heißt es weiter.

„Investoren steuern wegen der veränderten Zinserwartung, den vorhandenen Risiken und den schon hoch bewerteten Aktienmärkten verstärkt Gold als sicheren Hafen an. Unsere Untersuchungen zeigen, dass bei negativen Realzinsen die durchschnittliche Goldpreisentwicklung pro Monat mehr als doppelt so hoch ist wie im langjährigen Mittelwert. Den Anlegern mangelt es an Alternativen und der Abschluss einer ‚Gold-Versicherung‘ scheint günstig“, so die DZ-Bank-Analysten.

Im ersten Halbjahr seien fünf Milliarden US-Dollar in Gold-ETFs geflossen, wobei die stärksten Zuflüsse in Europa registriert worden seien. Aber auch die Spekulanten an der Terminbörse in New York (COMEX) hätten ihre Netto-Long-Positionen erhöht. Durchschnittlich hätten diese im ersten Halbjahr bei 370 Tonnen gelegen. Ein fortgesetzt hohes Investoreninteresse sei sehr wahrscheinlich. Die Goldkäufe der Zentralbanken seien kräftig angestiegen. Im bisherigen Jahresverlauf seien bereits 265 Tonnen in den Tresoren der Notenbanken eingelagert worden. Besonders aktiv auf der Käuferseite seien Russland und China, heißt es weiter.

„Die ausgeprägte Nachfragedynamik bei den Investoren und Zentralbanken sollte sich fortsetzen. Die Schmucknachfrage wird im zweiten Halbjahr aufgrund der bevorstehenden Einfuhr-steuererhöhung Indiens, dem zweitgrößten Goldkonsumenten der Welt, wohl etwas schwächer ausfallen. Da die anderen beiden Nachfragekomponenten dies mehr als ausgleichen können, haben sich die Nachfrageperspektiven bei Gold deutlich verbessert, sodass wir unsere Zwölfmonatsprognose auf 1.600 US-Dollar je Feinunze anheben“, so die DZ-Bank-Analysten.

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