• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.870,33000 $/oz.

Gold wird als Inflationsschutz bezeichnet. Da passt es ganz gut, dass der Goldpreis steigt, seitdem die Inflation anzieht. Das war vor allem in den letzten zwei Monaten der Fall. Der Preis von Gold folgt der Inflation tendenziell. Das gilt zumindest über die meiste Zeit. Fällt die Inflationsrate, hat es auch der Goldpreis schwer. Steigt die Inflation, kann auch der Goldpreis zulegen.Dieses Prinzip kann unterbrochen werden. Zu Beginn der Pandemie fiel die Inflation, der Goldpreis stieg jedoch. Schocks können zu einer Divergenz führen. Gold folgt auch in diesen Zeiten bestimmten Regeln. Es gibt Zeiten, in denen Inflation und Goldpreis auch über längere Zeit nicht zusammenpassen. Das war etwa Ende der 80er Jahre und zur Jahrtausendwende der Fall.

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Gold

Gold ist damit nicht unbedingt von der Inflation losgelöst. Es kommt ganz darauf an, wie sich der Realzins entwickelt. Steigt die Inflation, der Zins aber stärker, fällt Gold. Der Goldpreis folgt also nicht der Inflation an sich, sondern dem Realzins (Grafik 3).


Aktuell sinkt der Realzins wieder. Der Nominalzins bleibt relativ konstant. Trotz Zinsängsten bewegt sich die Rendite 10-jähriger US-Anleihen seit drei Monaten seitwärts. Der befürchtete große Zinsanstieg ist nicht gekommen. Die Inflation hingegen ist gestiegen. In der Folge ist der Realzins gesunken. Das hilft dem Goldpreis auf die Sprünge.

Die Fed weigert sich bisher, über einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik nachzudenken. Das begrenzt den möglichen Zinsanstieg. Immerhin werden jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 80 Mrd. Dollar erworben. Die hohe Nachfrage nach Anleihen begrenzt den Aufwärtsdruck.

Ginge es nach der wirtschaftlichen Entwicklung, müsste der Zins ganz woanders stehen. Kupfer und Gold sind hervorragend darin, das Zinsniveau zu bestimmen. Seit einigen Monaten klafft eine große Lücke zwischen dem implizierten Zins und dem tatsächlichen (Grafik 4). Diese Lücke kann man vereinfacht als den Effekt bezeichnen, den QE auf die langfristigen Zinsen hat.


Für Gold ist das eine gute Nachricht. Wir der langfristige Zins künstlich tief gehalten und steigt die Inflation, sinkt der Realzins. Gold kann weiter steigen. Die Sache hat nur einen Haken. Die Nominalzinsen dürften weiterhin tief gehalten werden, doch der Anstieg der Inflation ist fast vorüber. Viel höher als jetzt wird der Preisanstieg kaum ausfallen.

Die Inflationsrate wird im Mai oder Juni ein Hoch erreichen und danach sinken. Im Sommer wird dann auch die Notenbank über einen QE-Ausstieg nachdenken. Dann kommt es zu gehörigem Gegenwind: die Zinsen steigen und die Inflation fällt niedriger aus. Kurzfristig hat Gold Rückenwind. Mittelfristig sind aus fundamentaler Sicht keine neuen Hochs zu erwarten.

Clemens Schmale


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