London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die neuerlichen Marktturbulenzen treiben den Goldpreis weiter an - anders als noch beim Kursrutsch an den Börsen im Februar hat der Goldpreis diesmal auf die Verluste am Aktienmarkt reagiert. Das gelbe Edelmetall kletterte am Freitag auf 1.237 Dollar je Feinunze. Seit Anfang Oktober stieg der Goldpreis bereits um gut 3,5 Prozent. In Euro gerechnet, hat Gold mit 1.080 Euro sogar den höchsten Stand seit Juni erreicht.

    Das ist ein schönes Etappenziel. Fakt ist aber auch: Der Goldpreis ist noch immer weit von seinen Hochständen zu Jahresbeginn entfernt. Seinerzeit kostete das Edelmetall bis zu 1.365 US-Dollar je Feinunze. Warum erholt sich die Notiz trotz der aktuellen Krisenstimmung nur vergleichsweise schleppend? „Viele sehen den aktuellen Rutsch an den Börsen als vorübergehendes Phänomen an“, sagt Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Jan Edelmann, Analyst bei der HSH Nordbank, ergänzt, erst bei 10 Prozent Verlusten an der Börse würde der Goldpreis anspringen und dann auch häufig erst mit einer gewissen Zeitverzögerung.

    Das sonstige Umfeld, Stichwort steigende Zinsen, ist darüber hinaus hinderlich, dass der Goldpreis entschiedener zulegt. Offenbar hängt der Preis für das unverzinste Gold auch davon ab, wie stark Anleger Zins- und Inflationsängste aufweisen. Solange Zinserhöhungserwartungen im Markt sind, dürfte Gold keine großen Sprünge machen.