Stuttgart/ London (Godmode-Trader.de) - Der Goldpreis brach nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank deutlich ein und notiert derzeit bei 1.148 US-Dollar/Unze. Im Begleitstatement zum Zinsentscheid hielt sich Fed-Chefin Janet Yellen alle Türen für den Beginn einer Zinswende auf der Dezember-Sitzung offen. Damit erwischte sie offenbar viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß. Der Goldpreis brach innerhalb kurzer Zeit von 1.182 Dollar in der Spitze auf 1.152 Dollar im Tief ein. Vor allem Spekulanten hätten nach dem Ausbleiben einer Zinserhöhung im September mit einer Verschiebung in die ferne Zukunft gerechnet und deshalb auf einen steigenden Goldpreis gesetzt, vermutet die LBBW. Doch die jüngste Fed-Sitzung mache eine Zinswende im Dezember wahrscheinlicher, weshalb am Markt Goldpositionen verringert worden seien, so Analyst Thorsten Proettel im aktuellen Commodities Weekly

    Unterdessen meldete die Agentur Thomson Reuters GFMS Zahlen für den Goldmarkt im dritten Quartal 2015. Demnach stieg die Schmuck- und Investmentgoldnachfrage der indischen und chinesischen Privathaushalte im Zeitraum Juli bis September um 19,1 beziehungsweise um 31,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal an.

    Weiterhin trete auch die chinesische Notenbank als aktiver Goldkäufer auf. People’s Bank of China informiert seit kurzer Zeit über ihre Ankäufe. Im Juli erhöhte sie ihre Goldbestände um knapp 19 Tonnen, im August um 16,2 Tonnen und im September um 14,8 Tonnen. In der Summe verdoppelten sich die Käufe aller Notenbanken im dritten Quartal gemäß Zahlen von Thomson Reuters GFMS auf 132 Tonnen, nachdem im zweiten Quartal ein regelrechter Einbruch zu verzeichnen war.

    Laut LBBW sprechen besagte Fundamentaldaten für einen moderaten Goldpreisanstieg in den kommenden Monaten. Die US-Geldpolitik dürfte dennoch ihren Einfluss auf den Edelmetallmarkt behalten, vermutet Analyst Proettel. In den nächsten Wochen dürften deshalb vermutlich vor allem Konjunkturdaten aus den USA die Notierungen bewegen. Je besser diese ausfallen, desto wahrscheinlicher wird eine Zinserhöhung im Dezember. Diese Aussicht könnte den Goldpreis belasten.