• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.195,250 $/Unze

Zu den „sichersten Wetten“ an der Börse zählen jene Situationen, da die Masse der Anleger in eine bestimmte Richtung positioniert ist: Wenn „alle“ der Meinung sind, der DAX, der Ölpreis oder der Dollar würden von nun an garantiert fallen oder steigen, dann passiert in aller Regel das genaue Gegenteil.

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Man spricht auch von einem „crowded trade“, wenn die eine Seite einer Börsenerwartung total überfüllt ist, weil sich die Masse in schöner Eintracht dort versammelt hat. Das Frappierende an solchen Situationen: Eine Gegenposition einzunehmen, die der Massenerwartung diametral gegenübersteht, klappt so gut wie immer. Alles, was man dabei benötigt, ist ein wenig Geduld…

Eine seltene Gelegenheit dieser Art findet sich derzeit beim Goldpreis: Vermögensverwalter und Hedgefonds haben hier die größten Netto-Shortpositionen der vergangenen zwölf Jahre aufgebaut. Die folgende Abbildung verdeutlicht die aktuelle Situation:

Die Wetten der „Profis“ auf einbrechende Goldkurse sind derzeit sogar noch um einiges umfangreicher als unmittelbar vor der starken Goldrallye Anfang 2016. Achten Sie auf die rote und die blaue Markierung in der folgenden Abbildung.

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Was im Herbst 2015 bei Netto-Short-Extremwerten der Vermögensverwalter begann, und wie sich der Goldpreis anschließend entwickelte, das zeigt die folgende Abbildung: Als im Zuge einer mehrwöchigen Konsolidierungsphase Ende 2015 deutlich wurde, dass der Goldpreis einen Boden gefunden hatte und nicht mehr weiter fallen würde, schnellte das Edelmetall von 1.048 US-Dollar auf 1.376 US-Dollar je Unze empor – ein Anstieg um satte 31 Prozent. Im gleichen Zeitraum explodierten ausgesuchte Minenaktien teilweise um mehrere hundert Prozent. Die Anteilsscheine der kanadischen Silver Bear Resources (SBR.TO) etwa verteuerten sich von Januar bis September 2016 um den Faktor 25: Aus 1.000 US-Dollar wurden 25.000…

Und wie schon erwähnt: Heute sind die Netto-Short-Bestände der Anlageprofis sogar noch um einiges umfangreicher als Ende 2015.

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Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Passend zur lausigen Stimmung bei den Edelmetallen wurden beim Gold zuletzt zwei wichtige Aufwärtstrendlinien nach unten durchbrochen. Achten Sie auf die beiden ansteigenden Linien in der Grafik oben. Dies dürfte insbesondere rein charttechnisch orientierte Anleger zuverlässig aus den Edelmetallen vertrieben haben.

Mit anderen Worten: Beim Gold sind alle Zutaten angerichtet für einen massiven Short-Squeeze, der die Kurse schnell wieder in Regionen von zunächst 1.250 US-Dollar befördern könnte…

Was man jetzt tun kann?

Mit einer sofortigen Umkehr der Goldnotierungen ist zwar nicht zu rechnen, doch sobald sich der Goldpreis stabilisieren kann, sollten nervenstarke Kontra-Anleger aktiv werden und verstärkt zukaufen.

Besonders zu beachten sind dabei jetzt die Minenwerte: Werden schwache Tage beim Gold dort in der Breite mit Kursanstiegen gekontert, was bei einigen Titeln ansatzweise bereits zu beobachten ist, sind alle Premium-Titel aus dem Sektor reif für massive Zukäufe. Ein erstes Indiz in diese Richtung liefert derzeit Branchenschwergewicht Newmont Mining (NEM): Trotz der zuletzt sehr ausgeprägten Goldpreisschwäche konnte die Aktie das Tief aus dem Vorjahr bislang locker verteidigen.

Dass die Chancen auf eine Trendumkehr auf dem aktuellen Kursniveau beim Gold recht günstig sind, hat noch einen weiteren Grund:

Selbst während der massiven Verkaufspanik im Jahr 2008 sind die Goldnotierungen nicht dauerhaft unter die Produktionskosten gesunken. Diese notieren derzeit bei rund 1.200 US-Dollar - und exakt dieses Niveau hat der Goldpreis jetzt wieder erreicht.

Abschließend noch ein Hinweis für die Leser des Antizyklischen Börsenbriefs: Wie bereits vor Monaten von uns avisiert, wurde die Kurslücke beim US-amerikanischen Silberminen-ETF mit dem Kürzel SIL in dieser Woche geschlossen. Achten Sie auf die rote Markierung in der folgenden Abbildung. Die Umsätze waren dabei auffallend gering, was dafürspricht, dass die „schwachen Hände“ jetzt abgeschüttelt werden…

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Unsere spekulativen Kaufempfehlungen aus dem Silbersektor bleiben weiterhin bestehen. Näheres dazu in wenigen Tagen in der August-Ausgabe…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.