Ich möchte Ihnen zum Thema Gold zwei Power Optionsscheine mit einer Seitwärtsrendite von 20 bis 50% vorstellen. Bevor ich aber zu den konkreten Scheinen komme, noch eine kurze Erläuterung zu den Power Optionsscheinen.

    Power Optionsscheine, soweit bekannt, werden eher als spekulative Instrumente gesehen. Eine solche Beschreibung dieser Produkte ist aber nur die halbe Wahrheit. Was Power OS spekulativer gegenüber herkömmlichen Optionsscheinen macht, sind mehrere Besonderheiten. Zunächst aber teilen sie mit den klassischen Optionsscheinen die Grundbedingung für einen Gewinn zu Laufzeitende: sie müssen über dem Basispreis notieren. Andernfalls verfällt der Optionsschein wertlos. Nun zu den Besonderheiten: die positive Entwicklung von Power OS sind mit einem Cap begrenzt. Bei einem Power OS auf Gold etwa könnte der Basispreis bei 1.500 und der Cap bei 1.600 USD liegen. Ein Gewinn zu Laufzeitende ist also gegeben, wenn der Schein über 1.500 USD liegt, ist aber begrenzt. Es nützt dem Anleger nichts, wenn am Ende der Laufzeit der Basiswert – in unserem Fall Gold – bei 1.800 USD notiert. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den klassischen OS.

    Vielleicht fragen Sie sich, wo da der Vorteil liegt. Der Vorteil liegt in der Hebelwirkung der Power OS. Der innere Wert eines Scheins (die Differenz zwischen Basispreis und Preis des Basiswerts multipliziert mit dem Bezugsverhältnis) wird quadriert. Das Auszahlungsprofil ist deshalb oft attraktiver als bei normalen OS, d.h. der Gewinn ist potentiell höher, als bei den klassischen OS. Wenn man also davon ausgeht, dass ein Wert zu Laufzeitende über dem Strike liegt, nicht aber übermäßig darüber steigen wird, sind Power OS den klassischen OS vorzuziehen, da sie einen stärkeren Anstieg des Preises des Scheins versprechen. Notiert Gold zu Laufzeitende beim oder über dem Cap wir ein Betrag von 100 USD ausbezahlt. Hierin liegt der große Nachteil der Power OS, da die Auszahlung meist in USD erfolgt. Währungsverluste oder Gewinne sind also zu beachten.

    Die Seitwärtsrendite ergibt sich bei den Power OS DE000TB9MTR5 oder DE000TB9MTQ7 mit Strike 1.400 bzw. 1.300 und Cap 1.500 USD bzw. 1.400. Der Preis liegt hier derzeit bei ca. 41 und 53 Euro. Angenommen, dass der Dollar gegenüber dem Euro bis 16.12.11 nachgibt (1,55 Dollar für einen Euro), bleibt ein Gewinn von ca. 58% und 20%, sofern der Goldpreis am 14.12.2011 beim oder über dem Cap notiert. Das ist noch immer eine beachtliche Rendite, obwohl Gold bereits über dem Cap von 1.500/1.400 USD notiert. Hier kommen letztlich Zeitwertgewinne zum Tragen, die in dieser starken Ausprägung den Power OS im Gegensatz zu klassischen OS zu Eigen sind. Es gibt natürlich auch weitaus spekulativere Produkte. Bei der noch langen Laufzeit der Scheine ist hier aber zunächst abzuwarten, ob sich der Preis tatsächlich in die gewünschte Richtung bewegt. Eine Möglichkeit – für die Watchlist – ist dabei der Schein DE000TB9MTS3, der derzeit mit 25 Euro bewertet ist. Basispreis ist 1.500 und Cap bei 1.600 USD. Mit angenommenen Währungsverlusten bleibt eine Rendite von (hochspekulativen) 158%.

    Auch wenn viele Argumente für einen steigenden Goldpreis sprechen (schwacher Dollar, Inflation, Goldkäufe von Schwellenländern, Anlagenotstand …), besteht kein unnötiger Druck beim Kauf. Auf GodmodeTrader werden regelmäßig Tagesausblicke zu Gold veröffentlicht, die im kurzfristigen Bereich gute Anhaltspunkte bieten (z.B.: http://www.godmode-trader.de/nachricht/GOLD-Tagesausblick-fuer-Dienstag-14-Juni-2011,a2564520,b22.html). Kurzfristige Kaufgelegenheiten sind zwischen 1.500 und 1.518 angesiedelt. Unterstützungen befinden sich bei 1.500, 1.440 und 1.400. Die konservativeren Scheine können also bei den Marken unter 1.500 abgesichert werden, wobei ein Rutsch unter die 1.400 Dollar Marke aus heutiger Sicher eher unwahrscheinlich ist.

    Wie immer müssen Sie mit der Realisierung der Gewinne nicht bis zum Laufzeitende warten. Steigt der Goldpreis etwa auf sein altes Hoch bei gut 1.570 sind Gewinnmitnahmen durchaus sinnvoll.

    Beste Grüße

    Clemens Schmale