New York (Godmode-Trader.de) - Rohstoffe schnitten im vergangenen Jahr besser ab als andere Anlageklassen und werden voraussichtlich auch 2022 wettbewerbsfähig bleiben. Jeffrey Currie, Global Head of Commodities Research bei Goldman Sachs, hat seine frühere Aussage bekräftigt, dass die Welt sich lediglich in der ersten Phase eines zehnjährigen Rohstoff-Superzyklus befindet. Currie sagte dem TV-Sender CNBC, dass sich die Fundamentaldaten im Rohstoffkomplex, einschließlich Öl und Metalle, nach wie vor sehr positiv darstellen.

Dem Analysten zufolge befinden die Ölmärkte derzeit in einem Nachfragedefizit von zwei Prozent, während die Lagerbestände etwa fünf Prozent unter ihrem gleitenden 5-Jahres-Durchschnitt liegen. Currie führte weiter aus, dass die finanziellen Rahmenbedingungen sogar noch mehr Unterstützung bieten, da fossile Brennstoffe bei den Anlegern nach wie vor in Ungnade stehen, während ESG-Gegenwinde eine große Herausforderung für einen Sektor darstellen, der dringend neue Investitionen benötigt, wenn die Produktion mit der Nachfrage Schritt halten solle.

In den letzten Jahren habe es eine Neuausrichtung des Kapitals gegeben, so Currie weiter. Die Kapitalströme hätten sich weg von der Old Economy (Öl, Kohle oder Bergbau) und hin zu erneuerbaren Energien und ESG bewegt - und jetzt werde ein Ungleichgewicht in der Nachfrage sichtbar. Der Rohstoffexperte fügte hinzu, dass die überzogenen Aktienbewertungen und die niedrigen Renditen der Staatsanleihen Rohstoffe für Anleger, die die hohen Risiken dieser Märkte scheuten, aber dennoch nach angemessenen Renditen strebten, noch attraktiver machten. Mit anderen Worten: Rohstoffe böten nicht nur gute Aussichten auf einer reinen Renditebasis, sondern könnten auch eine gute Absicherung gegen die zunehmende Marktvolatilität sein.

Goldman Sachs bleibt bei seiner optimistischen Einschätzung der Rohölpreise und hat seine Prognose für den Brent-Rohölpreis von zuvor 80 Dollar/Barrel auf 90 Dollar/Barrel per Jahresende angehoben.