Der World Gold Council hat in seinem Bericht „Gold 2048: The next 30 years for Gold“ einen Blick in die Zukunft gewagt.

    Wie im Artikel „Gold – Ein Blick auf die nächsten 30 Jahre“ beschrieben, wird die Nachfrage nach Gold voraussichtlich weiter steigen, vor allem getrieben durch die Technologiebranche. Dies wird zwingend zu Veränderungen im Goldmarkt führen, da bereits heute die Minenproduktion die Goldnachfrage nicht mehr bedienen kann.

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    Quelle: Eigene Darstellung nach US Geological Survey, World Gold Council und GFMS. *geschätzt

    Derzeit kann der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage ausgeglichen werden, zum Beispiel durch Recycling. Doch auch diese Quellen sind begrenzt. In Zukunft wird vermehrt „neues“ Gold abgebaut werden müssen. Dies spiegelt sich bereits in einem kontinuierlichen Anstieg der Minenproduktion über die letzten Jahre wider. 2017 erreichte die Minenproduktion das achte Jahr in Folge ein neues Allzeithoch.

    Insgesamt wurden bis jetzt laut Metal Focus rund 190.000 Tonnen Gold abgebaut. Wenn die Minenproduktion mit der aktuellen Abbaugeschwindigkeit fortgesetzt wird, würden in den nächsten 30 Jahren weitere 97.000 Tonnen Gold abgebaut werden.

    Ende 2016 betrugen die verbleibenden Bodenreserven laut Metal Focus jedoch nur noch rund 55.000 Tonnen Gold. Dies würde bei der derzeitigen Abbaugeschwindigkeit maximal für die nächsten 15 Jahre reichen.

    Ist Gold in 15 Jahren „aufgebraucht“?

    Es sind weitere Goldvorkommen in Höhe von rund 110.000 Tonnen bekannt, allerdings kann man hier derzeit laut dem World Gold Council noch nicht von „Reserven“ sprechen. Diese Vorkommen sind entweder aus wirtschaftlichen Gründen derzeit noch nicht abbaufähig oder die technologischen Voraussetzungen sind noch nicht erfüllt.


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    Der World Gold Council hat in seinem Bericht „Gold 2048: The next 30 years for Gold“ verschiedene Entwicklungen in der Goldindustrie vorgestellt, welche einen Abbau dieser Goldvorkommnisse ermöglichen würden. In diesem Artikel werden die wichtigsten Entwicklungen zusammengefasst.

    Geografische Diversifikation

    Laut dem World Gold Council sind die Goldfunde in den letzten 30 Jahre zurückgegangen, obwohl die Ausgaben für Untersuchungen über die letzten Jahre kontinuierlich zugenommen haben. Die Funde, die gemacht wurden, sind meist nur kleine Vorkommnisse, welche nicht ausreichen, um die Goldproduktion nachhaltig zu steigern.

    Ein Grund hierfür ist laut dem World Gold Council die fehlende geografische Diversifikation, sowohl beim Abbau als auch bei Erkundungen. Die Forschungen konzentrieren sich nach wie vor Hauptsächlich auf die USA, Australien und Kanada, obwohl vor allem in den ersten beiden Ländern bereits flächenübergreifend exzessiv Goldabbau betrieben wurde. In Afrika hingegen werden beispielsweise kaum Untersuchungen betrieben, trotz der weitläufigen und vielversprechenden Fläche.

    Hierfür gibt es derzeit noch gute Gründe, wirtschaftliche oder technologische. Vor allem die politische Stabilität, vorhandene Infrastrukturen und Utensilien, sowie das nötige Know-How fördern derzeit noch den Fokus auf bestehende Gebiete. Durch die kontinuierlich sinkenden Renditen derzeitiger Untersuchungen wird jedoch geografische Diversifikation zunehmend rentabler. Der Trend wurde bereits in den letzten Jahren sichtbar. Historisch konzentrierte sich die weltweite Minenproduktion auf Südafrika, USA, Australien und Kanada. Heute bilden China, Australien und Russland die Spitze und auch in anderen Ländern steigt die Goldproduktion.

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    Quelle: Eigene Darstellung nach US Geological Survey. * geschätzt

    Minen 2048 

    Rückkehr zu unterirdischen Minen

    In der Vergangenheit wurden unterirdische Minen durch Tagebaugruben abgelöst. In Zukunft wird sich dieser Trend laut World Gold Council wieder umkehren. Neue Goldfunde sind zunehmen tiefer unter der Erde und auch in bestehende Minen würden hierdurch neue Goldvorkommnisse erreicht werden. Technologische Entwicklungen, wie die zunehmende Automatisierung von Maschinen, ermöglichen diese Trendumkehr.

    Abbau am Meeresboden

    Da zwei Drittel der Erdoberfläche vom Meer bedeckt ist, kann man laut World Gold Council statistisch gesehen davon ausgehen, dass beträchtliche Goldvorkommnisse unter der Meeresoberfläche liegen. Es sind bereits vielversprechende Goldquellen identifiziert worden, wie Massivsulfide und polymetallische Knollen am Meeresboden, die neben Gold auch noch andere interessante Metalle wie Kupfer beinhalten.

    Der technologische Fortschritt sollte laut dem World Gold Council in den nächsten 30 Jahren Unterwasserminen ermöglichen. Die Grundidee ist, die bereits vorhandenen Technologien von offshore Öl- und Gasplattformen entsprechend anzupassen und mit bestehenden und neuen technologischen Entwicklungen im Goldabbau zu verbinden. China hat bereits die erste Unterwasser Goldmine eröffnet.

    Responsible Sourcing

    „Verantwortungsbewusste Beschaffung“ wird laut dem World Gold Council auch den Goldabbau zunehmend beeinflussen. Käufer möchten vermehrt über die Herkunft des gekauften Goldes informiert werden, besonders im Hinblick auf die damit verbundenen Arbeitskonditionen und der Umweltfreundlichkeit.

    Die typische Mine 2048 

    Sowohl der benötigte Zugang zu neuen Goldvorkommnissen, an Land und unter Wasser, als auch der Wandel zu verantwortungsvollem Abbau wird Veränderungen fordern. Der technologische Fortschritt wird es ermöglichen. Die zunehmende Automatisierung, künstliche Intelligenz und hochwertige Sensoren werden laut dem World Gold Council eine komplette Abwesenheit von Menschen in Untergrundminen ermöglichen. Elektrisch angetriebene Minen, die hauptsächlich erneuerbare Energien benützen und den Wasserverbrauch auf ein Minimum reduzieren stellen die Minen der Zukunft dar.

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    Gold

    1.500 USD pro Unze als Anreiz für die Erschließung neuer Vorkommen

    Um die eben genannten Produktionsmöglichkeiten umsetzen zu können und so neue Goldvorkommen zu erschließen, müssten jedoch die finanziellen Anreize passen. Laut dem World Gold Council muss der Goldpreis daher mindestens auf 1.500 USD/Unze steigen, um das derzeitige Produktionsniveau auch über die nächsten 30 Jahre halten zu können.

    Die Rechnung setzt sich laut dem World Gold Council, unter Berufung auf MinEx Consulting und Metal Focus, folgendermaßen zusammen:

    • 75 USD/Unze als durchschnittliche Forschungskosten für neue Goldreserven
    • 200 USD/Unze als durchschnittliche Kapitalkosten für die Errichtung einer neuen Mine
    • 1150 USD/Unze als die Gesamtkosten der Goldindustrie für die Minenproduktion
    • Ein ROI (Return On Investment) von 15 %, welches laut dem World Gold Council die Mindestrendite darstellt, um genügend Anreiz für neue Entwicklungen und Forschungen zu schaffen

    Fazit

    Falls genug Anreiz (in Form von steigenden Goldpreisen) geboten wird, wird der Goldabbau voraussichtlich auch in den nächsten 30 Jahren nicht nachlassen. Innovative Produktionsmöglichkeiten ermöglichen den Zugang zu neuen Goldvorkommen.

    Dennoch wird deutlich, dass Gold nur begrenzt zur Verfügung steht und auf lange Frist das derzeitige Abbauniveau nicht gehalten werden kann. Wie schnell es zu einem Rücklauf der Goldproduktion kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Goldpreis oder dem technologischen Fortschritt. Die Entdeckung einer „Gold-Grube“, wie das Witwatersrand Vorkommen in Südafrika, könnte sich jedoch als Game Changer erweisen.


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