Privatanleger, die im Jahr 2012 vom griechischen Schuldenschnitt betroffen waren, haben nur noch wenig Zeit, um ihre Ansprüche gegen das überschuldete Land durchzusetzen. Darauf weist die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag hin. „Ende 2015 verjährt ein Großteil der möglichen Schadenersatzansprüche. Für Anleger, die bis jetzt noch nicht aktiv geworden sind, wird die Zeit langsam knapp“, sagt DSW-Geschäftsführer Thomas Hechtfischer.

    Erst im Juni 2015 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass deutsche Privatanleger, die im Jahr 2012 ihre griechischen Staatsanleihen im Rahmen des Schuldenschnitts in Papiere mit deutlich schlechteren Konditionen umtauschen mussten, auch vor deutschen Gerichten gegen Griechenland wegen des Zwangsumtauschs klagen können.

    „Für deutsche Staatsbürger haben wir immer den Klageweg vor deutschen Gerichten favorisiert, der einen direkten Zahlungsanspruch gegen Griechenland zum Inhalt hat", betont Hechtfischer. „Inzwischen sind bereits vor 58 verschiedenen Amts- und Landgerichten entsprechende Verfahren anhängig.“

    Die DSW hat im Rahmen der „Arbeitsgemeinschaft Griechenland Anleihen“ (AGA) Klagegemeinschaften organisiert. Diesen Klagegemeinschaften können betroffene Privatanleger auch jetzt noch beitreten. Anleger können sich hierzu an die DSW wenden.

    Im Rahmen des griechischen Schuldenschnitts hatten die Gläubiger des Landes 2012 einen Nominalverlust von 53,5% verbuchen müssen. Dazu waren die Staatsanleihen gegen neue Papiere mit deutlich schlechteren Konditionen zwangsweise eingetauscht worden. Griechenland wurde so auf einen Schlag 100 Mrd. Euro Schulden los.