Edelmetall-Investoren haben derzeit wenig Grund zur Freude. Die im Sommer 2011 begonnene Korrektur scheint kein Ende nehmen zu wollen. Nie mehr. So jedenfalls fühlt es sich an. Und doch gibt es selbst in diesen trüben Tagen Momente, die gelassene Heiterkeit auslösen können. Man muss sie nur zu würdigen wissen.

In dieser Woche habe ich etwa den folgenden sehr langfristigen Kursverlauf des Goldpreises gefunden. Die Betrachtung geht zurück bis in das Jahr 2005. Und man mag es ja kaum glauben, aber der Aufwärtstrend beim Gold ist immer noch intakt. Die grün eingezeichnete Linie macht das deutlich.

Für einen nochmaligen Test dieser Aufwärtstrendlinie könnte der Goldpreis sogar bis in die Gegend von 1.120 US-Dollar je Feinunze abrutschen. Ob er das tun wird, das weiß freilich niemand - außer den zahlreichen Experten natürlich, die ihre Kunden seit Jahren mit der Ankündigung von „wasserfallähnlichen Verlusten“ beim Gold verrückt machen.

Doch anstatt mal richtig in Schwung zu kommen, tröpfelt dieser vermeintliche Wasserfall einem kleinen Rinnsal ähnlich nur müde vor sich hin. Klar, denn den Wasserfall, den hatten wir schon, und zwar Anfang 2013. Doch damals mussten sich alle Experten und Spekulanten erst noch davon überzeugen, dass der Goldpreis fortan nur noch in den Keller rauschen würde. Die Trendfolger. Man kennt das ja. Fest steht mittlerweile nur eines: Short-Engagements beim Gold sind im Moment auch nicht gerade die wahre Freude. Also am besten Reißaus nehmen?

Nein, denn es gibt durchaus amüsante Hinweise, dass man sein dickes Fell nicht ausgerechnet jetzt ausziehen sollte. Wie man in der folgenden Abbildung gut erkennen kann, hat der Autor der Grafik sein Werk mit einer Beschriftung versehen, die das Stimmungsdesaster beim Gold sehr treffend auf den Punkt bringt: „Consolidation continues, never ending“. Frei übersetzt: „Die Konsolidierung beim Gold geht weiter. Und sie wird niemals enden“.

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Da sich dieser Meinung mittlerweile die Mehrheit der Edelmetall-Anleger anschließen dürfte, würde es gar nicht verwundern, wenn das Gold ganz plötzlich und „völlig überraschend“ wieder zum Leben erwacht. Vielleicht wenn der traditionell starke September vorbei ist, weil dann die kurzfristig agierenden Spekulanten wieder draußen sind? Möglich wäre das.

Interessant sind in diesem Zusammenhang zwei Grafiken. Zuerst ein Blick auf Euro, Dollar und Goldpreis. Anders als zu vermuten wäre, hat sich das Gold trotz des jüngsten dynamischen Dollaranstiegs vergleichsweise gut gehalten. Die folgende Abbildung zeigt das: Während der Euro (ganz oben) stark gefallen ist, und der US-Dollar entsprechend aufgewertet hat (Mitte) hat sich beim Goldpreis (unten) bislang relativ wenig getan. Ginge es allein nach dem Dollarkurs, dann hätte das Gold sein Tief aus dem Jahr 2013 bei 1.180 US-Dollar je Unze längst unterschreiten müssen. Das ist jedoch nicht der (Wasser)Fall...

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Warum das so ist, darüber lässt sich trefflich grübeln. Im Ergebnis wird uns das aber nicht weiter bringen. Lassen wir es deshalb dabei bewenden und sehen wir uns die nächste Grafik an. Wie haben eigentlich die Minenaktien auf die jüngste Schwäche beim Gold reagiert?

Hier ist es hilfreich, die langfristige Brille aufzusetzen. Die folgende Betrachtung zeigt den Minenindex XAU seit dem Jahr 1990 auf Monatsbasis. Einige Erkenntnisse sind hier durchaus erwähnenswert:

Investoren, die in dieser langen Zeit den Goldaktien die Treue gehalten haben, können sich mit Stand Mitte September 2014 über eine ansehnliche Rendite von rund 120 Prozent freuen. Und das trotz einer nun schon seit drei Jahren (!) andauernden Korrekturbewegung. In der Spitze konnten theoretisch sogar 430 Prozent Gewinnzuwachs erzielt werden.

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Natürlich heißt das nicht, dass die Minenaktien auch in den kommenden 15 Jahren ähnlich gut abschneiden werden. Doch es gibt durchaus „zarte Hinweise“, die andeuten, dass es klug sein dürfte, die zähe Geduldsprobe beim Gold wie auch bei den Minenaktien einfach auszusitzen.

Denn wenn die regierungsnahe US-Zeitschrift Foreign Affairs, wie kürzlich geschehen, mit dem Vorschlag aufwartet, die US-Notenbank möge das Geld doch lieber an die Bürger verschenken, anstatt die Zinsen zu senken und ähnlichen Unfug zu treiben, um damit die Wirtschaft zu stimulieren, dann kann man daraus durchaus interessante Rückschlüsse auf die „Gesundheit“ unseres Geldsystems ableiten.

Bei Licht besehen sind diese Rückschlüssen nicht besonders ermutigend, denn wenn man über solche Maßnahmen auch nur nachdenkt, dann kann das eigentlich nur bedeuten, dass die Verzweiflung in der Nähe ihres Siedepunktes angekommen sein muss.

Man könnte es so sagen: Wenn das Geld jetzt schon verschenkt werden soll, weil man sich anders nicht mehr zu helfen weiß, dann ist eine Steigerung des Irrsinns kaum noch vorstellbar.

Politik: Welches Stück wird nun gespielt?

Das betrifft im Übrigen auch die Politik – und in diesen Tagen kann man sich schlicht nicht mehr zur Börse äußern, ohne wenigstens einen kurzen Blick auf die politische Bühne zu werfen. Leider ist das so.

Nun hat man es also getan: Anstatt den Worten des Präsidenten der österreichischen Wirtschaftskammer Christoph Leitl zu folgen, der sich in dieser Woche mit bemerkenswert mutigen Äußerungen für eine Kooperation mit Russland und für Friedensverhandlungen in der Ukraine-Krise stark gemacht hat, schlägt man den genau entgegen gesetzten Weg ein:

Bundesregierung, EU und die USA sind sich einig, die Sanktionen gegenüber Russland weiter zu verschärfen.

Damit wird nun exakt jene Spirale in Gang gesetzt, die in der Vergangenheit immer wieder zu Krieg geführt hat. Was das für Folgen haben könnte, darüber sind sich wohl die wenigsten von uns im Klaren. Etwa jener Leser, der das gleich folgende Video als „krudes Zeug“ betitelt hatte.

Eine kurze Vorbemerkung hierzu: In einem meiner Beiträge hatte ich kürzlich den Journalisten Ken Jebsen zitiert. Ein Leser kommentierte daraufhin, Jebsen sei ein "Neonazi". Den von mir verfassten Artikel könne man daher nicht ernst nehmen. Schließlich sei ich ja auch höchst „neonazi-verdächtig“. Oder so ähnlich.

Abgesehen davon, dass solche Äußerungen ein aufschlussreiches Licht auf den Absender, nicht aber auf den Adressaten werfen, ist diesen Leuten dringend zu empfehlen, sich selbst ein Bild von der aktuellen Lage zu machen, anstatt jene hirnlosen Parolen nachzuplappern, die derzeit in den Massenmedien verbreitet werden.

Das nun folgende Video bietet hierzu Gelegenheit.

Inhaltlich geht es um die "geistige Generalmobilmachung", die gerade stattfindet, und die, wenn wir nicht gewaltig auf der Hut sind, in den nächsten großen Krieg münden könnte.

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Ken Jebsen warnt: Nach Syrien, Libyen und dem Irak, die nach "humanitären Interventionen" der Vereinigten Staaten allesamt in Elend und Chaos versunken seien, sei jetzt Russland an der Reihe:

Die USA bereiteten Europa auf einen Krieg gegen unseren Nachbarn im Osten vor und nähmen dabei in Kauf, dass der Einsatz von Nuklearwaffen nicht ausgeschlossen werden könne.

Doch diese Kriegslogik wird nur dann ihren Lauf nehmen, wenn wir alle das zulassen:

www.youtube.com/watch?v=PIyd9tXdKpY

Es lohnt sich übrigens, den Beitrag bis zum Ende anzusehen. Dort stellt Jebsen die alles entscheidende Frage:

Was haben wir zu verlieren?

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de