Was ist das nur für ein Wetter in diesem Jahr? Im Süden Deutschlands regnet es seit gefühlten zweieinhalb Jahren ohne Unterbrechung. Halt, da fällt mir ein: Am Dienstag dieser Woche, es war der 28. Mai, hat ja offensichtlich der Sommer 2013 stattgefunden. Mit Helligkeit von Sonnenaufgang bis abends gegen 18 Uhr. Dann kamen diese nassgrauen Novemberwolken zurück.

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Dabei kann so eine kalte Dusche ja auch ihr Gutes haben. Nehmen wir etwa den Goldpreis: Dort hatte der rasante Ausverkauf im April für eine sehr erfreuliche Entwicklung gesorgt: Der Optimismus ist verflogen. Doch ganz plötzlich scheint jetzt der Wind zu drehen: Viele Kollegen, die nach dem historischen Einbruch auf den Goldpreis eingeprügelt hatten, rudern jetzt zurück und verkünden, vielleicht sei es doch keine so schlechte Idee, ein wenig Gold zu besitzen.

Hintergrund ist der Kursverlauf. Wie die folgende Abbildung zeigt, arbeitet das Gold gerade an einer Formation, die man gemeinhin als Doppeltief bezeichnet und die zumindest mittelfristig steigende Kurse ankündigt.

Nun ist nicht auszuschließen, dass die Kollegen, die jetzt hurtig zurückrundern und wieder ins Bullenlager wechseln, ganz plötzlich sogar sehr schnell rudern müssen. Beim Gold hatte nämlich nicht nur der jüngste Einbruch historische Dimensionen. Auch auf einer anderen Ebene haben sich hier Dinge ereignet, die man in dieser Form nicht alle Tage sieht.

Die folgende Abbildung zeigt die Short-Positionen auf den Goldpreis an der New Yorker Rohstoffbörse COMEX. Diese Wetten waren dort zuletzt steil nach oben geschossen. So steil, wie man das in den zurück liegenden Jahren noch nie gesehen hat. Das heißt, irgendjemand erwartet beim Gold jetzt sehr deutlich fallende Kurse. Oder aber, auch das könnte sein, dieser „Jemand“ versucht, den Goldpreis über Leerverkäufe im Zaum zu halten.

Grafik: Zerohedge / Bloomberg

Sollte dies nicht klappen, etwa weil der Goldpreis erkennbar nicht mehr nach unten will, dann wird es sehr spannend: Dann könnten diese Spekulanten nämlich gezwungen sein, ihre leerverkauften Goldbestände einzudecken. Das nennt man einen Short-Squeeze und der ist auch deshalb so gefürchtet, weil er sich jeder Kontrolle entzieht.

Wikipedia schreibt dazu:

„Short Squeeze (Engpass, Klemme) ist die Angebotsknappheit eines Wertpapiers (meist einer Aktie), das zuvor in großer Anzahl leerverkauft („geshortet“) wurde. Nach den Leerverkäufen müssen die daraus resultierenden offenen Positionen wieder glattgestellt werden. Steigt nun – entgegen der Erwartung der Leerverkäufer – der Börsenkurs des Wertpapiers, so müssen zur Verlustbegrenzung viele Leerverkäufer gleichzeitig das Wertpapier zurückkaufen, was zu einem Nachfrageüberhang führen kann, der den Kurs noch weiter nach oben treibt und damit die Verluste der Leerverkäufer weiter erhöht. Theoretisch haben Leerverkäufer daher ein unbegrenzt hohes Verlustrisiko“.
Wie man sieht, schlummert hier einiges an Dynamit. Was aber könnte so einen Short-Squeeze auslösen? Sehr einfach: Sollten diejenigen, die hier „Papiergold“ gekauft haben, auf physischer Lieferung bestehen, das Umfeld wäre ja danach, dann wird beim Goldpreis der Deckel wegfliegen.

Bei den Leerverkäufern soll es sich übrigens um Großbanken wie JP Morgan handeln, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht, weil es den Verdacht erhärtet, dass die Vermutungen, beim Goldpreis werde im großen Stil manipuliert, nicht ganz verkehrt sein können...

An der Hongkonger Goldbörse hatte eine offenbar ganz ähnlich gelagerte Entwicklung kürzlich übrigens dazu geführt, dass die Börse ihre Pforten ganz überraschend schließen musste. Noch ausstehende Lieferverpflichtungen wurden in bar (!) ausbezahlt.

Falls Sie sich darüber wundern, warum diese nicht ganz unbedeutende Meldung in den Mainstream-Medien nirgends auftaucht. Die Hongkonger Goldbörse war ein Projekt des Rothschild-Clans. Und auch die wichtigsten Medien, wie etwa die Nachrichtenagenturen Reuters oder Associated Press (AP) befinden sich im Besitz dieser geschmeidigen Zeitgenossen. Diese mit weitem Abstand reichste Familie auf unserem Planeten taucht zwar nirgends öffentlich auf, zieht im Hintergrund aber sehr geschickt die Fäden. Es lohnt sich, darüber einmal nachzudenken. Im Internet findet sich dazu ein Berg an Informationen...

Was sagt uns das alles?

In diesen Tagen ist man gut beraten, Geduld und Zeit mitzubringen, um Entwicklungen, die nicht den ursprünglichen Erwartungen entsprechen, einfach mal aussitzen zu können.

Foto: pro aurum

Sehen wir uns abschließend noch die Börse in Japan an. Liebe Kollegen, die ihr dort jetzt einen unglaublich starken Bullenmarkt wittert, seid auf der Hut!

In der vergangenen Woche hatten wir geschrieben, dass hier gerade ein Bärenmarkt starten könnte. Heute sind wir schon einen Erkenntnisschritt weiter. Am Freitag hat sich gezeigt, dass der Nikkei225 nun auch den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt ohne viel Federlesen aufzugeben scheint. Achten Sie auf die blaue Linie in der folgenden Abbildung. Da dies ohne erkennbare Gegenwehr geschieht, verstärkt das noch die Beobachtung der Vorwoche: Der Nikkei wechselt jetzt die Richtung...

Ob dies für die übrigen Weltbörsen irgendeine Bedeutung hat, das haben wir in der Juni-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs untersucht, die in wenigen Tagen erscheint. Dabei sind uns auch einige andere Dinge aufgefallen, die passend zur aktuellen Lage nicht gerade alltäglich sind...

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de