• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.782,45000 $/oz.

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Es schaudert den Goldfan, blickt er auf dessen derzeitigen Chartverlauf. Am Freitag hat das Edelmetall die Marke von 1.800 Dollar/Unze an den Nagel gehängt, zuletzt wurde Gold bei 1.783 Dollar/Unze gehandelt, es ging heute aber auch schon bis auf 1.774 Dollar/Unze und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten nach unten. Auch der Silberpreis brach ein, prozentual sogar noch deutlich stärker als Gold.

Der Goldpreis steht unter Druck, nachdem seitens einiger Pharmafirmen Hoffnungen auf bald verfügbare Corona-Vakzine gestreut wurden. Aus der Pandemie-Panik wird an den Börsen gerade die Impfstoff-Hoffnung ausgespielt und das Momentum für sichere Anlagehäfen wie Gold trübt sich ein.

Die Anleger gehen wieder ins Risiko, große Umschichtungen sind die Folge, etwa daran zu sehen, dass die Abflüsse aus den Gold-ETFs immer stärker werden. Diese verzeichneten auch am gestrigen Donnerstag Einbußen von 1,4 Tonnen, obwohl der für die jüngsten Abflüsse hauptverantwortliche SPDR Gold Trust wegen des US-Feiertages Thanksgiving keinerlei Veränderungen aufwies. Am Mittwoch war es bei den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs zu Abflüssen von sechs Tonnen gekommen.

Auch der sich abzeichnende geordnete Regierungsübergang in den USA nimmt einen Unsicherheitsfaktor aus dem Markt. Das Vertrauen in die größte Volkswirtschaft der Welt wird dadurch gestärkt und lässt Anleger insgesamt selbstbewusster werden. Amtsinhaber Donald Trump will das Weiße Haus nach eigenen Worten verlassen, falls das Wahlkollegium für den Demokraten Joe Biden als nächsten US-Präsidenten stimmt. Gleichwohl würde er es angesichts des „massiven Wahlbetrugs" für einen Fehler halten, Biden zu wählen, betonte Trump am Donnerstag im Weißen Haus.

Und so fehlen nun einige gewichtige Gründe für den Kauf von Gold. Aktuelle harte Daten belegen den Trend. So hat China zuletzt so gut wie kein Gold mehr importiert. Wie die Statistikbehörde Hongkong diese Woche berichtete, betrugen die Netto-Goldimporte Chinas aus Hongkong im Oktober weniger als zwei Tonnen.

Auch wenn der Goldpreis derzeit keine Schlange aus dem Korb lockt und zum Tanzen bringt, die Anleger müssen den Edelmetallbereich nicht komplett aus dem Blick nehmen. Der aktuelle Hoffnungsträger heißt Platin, das sich zuletzt deutlich besser als Gold entwickelte und diese Woche ein 2-Monatshoch von 970 Dollar je Feinunze erklimmen konnte.

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