Was für eine Woche!. Den größten Tagesverlust beim Gold seit 33 Jahren kann man natürlich nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Vor allem dann nicht, wenn man sich einmal vor Augen führt, in welchem Umfeld das „Blutbad“ beim Gold gerade für so viel Aufregung sorgt:

Rund um den Erdball sind die Regierungen wild entschlossen, die immer weiter ausufernden Schuldenprobleme mit der Druckerpresse zu „lösen“. Dieser Weg wird und muss unweigerlich zur vollkommenen Zerstörung der Papierwährungen führen. Staatsbankrott inklusive. Ob dies offen oder verdeckt, nämlich über ausufernde Inflation geschehen wird, das werden wir sehen, spielt aber ohnehin eine untergeordnete Rolle. Und natürlich wird man dem Kind, wenn es denn das Licht der Welt erblickt, einen anderen Namen geben: „Schuldenmoratorium“ vielleicht, oder auch „Umstrukturierung“. Was am Ergebnis freilich nichts ändert, aber zumindest freundlicher klingt.

Und in einem solchen Umfeld purzelt der Goldpreis wie in Stein in die Tiefe!? Dass man das Geschehen an der Börse und am Goldmarkt im Besonderen nicht immer auf den ersten Blick versteht, das durften die Anleger vor 40 Jahren auch schon einmal lernen. Damals waren es zweistellige Inflationsraten, die auf rätselhafte Weise nicht verhindern konnten, dass sich der Goldpreis in den Jahren 1975 und 1976 halbierte - ehe er zum ganz großen Finale durchstartete.

Heute sind es nun die Staatschulden, über die wir uns den Kopf zerbrechen dürfen und uns fragen, warum um alles in der Welt der Goldpreis in die Tiefe taumelt, während die Druckerpressen rund um den Erdball heiß laufen. Vieles spricht dafür, dass das Spiel diesmal ganz ähnlich ablaufen wird wie vor 40 Jahren. Wir hatten das Thema in dieser Woche schon einmal beleuchtet und dabei deutlich gemacht, dass man im Grunde nur eines wirklich verstehen muss:

Der Kurssturz bei den Edelmetallen ist eine einmalige Chance, die man sich nicht entgehen lassen darf. Denn wenn wir das Krisendrehbuch in den vergangenen Jahren an dieser Stelle einigermaßen richtig interpretiert haben, dann ist es unwiderruflich die letzte Chance, sich noch einmal günstig mit physischen Edelmetallen einzudecken. Zögern Sie also nicht, greifen Sie zu:

[Link "http://www.godmode-trader.de/nachricht/Gold-und-Silber-Ein-Geschenk-des-Himmels,a3070361.htmlach" auf www.godmode-trader.de/... nicht mehr verfügbar]
Verluste bei Gold und Silber, die den Atem stocken lassen – da wundert es nicht, dass auch der antizyklische Chart der Woche im Edelmetallsektor zu finden ist. Doch das, was jetzt kommt, haben Sie garantiert noch nicht gesehen.

Ein einziges Wort genügt: Null! Bei den Goldminen hat der Bullish Percent Index in dieser Woche, es ist kaum zu glauben, den Wert von null Prozent erreicht. 0,0000, um ganz genau zu sein. In der folgenden Grafik sehen Sie das ganze Drama. Das heißt, es gibt jetzt im Goldminensektor nicht mehr eine einzige Aktie (!), die noch ein bullisches Chartbild aufweisen würde. Mit anderen Worten: Was wir bei den Gold- und Silberaktien gerade sehen, ist die vollständige, totale und bedingungslose Kapitulation! Aus antizyklischer Sicht ist das natürlich eine Wahnsinnsnachricht und Grund für ausgelassenen Jubel. Das muss ja schließlich auch mal sein, gerade in solchen Zeiten...

Schwierig bleibt die Sache natürlich trotzdem. Vor allem Goldanleger sollten sich noch auf einiges gefasst machen: Die Minen laufen dem Goldpreis nämlich voraus, was bedeutet: Auch bei Gold und Silber werden wir in diesem Sommer mit größter Wahrscheinlichkeit die vollständige Kapitulation sehen. Woran man dies erkennen wird und welche bedeutende Rolle dabei den Minenaktien zukommt, das werden wir in der Mai-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs erläutern.

Achtung, die Nazis kommen!
Doch es gab in dieser Woche noch mehr, worüber man staunen konnte: Wer etwa am Mittwoch das Politikmagazin „kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks gesehen hatte, der wird sich verwundert die Augen gerieben haben. Berichtet wurde da unter anderem vom Gründungsparteitag der „Alternative für Deutschland“ (AfD) und wer den Beitrag unvoreingenommen verfolgt hat, der musste zu dem Schluss kommen, dass Deutschland in großer Gefahr schwebt: Die Gefahr kommt - natürlich – von rechts. Und sie hat sogar einen Namen: Alternative für Deutschland!

Von Rechtspopulismus war in dem Bericht die Rede, mit der die Partei „am rechten Rand“ auf Wählerfang gehe und von, wörtliches Zitat, „Rattenfängern“. Einige Äußerungen der auffallend besorgten Moderatorin im Wortlaut:

„Der Euro als historischer Fehler – das kommt an am rechten Rand!“ „Das Sprachrohr der Rechten, die Junge Freiheit, wird vor dem Tagungshotel verteilt!“ „Und drinnen: Ewig Gestrige“!
Dazu wurden vermeintliche „Nazis“ geschickt in Szene gesetzt, im nationalen Taumel in ihre Deutschlandfahnen gehüllt. Zu Wort kommt auch ein besorgter Sozialwissenschaftler, der an der neuen Partei kein gutes Haar lässt.

Doch auch der Ton macht die Musik: Wenn die Moderatorin von Umfragen berichtet, wonach sich ein Viertel der Deutschen vorstellen könnte, die Partei der Eurokritiker zu wählen, dann schwingt in ihrer Stimme unausgesprochen der Satz mit: „Das ist ja unerhört, dagegen müssen wir unbedingt vorgehen! Selbst der Schlusssatz der Reportage ist bezeichnend, weil damit die Botschaft transportiert wird, die hängen bleiben soll:

„Wie aus der D-Mark-Nostalgie Politik für morgen werden soll, bleibt rätselhaft“.

Bild: Reuters

Dabei, das muss der Wahrheit halber gesagt werden, betonen die AfD-Parteigründer immer wieder, dass es ihnen ausdrücklich nicht um eine Rückkehr zur D-Mark geht. Es geht ihnen um eine andere Europolitik. Dabei werden auch nationale Währungen nicht ausgeschlossen. Sehen Sie sich den Beitrag des Bayerischen Rundfunks am besten selbst an.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/index.html
Damit Sie sich einen Eindruck davon verschaffen können, was die neue politische Bewegung tatsächlich umtreibt, nachfolgend der Wortlaut der Rede von AfD-Gründer Bernd Lucke. Der promovierte Volkswirtschaftler sagte etwa die folgenden Sätze:

„Wir haben in der Eurokrise erlebt, wie die Volksvertreter es widerspruchslos hinnahmen, dass dem Volk gegebene Versprechen gebrochen wurde. (...) Die Zeit ist reif, um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ökonomischer Vernunft wieder die ihnen gebührende Geltung zu verschaffen“.
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Und wenn etablierte Medien daraus eine „Gefahr von Rechts“ konstruieren, dann ist das bezeichnend für den Zustand unserer Demokratie. Es tut Not, dass sich die Menschen in unserem Land selbst ein Bild von dem machen, was da gerade passiert, anstatt sich von so genannten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten einlullen zu lassen:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/04/Rede-Bernd-Lucke.pdf
Wobei man eines freilich nicht übersehen darf: Auch die Alternative für Deutschland hat bislang kein Wort verloren über die eigentlichen Ursachen der Probleme:

Ungedecktes Papiergeld und exponentiell wachsende Zinszahlungen an private Banken, die mit der Politik eine unheilvolle Allianz bilden, und nur aus diesem Grund „um jeden Preis“ gerettet werden müssen, das sind die eigentlichen Probleme, die uns in die gegenwärtige Lage gebracht haben.

Schade, hier könnte gerade eine große Chance vertan werden...

In der Mai-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir unter anderem der Frage nachgehen, wie man sich während dieses Sommers für die nächste Krisenrunde wappnen sollte. Warten Sie nicht mehr, die Zeit drängt jetzt...

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de