• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.796,24000 $/oz.

New York/ London (Godmode-Trader.de) - Der Goldpreis hat am Montag und auch heute deutlich Federn gelassen. Der Verlust summiert sich aktuell auf über 50 Dollar bzw. zweieinhalb Prozent auf unter die Marke von 1.800 Dollar je Unze. Damit hat das Edelmetall seine Gewinne der letzten fast drei Wochen komplett abgegeben. Auslöser der jüngsten Kursverluste war die Nominierung des amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell durch Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit. Daraufhin hat der US-Dollar aufgewertet und die Anleiherenditen sind gestiegen. Zudem zogen die Zinserhöhungserwartungen gemessen an den Fed Fund Futures spürbar an.

Nach Prognose von Suki Cooper, Edelmetallanalystin bei der Standard Chartered Bank, ist bis zum ersten Quartal 2022 wieder mit höheren Goldpreisen zu rechnen, wie Kitco berichtet. Ihrer Einschätzung nach werde sich der Markt weiterhin auf den steigenden Inflationsdruck und die niedrigere reale Anleiherenditen konzentrieren. „Wir glauben, dass viele der Gegenwinde für Gold eingepreist sind - von der Stärke des US-Dollars bis zum Zeitplan für das Tapering der Fed - und die Preise sich bis dato unterm Strich gut gehalten haben“.

Die Abwärtsrisiken für das Wachstum, der hohe Inflationsdruck und die Annahme, dass der Dollar abwerte und die Realrenditen negativ blieben, würden zeitweilige Preisrückgänge eine gute Kaufgelegenheit bieten, so Analystin Cooper. Standard Chartered geht davon aus, dass der Goldpreis im Schnitt des ersten Quartals kommenden Jahres bei etwa 1.875 Dollar/ Unze notieren wird.

Obwohl Gold auf die Entwicklung US-Dollars reagiert, bricht diese Korrelation nach Beobachtung von Cooper allmählich auf. Es könnte vielversprechender sein, die Beziehung zwischen Gold und den Realrenditen zu beobachten. „Während des größten Teils des Jahres hatte Gold den Dollar stark nachgezeichnet, wobei die rollierende Dreimonatskorrelation zeitweilig über 70 Prozent lag. Diese Beziehung ist zwar nach wie vor ausgeprägt, hat sich in den letzten zwei Wochen aber deutlich abgeschwächt“. Die gleitende Dreimonatskorrelation mit den Realzinsen habe sich hingegen verstärkt und nähere sich 50 Prozent, während die gleitende Dreimonatskorrelation mit den nominalen Renditen 60 Prozent erreicht habe. „Die Neuausrichtung dieser Beziehung ist ein gutes Signal für den Goldpreis, da die Entwicklung der Realrenditen auf einen weiteren Aufwärtstrend hindeutet.