Der bekannte Hedgefondsmanager Jeffrey Gundlach rechnet mit einem dramatischen Einbruch an den Finanzmärkten und hat Anlegern geraten, sich nach Möglichkeit von Aktien und Anleihen zu trennen.

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    "Alles verkaufen. Nichts sieht hier gut aus", sagte Gundlach in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Gundlach räumte allerdings ein, dass seine Firma DoubleLine Capital weiterhin Gold und Aktien von Goldminenunternehmen besitzt. Beim Goldpreis rechnet Gundlach mit einem Anstieg auf 1.400 Dollar je Feinunze.

    In Bezug auf die Aktienmärkte sieht Gundlach eine große Diskrepanz zwischen den neuen Rekordhochs am US-Aktienmarkt und dem nur schwachen Wirtschaftswachstum und den stagnierenden Unternehmensgewinnen. Erst am Freitag war gemeldet worden, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal nur mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 1,2 Prozent gewachsen war, während die Volkswirte im Schnitt mit einem Plus von 2,6 Prozent gerechnet hatten.

    Gundlach kritisierte erneut die US-Notenbank für Andeutungen zu möglichen Zinserhöhungen, während es der US-Wirtschaft schlecht gehe. "Die Fed hat sich zum Mittagessen verabschiedet. Bekommt die Fed überhaupt mit, was in der Wirtschaft passiert? Es ist unglaublich."

    Auch in Bezug auf Anleihen ist Gundlach "maximal negativ" eingestellt, wie er in dem Interview erklärte. "Man verdient kein Geld. Das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite ist grauenhaft." Allerdings verkaufe sein Hedgefonds niemals alle Anleihen. "Wir sind zu geringeren Gewichtungen übergegangen und haben die Laufzeiten verändert", sagte Gundlach.