• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 3.007,39 Pkt

Auch Börsianer mögen keine Beerdigungen. Und erst recht keine Grabsteine. Die Bullen reagieren darauf ganz besonders allergisch. Kein Wunder, Grabstein- oder so genannte Gravestone-Dojis sind in der japanischen Kerzenchart-Technik klassische Umkehrsignale, die das Ende eines Aufwärtstrends ankündigen können.

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Können, wohlgemerkt!

Das Signal ist nämlich nicht übermäßig treffsicher, wenn es aber einmal durchschlägt, dann staunt man rückblickend, in welche Dimensionen die Kurse im Anschluss an so eine Beerdigung fallen können.

Taucht daher ein „Gravestone-Doji“ auf, sind Anleger gut beraten, sich nicht mehr allzu weit aus dem Fenster zu lehnen. Jedenfalls solange, bis klar wird, ob der Grabstein, den man da gesehen hat, tatsächlich einer ist. Im Idealfall gestaltet sich so ein "Grabstein" in etwa folgendermaßen:

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Sehen wir uns also den S&P 500 an:

Lässt man den Futures-Handel außen vor, wurde hier am Donnerstag zum Handelsende in New York eine Art „Grabstein-Doji“ ausgebildet. Jedenfalls wenn man etwas großzügig ist, denn im Idealfall steht so ein Grabstein ohne einen unteren "Kerzendocht" auf dem Friedhof. Das ist hier nicht der Fall. Die folgende Grafik zeigt das. Achten Sie auf den roten Pfeil.

Noch wichtiger ist aber der darauffolgende Handelstag, also der Freitag. Wie man gut erkennen kann, sind die Kurse zum Wochenschluss minimal gefallen. Der nicht ganz idealtypische „Grabstein“ vom Donnerstag wurde somit zunächst einmal bestätigt.

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Im Sechs-Monats-Chart kann man nun gut erkennen, dass die Zutaten für eine Trendwende tatsächlich angerichtet sein könnten. Setzt sich das mutmaßliche Grabstein-Signal auch in der kommenden Woche durch, würde der Aktienmarkt das Hoch vom Juli vorerst nicht mehr erreichen. Ein tieferes September-Hoch könnte dann eine Trendwende einleiten.

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Aus Sicht einiger Stimmungsindikatoren würde das recht gut passen. Denn wie in der folgenden Grafik zu erkennen ist, hat sich die Angst aus den Börsensälen wieder weitgehend verflüchtigt.

Können die Kurse noch ein paar Tage da oben „rummachen“, wäre die Stimmung wieder in der oberen Extremzone angekommen. Achten Sie auf die waagrechte rote Linie. Dann regiert wieder die Gier und die Bullen könnten in Folge der soeben womöglich eingeläuteten "Beerdigung" mächtig eins auf die Mütze bekommen.

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Denn eines sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben:

Noch ein paar Tage Party, und der berüchtigte Oktober steht vor der Tür…

Gut möglich also, dass die Optimisten -

Schon in wenigen Tagen -

Ganz plötzlich wieder Trauer tragen…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.