Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Preis für Gold konnte zu Wochenbeginn kräftig zulegen. Edelmetalle sind als Fluchtinvestment bekannt und dass Gold nun wieder nachgefragt wird, erfolgt vor dem Hintergrund der Zuspitzung gleich mehrerer geopolitischer Entwicklungen.

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    Derzeit pokern die USA im Mittleren Osten mit hohem Einsatz. Washington will zwar offiziell keine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran, wenngleich inzwischen ein Flugzeugträger in die Region entsendet wurde. Und zudem darüber nachgedacht wird, bis zu 12.000 Soldaten dort zu stationieren, wie am Dienstag die „New York Times“ meldete. Das Ziel sei, den Iran zu Verhaltensänderungen zu bewegen, betonte US-Außenminister Mike Pompeo. Das Land sei der größte destabilisierende Faktor in der Region.

    Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten USA/China hat zu Wochenbeginn zudem eine neue Schärfe erreicht, nachdem Peking Importwaren aus den USA im Wert von 60 Mrd. US-Dollar mit Strafzöllen von bis zu 25 Prozent belegen will. US-Präsident Donald Trump hatte den chinesischen Präsidenten Xi Jingping zuvor über Twitter vor diesem Schritt gewarnt: Sollte China einem „Deal“ nicht zustimmen, würde das Land schwer leiden. Unternehmen würden ihre Produktion in andere asiatische Länder verlegen, um Zölle zu umgehen, drohte Trump. Washington hatte zuvor eine weitere Verschärfung der Zollpolitik vorbereitet mit dem Ziel, sämtliche noch zollfreie Importe im Wert von rund 300 Mrd. Dollar aus China mit Einfuhrzöllen zu belegen.

    An den Börsen reagierten die Investoren am Montag erschüttert und wendeten sich den als sicher geltenden Anlagehäfen zu. Der Goldpreis ist bis auf ein knappes Fünfwochenhoch bei 1.303,40 US-Dollar je Feinunze gestiegen, kam am Dienstag aber wieder etwas zurück. „Gold wird seiner Eigenschaft als sicherer Hafen gerecht“, kommentierte die Commerzbank. Zugleich wertete auch der Dollar ab. Gold wird international in US-Dollar gehandelt. Fällt der Kurs, wird Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums rechnerisch günstiger. Das treibt zumindest theoretisch oftmals die Nachfrage und kann in der Folge den Goldpreis zusätzlich stützen.