Man sagt ja oft, Janet Yellen wird bald die Zinsen anheben. Oder Janet Yellen wird dies und das tun. Das ist aber nicht richtig, es ist nicht Yellens Entscheidung, an den Zinsen herumzuschrauben. Dahinter steht der Offenmarktausschuss, das sind quasi die zwölf Apostel der amerikanischen Geldpolitik. Sie entscheiden gemeinsam. Und sie waren sich bei ihrer letzten Zusammenkunft am 28. und 29. Juli alles andere als einig darüber, was im September zu tun sei.

    Auch wenn Bill Gross und sein ehemaliger Arbeitgeber, die Allianz-Tochter PIMCO, gestern Nacht meinten, die Zinserhöhung werde sicher im September kommen, stellt der Markt sich auf das Gegenteil ein: Nämlich eben kein Zinsschritt im September.

    Die Börsen in China sind in dieser Woche eingebrochen, nachdem bekannt wurde, dass Chinas Regierung ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen noch einmal kräftig ausgeweitet hatte. Das wurde dahingehend gedeutet, dass etwas mit Chinas Wirtschaft nicht stimmen könne, wenn die so arg da rummachen. Die Kurse an der Wall Street gingen gestern in die Knie, weil eine Verschiebung der Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik das gleiche bedeuten würde, eben dass mit der US-Wirtschaft etwas nicht stimmt.

    Entsprechend reagierten die Rentenmärkte mit sinkenden Zinsen, es findet eine Flucht in Sicherheit statt, das fördert jetzt auch das Gold, in dem Hedgefonds massiv short sind, die werden jetzt abgeschossen, das dürfte die Aufwärtsbewegung beschleunigen, gerade weil jetzt der Widerstand bei 1233 durch ist, jetzt ist 50 Dollar Platz nach oben.

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    Gold: Gegenbewegung?

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