• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.396,500 $/Unze

Viele Anleger reiben sich derzeit ungläubig die Augen. Nach einer nicht enden wollenden Konsolidierungsphase von rund sechs Jahren ist der Goldpreis vor wenigen Tagen über die zentrale Hürde bei 1.380 US-Dollar ausgebrochen. Vor dem Hintergrund der Bedeutung dieses Betonwiderstandes kann man ohne Übertreibung von einem Gezeitenwechsel im Edelmetall-Markt sprechen. Die folgende Grafik zeigt das.

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Der Goldpreis ist ausgebrochen…

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In Schwung gekommen sind damit endlich auch die Minenwerte. Dass der Ausbruch dort sehr ernst zu nehmen ist, zeigt der folgende Verlauf des US-amerikanischen Minen-ETF mit dem Kürzel GDX:

Bei steigenden Umsätzen (grüner Pfeil) sind die Notierungen zuletzt über eine sehr wichtige Hürde bei 25 US-Dollar geklettert. Achten Sie auf die waagrechte rote Linie. Sofern es sich nicht um einen Fehlausbruch handelt, was man erst in einigen Tagen oder Wochen beurteilen kann, muss man davon ausgehen, dass die seit rund drei Jahren andauernde Konsolidierungsbewegung bei den Goldaktien abgeschlossen ist.

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Bei den Juniorminen ist das Bild noch nicht ganz so klar. Das liegt in der Natur der Sache, denn in jeder Minenhausse beginnt der Aufschwung zunächst bei den etablierten Produzenten. Die kleineren Titel werden meist erst etwas später von der Kaufwelle erfasst. Dazu der Verlauf des US-amerikanischen Minen-ETF mit dem, Kürzel GDXJ, in dem die kleineren Edelmetall-Produzenten zusammengefasst sind:

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Das Problem ist leider: Viele Anleger haben den Ausbruch der Minenaktien vollkommen verschlafen und warten jetzt händeringend auf eine Einstiegsgelegenheit. Viele Leserzuschriften zeigen das.

Worauf sollte man also jetzt achten, wenn man den anfahrenden Zug verpasst hat?

Zunächst zur Auswahl der Titel: In früheren Ausgaben des Antizyklischen Börsenbriefs haben wir immer wieder herausgearbeitet, welche Aktien durch relative Stärke überzeugen. Sowohl in unserem hochspekulativen „Silberprojekt“, das sich ausdrücklich nur (!) an nervenstarke Spekulanten richtet, wie auch in den beiden anderen Minendepots, eines für „konservative“ und eines für risikofreudige Anleger, gibt es besser und schlechter laufende Kandidaten.

Daran können sich Neueinsteiger auch jetzt orientieren: Relative Stärke ist stets ein gutes Zeichen. Und da die etablierten Produzenten bereits recht gut gelaufen sind, bietet es sich aktuell an, die kleineren und mittelgroßen Produzenten unter die Lupe zu nehmen.

Eine Sonderrolle spielen die Explorer: Einige dieser Kleinstunternehmen werden die kommenden Jahre nicht überleben. Das ist bei Engagements in diesem Sektor unbedingt einzukalkulieren.

Auf der anderen Seite gibt es außerhalb des Kryptosektors nirgendwo sonst die Chance auf derart herausragende Gewinne: In früheren Haussephasen sind die Aktienkurse kleinerer Explorationsunternehmen von wenigen Cent auf mehrere Dollar gestiegen. Das wird auch diesmal so sein. Doch Gewinne von mehreren tausend Prozent gibt es an der Börse niemals zum Nulltarif. Eine breite Streuung ist daher gerade im Explorationssektor das A und O.

Wobei man an dieser Stelle ebenfalls anmerken sollte, dass Goldminenaktien ganz grundsätzlich nicht als konservative Anlagen einzustufen sind. Das gilt auch für Schwergewichte wie Barrick (GOLD) oder Newmont (NEM). Dazu ist das Minengeschäft viel zu riskant:

Neben den „normalen“ Geschäftsrisken, die es auch in anderen Branchen gibt, steigende Zinsen etwa, oder den Zahlungsausfall von Kunden, werden Minenbetreiber durch naturbedingte Vorgänge beeinflusst, die sich nicht vorhersehen lassen:

Erdbeben etwa, oder Überflutungen können Liegenschaften auf Jahre hinaus oder dauerhaft unbrauchbar machen. Oder denken Sie an den Staudammbruch zu Jahresbeginn bei der brasilianischen Vale (VALE). Hochfliegende Erwartungen an mineralhaltige Vorkommen werden mitunter massiv enttäuscht. Entsprechend risikoreich und schwankungsfreudig sind die Aktien von Minenkonzernen. Eine sorgfältige Auswahl der Titel ist hier daher noch wichtiger als in anderen Anlagesektoren.

Goldener Gewinnhebel…

Ein Punkt wird gerade von Anfängern gerne fehlinterpretiert: In einem Umfeld steigender Goldpreise sind nicht die Aktien der Produzenten mit den niedrigsten Produktionskosten am gewinnträchtigsten, sondern jene der Hochpreis-Produzenten:

Je höher die Produktionskosten, desto größer ist der Gewinnhebel bei einem steigenden Goldpreis. Die höchsten Produktionskosten haben traditionell die Minenbetreiber in Südafrika, weil das Gold dort in großer Tiefe gefördert wird. Auf der anderen Seite sind in diesen Regionen die größeren sozialen und politischen Risiken zu beachten, die Investments negativ beeinflussen können.

Gold- und Silberproduzenten sind darüber hinaus entscheidend abhängig von den Mineral-Reserven, die noch im Boden schlummern. Grundsätzlich gilt: Je umfangreicher und hochgradiger, desto besser.

Stets zu beachten ist außerdem der Ölpreis, denn steigende Notierungen beim Öl führen bei den Minenbetreibern zu einem Anstieg der Förderkosten. Das muss kein Nachteil sein, wie wir gerade gesehen haben, kann sich aber je nach Ausgangslage auch existenzbedrohend auswirken. Auch im Minensektor gilt daher die Faustregel, Unternehmen zu bevorzugen, die durch eine solide Bilanz und geringe Verschuldung überzeugen….

Für den gerade anlaufenden Beginn der Minenhausse macht es Sinn, sich in allen Sektoren auf die Aktien mit relativer Stärke zu konzentrieren. Die schwächeren Titel werden nach aller Erfahrung erst zu einem späteren Zeitpunkt anspringen, und in aller Regel auch nicht so stark ansteigen…

Was die Anzahl der Aktien angeht:

Hier gilt die Regel, dass man umso mehr Titel ins Depot aufnehmen sollte, je spekulativer die Anlagen ausgerichtet ist. Bei einem Depot mit kleineren Explorern könnte man durchaus 20 oder noch mehr verschiedene Titel ins Visier nehmen. Hier kann es immer einmal vorkommen, dass ein Unternehmen im herausfordernden Minengeschäft untergeht. Solche Verluste werden durch die starken Werte dann mehr als ausgeglichen.

Konzentriert man sich dagegen auf die großen und etablierten Produzenten, reichen womöglich auch acht oder zehn sehr gute Werte.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Unternehmen zu bevorzugen, bei denen die Manager ihr Vertrauen in das eigene Unternehmen durch Käufe der eigenen Aktien bewiesen haben.

Wir beobachten gerade diesen Aspekt sehr aufmerksam, weil sich daraus wichtige Rückschlüsse auf künftige Kursentwicklungen ableiten lassen. Ein prominentes Beispiel war die Aktie von Wildcat Silver, die spätere Arizona Mining, die wir unseren Leser unter anderem wegen der massiven Insider-Käufe schon vor Jahren zum Kauf empfohlen hatten. Das Unternehmen wurde später zu einem Vielfachen unseres Einstandskurses übernommen…

Damit zur Kardinalfrage: Kommt noch einmal ein stärkerer Rücksetzer im Goldminensektor?

Die relative Schwäche des Silbers würde eigentlich für eine nochmalige stärkere Korrektur auch beim Goldpreis sprechen. Auch zeigen sich die Minenaktien aus dem HUI und dem XAU noch nicht so stark wie man das angesichts der jüngsten Vorstellung beim Gold eigentlich erwarten sollte. Der "Normalfall" wäre demnach eine nochmalige schärfere Korrektur bei den Goldminenaktien - womöglich im Zuge neuer Rekorde beim S&P 500 oberhalb von 3.000 Punkten?

Man kann das nicht völlig ausschließen…

Auf der anderen Seite muss man allerdings auch damit rechnen, dass der Ausbruch bei den Minenaktien diesmal ganz anders abläuft, als das bei früheren Gelegenheiten zu beobachten war. Denn das ist ja oft so an der Börse: Wenn alle ein bestimmtes Ereignis erwarten, dann kommt es garantiert ganz anders. Und nach sechs Jahren Konsolidierung in dem Sektor werden jetzt sehr viele Anleger an der Seitenlinie stehen und händeringend auf einen größeren Rücksetzer hoffen.

Wer sich darauf lieber nicht verlassen möchte, dem bleibt daher nichts anderes übrig, als bei Kursschwäche konsequent weiter zuzukaufen. Langfristig dürfte sich das sehr deutlich auszahlen:

In einem Umfeld weiter um sich greifenden Zentralbank-Irrsinns und absehbar heraufziehender „Rettungspakete“ zur Belebung der Konjunktur (oder auch zur „Rettung“ angeschlagener Banken, wer weiß das schon?!) sind die Perspektiven für den Sektor herausragend, besser womöglich als in allen anderen Anlagesegmenten.

Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht zuletzt auch mit Blick auf die sozialen Schieflagen, die sich hier zu Lande gerade ankündigen. Stichwort Demographieproblem, Rentenlücke und Altersarmut. Die wichtigste Empfehlung lautet daher, überhaupt im Edelmetall- und Minensektor investiert zu sein, denn den idealen Einstieg wird man ohnehin nur mit viel Glück erwischen...

Unseren Abonnenten möchten wir noch die folgende Empfehlung mitgeben:

Wir können uns gratulieren, denn die zähe „Streckfolter“ der vergangenen Jahre ist bei den Edelmetall-Aktien jetzt mit größter Wahrscheinlichkeit überstanden. Da wir zu Tiefstkursen unbeirrt immer wieder zugegriffen haben, besitzen wir jetzt große Bestände an einigen der besten Minenaktien der Welt.

Geben Sie jetzt keine Anteilsscheine mehr aus der Hand. Solange der Trend in die gewünschte Richtung läuft, geht es jetzt darum, die Gewinne auszusitzen, wie an dieser Stelle vor einiger Zeit schon einmal ausgeführt.

In den kommenden Monaten und Jahren werden sich zahlreiche unserer Empfehlungen aus dem Silberprojekt und unseren beiden Minenprojekten verdoppeln oder gar vervielfachen.

Unsere Geduld wird sich jetzt auszahlen. Bleiben Sie daher auch weiterhin ganz entspannt – und genießen Sie die Sommerpause…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.