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Vor wenigen Tagen und im Umfeld dramatischer Kurseinbrüche bei den Edelmetallen hat die BILD-Zeitung das Ende der Goldhausse ausgerufen. Na klar, jetzt wo alles in Trümmern liegt und die Spargroschen perdu sind – was liegt da näher, als noch ein wenig draufzuprügeln auf die Anleger und Sparer. Übrigens wurden die gleichen Anleger just von besagter BILD-Zeitung beim Goldpreishoch im Sommer 2011 mit reißerischen Überschriften in den Goldmarkt gelockt. Aber wer bei Anlageentscheidungen auf Stimmen dieses Kalibers hört, dem ist bekanntlich nicht zu helfen...

Wer unsere Kommentare an dieser Stelle schon etwas länger liest, der weiß, was er von der Anti-Gold-Propaganda zu halten hat, die jetzt wieder fröhliche Urstände feiern wird. Und es ist natürlich überhaupt kein Zufall, dass ausgerechnet die Strategen von Goldman Sachs die Goldhausse erst kürzlich für beendet erklärt haben. Was wir hier gerade sehen, ist das letzte Aufbäumen eines von Medien, Banken und Politik manipulierten Papiergeldsystems:

Mit dem beherzten Absturz von Gold und Silber unter sehr wichtige Haltezonen, ausgelöst auf den Märkten für „Papiergoldsilber“, wo sonst, wollen „unsere Freunde“, angeführt von Goldman Sachs, jetzt allen potentiellen Kaufaspiranten die Flausen austreiben. Jeder soll sehen, dass Anleger in den Edelmetallen nichts verloren haben. Gold ist ein übles Investment, und Silber erst recht – das soll jetzt gefälligst in die Köpfe der Anleger. Und verlassen Sie sich auf eines: Man wird jetzt sehr gründliche Arbeit abliefern...

Dabei kam der plötzliche Kurssturz gar nicht so überraschend, wie viele jetzt meinen. Erst vor wenigen Wochen hatten wir an dieser Stelle angekündigt, dass der Goldpreis analog zur Entwicklung in den 1970er Jahren noch einmal die 1.000-Dollar Marke ansteuern dürfte, ehe das große Finale beginnt. Mit dieser Prognose waren wir damals ziemlich allein auf weiter Flur. So titelten wir etwa am 15. Februar dieses Jahres mit der Frage: Crash beim Gold? Nachlesen können Sie das hier:

http://www.godmode-trader.de/nachricht/Crash-beim-Gold,a3031333.html
Nachfolgend die wichtigste Grafik aus besagtem Artikel. Sie zeigt, dass der Goldpreis Mitte der 1970er Jahre eine dramatische Talfahrt erlebte, ehe der ultimative Anstieg begann. Wenn man genau hinsieht, erkennt man zudem, dass der Aufwärtstrend damals komplett zerstört wurde. Achten Sie auf die schwarze Markierung:

Nun ist also genau das erneut passiert. Das Gold hat einen veritablen Crash hingelegt, und zwar wie damals in einem Umfeld, das eigentlich für stark steigende Goldnotierungen spricht. Viele fragen sich deshalb mit einem Anflug von Besorgnis: War es das jetzt? Mit der Goldhausse ganz allgemein und mit dem jüngsten Absturz im Besonderen.

Mein Kollege Jochen Stanzl verweist in diesem Zusammenhang auf die charttechnisch wichtige Marke von 1.315,22 US-Dollar je Feinunze, die auf Basis Wochenschlusskurs auf gar kein Fall unterschritten werden dürfe.

Jochen Stanzl schreibt:

"Schließt Gold per Wochenschlusskurs unterhalb 1315,22, ist der Aufwärtstrend, der im September des Jahres 1999 begann, zerstört. Dann wäre der Goldmarkt fortan langfristig neutral zu bewerten."
http://www.godmode-trader.de/nachricht/Gold-xi,a3069263.html

Wie ich meine Pappenheimer kenne, wird genau das nun passieren. Hinweise in diese Richtung liefern die weiterhin auffallend schwachen Minenwerte. Wie an dieser Stelle mehrfach geschrieben: Die Minen geben den Takt vor und nicht das Gold, jedenfalls ist das sehr häufig der Fall. Sieht man sich die Aktien der Edelmetall-Produzenten an, kann einen in der Tat das kalte Grausen packen: Am Dienstagabend rutschten die Kurse im New Yorker Handel entgegen einer deutlich erholten Tendenz beim Goldpreis weiter ab. Sehen wir uns das auf dem kurzfristigen Chartbild an. Nachfolgend die einigermaßen dramatische Entwicklung des Minenindex HUI:

Das sieht in der Tat gruselig aus, passt gleichzeitig aber ganz hervorragend zur antizyklischen Sicht auf die Dinge: Wenn die Börse sich selbst treu bleibt, und das ist meistens der Fall, dann wird beim Gold und vor allem beim Silber in den kommenden Wochen jeder noch so kleine Anflug von Optimismus vollständig zertrümmert werden - ehe die Kurse sich wieder fangen und ein neuer Aufwärtstrend beginnen kann. Wie lange das dauern wird ist schwer zu sagen. Erfahrungsgemäß sind hierfür einige Monate einzukalkulieren.

Dass es kurzfristig beim Gold keinen Blumentopf zu gewinnen gibt, das machen einige Beobachtungen deutlich, die Hinweise auf die immer noch sehr optimistische Grundhaltung der Edelmetallkäufer geben: Am Dienstagnachmittag, also unmittelbar nach dem Gold-Crash vom Montag mit einem Tagesverlust von unglaublichen zwölf Prozent, war der Online-Shop auf der Internet-Seite des Edelmetallhändlers [Link "pro aurum" auf www.proaurum.de/... nicht mehr verfügbar] wegen des riesigen Ansturms kaufwilliger Goldanleger vorübergehend nicht zu erreichen.

Die Leute glauben anscheinend, dass jetzt keine Zeit zu verlieren ist und man den jüngsten Einbruch unter allen Umständen sofort zum Einstieg nutzen muss. Leider ist das ein klares Indiz dafür, dass erst noch mehr Blut fließen muss, ehe der Optimismus der Goldanleger vollständig vernichtet ist. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis die besagten 1.315,22 US-Dollar pulverisiert werden.

An eines sollte man jetzt unbedingt denken: Erst wenn der Trend wirklich hinüber ist, können sich diejenigen, die das ganz große Rad drehen, das älteste Geld der Welt zu wahren Schnäppchenkursen einverleiben. Folgerichtig müssen beim Gold erst die 1.315 und später die 1.300 US-Dollar gerissen werden. Aus heutiger Sicht könnte es in der Gegend von 1.200 US-Dollar interessant werden. Analog zu den 1970er Jahren wäre das finale Tief allerdings erst bei 1.030 US-Dollar je Feinunze zu erwarten.

Das ist übrigens eine Beobachtung, die man immer wieder machen kann: In einer wirklichen Panik, wie wir sie beim Gold zuletzt gesehen haben und wie wir sie dort vermutlich bald wieder sehen werden, sind selbst scheinbar bedeutende charttechnische Marken vollkommen nutzlos. Dann regieren nur noch die Emotionen. Angst ist in solchen Fällen wesentlich stärker als Gier, weshalb die Reise nach unten stets sehr viel dynamischer ausfällt als umgekehrt. Das kann man sich natürlich auch zunutze machen...

Einige Kollegen, darunter auch sehr prominente Vertreter, behaupten jetzt, die Goldhausse sei endgültig gelaufen. Solche Äußerungen zeugen, mit Verlaub, vor allem davon, dass diese Kollegen die Mechanismen der Börse nicht verstanden haben: Eine Hausse nach einem zehnjährigen Aufwärtstrend endet nicht mit einer zähen Seitwärtsbewegung über fast zwei Jahre bei wachsender Unsicherheit. Eine solche Hausse endet in beispielloser Gier und grenzenlosem Überschwang. Was war davon beim Gold zu sehen? So gut wie nichts.

Legen Sie sich jetzt also ein dickes Fell zu und starke Nerven. Und wenn sie eigentlich gar nicht mehr kaufen wollen, weil sie Angst haben, der Goldpreis könnte noch sehr viel weiter abrutschen und weil überall geschrieben steht, dass die Hausse vorbei ist und man Edelmetalle auf gar keinen Fall besitzen sollte – dann springen Sie mit beiden Füßen hinein, ergreifen dieses Geschenk des Himmels und kaufen soviel Gold und Silber, wie Sie sich gerade noch leisten können.

Sie werden es noch brauchen...

In der Mai-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir unter anderem der Frage nachgehen, wie man sich während dieses Sommers für die nächste Krisenrunde wappnen sollte. Warten Sie nicht mehr, die Zeit drängt jetzt...

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de