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Parkstein (BoerseGo.de) – Die Variante eins besagt, dass nach einigem Hin und Her Griechenland in irgendeiner Form in eine Art „Konkurs“ geht und aus der Eurozone ausscheidet. Sämtliche Kredite sind wahrscheinlich endgültig weg, de facto waren sie ohnehin schon uneinbringlich. Der Vorteil dabei: Es fließen vorerst keine neuen Milliarden an Hilfsgeldern in ein „Fass ohne Boden“, wie Robert Beer, Geschäftsführer und Fondsadvisor bei Robert Beer Investment, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Nach kurzen Turbulenzen würden die meisten erkennen, dass das kein weiterer Schaden sei. Alle Länder der Eurozone erhielten das deutliche Signal, dass sie einigermaßen solide wirtschaften müssten, um von der Staatengemeinschaft unterstützt zu werden. Somit werde es einen zweiten Fall „Griechenland“ vermutlich so schnell nicht mehr geben. Das Solidaritätsprinzip in Europa werde wieder einen höheren Stellenwert bekommen, heißt es weiter.

„Die Märkte sollten schnell erkennen, dass eine Eurozone „ohne Griechenland“ eine gute Lösung ist. Auch für Griechenland selbst wird es ohne Euro langfristig einfacher, solide zu wirtschaften. Natürlich kann Griechenland dann nicht mehr wie bisher weit über seine Verhältnisse leben. Die Märkte werden zur Tagesordnung übergehen. Sollten wider Erwarten irrationale Bewegungen einsetzten, könnte die EZB sicher massive Unterstützung leisten. Die Märkte sollten sich beruhigen und von einem tieferen Niveau aus wieder steigen“, so Beer.

Der zweiten Variante zufolge gebe es fünf nach zwölf noch irgendein Agreement und es komme wieder zu einer Lösung mit faulen Kompromissen. Das wäre zwar grundsätzlich eine schlechte Variante, weil es viele neue Milliarden koste, für die die Steuerzahler in ganz Europa gerade stehen müssten und die wieder nicht zurückbezahlt würden. Andererseits sollte auch dieses Szenario die Märkte schnell beruhigen und den Kursen wieder zu positiven Entwicklungen verhelfen, heißt es weiter.

„Kurzfristig können Turbulenzen an den Finanzmärkten auftreten, jedoch stehen die europäischen Unternehmen gut da und früher oder später werden die Unternehmenszahlen für Beruhigung und steigende Kurse sorgen. So oder so ist die Zuspitzung der Situation mit schwachen Tagen interessant für den besonnen und langfristig orientierten Investor. Es dürfte wieder die bewährte Börsenweisheit gelten: Schwache Tage sind meist gute Kauftage, so Beers Fazit.