Canberra (Godmode-Trader.de) - Jenseits aller Querelen um Strafzölle und Handelsbeschränkungen setzt die Europäische Union weiterhin auf regelbasierten freien Handel. Neben einem Freihandelsabkommen mit Japan sprach Brüssel mit Mexiko über eine Vertiefung des bestehenden Handelsabkommens und will auch mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur Greifbares erreichen.

    Nun hat die EU damit begonnen, an einem umfassenden Freihandelsabkommen mit Australien zu feilen. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström reiste dazu diese Woche in die australische Hauptstadt Canberra zur Eröffnung von ersten Gesprächen mit Ministerpräsident Malcolm Turnbull. Die erste formelle Verhandlungsrunde solle vom 2. bis zum 6. Juli in Brüssel stattfinden, kündigte die Schwedin mit. Am Donnerstag will sie auch Gespräche über ein neues Handelsabkommen mit Neuseeland in Wellington anstoßen.

    Es handelt sich dabei um eine abgespeckte Form eines Handelsabkommen, da der umstrittene besondere Schutz von Investoren außen vor bleibt. Solche Abkommen müssen am Ende nicht von den Parlamenten jedes EU-Staats einzeln ratifiziert werden. Das kürzt den Prozess ab. Für Turnbull liegt der große Vorteil solcher Abkommen in der Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Wir haben Investitionen europäischer Unternehmen im Wert von umgerechnet knapp 100 Milliarden Euro in Australien und mehr als 65 Milliarden Euro von australischen Unternehmen in Europa", sagte Turnbull. Das sei noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

    Turnbull zufolge hat sich seine Regierung „dem Freihandel verschrieben, denn daraus entstehen Jobs“. Deshalb habe Australien auch die Transpazifische Partnerschaft vorangetrieben, nachdem sich die USA unter Präsident Donald Trump zurückgezogen hatten. Das Volumen des Warenhandels zwischen Australien und Europa belief sich im vergangenen Jahr auf 48 Mrd. Euro, das von Dienstleistungen auf 28 Mrd. Euro. Das Freihandelsabkommen könne einen Anstieg des Volumens um 37 Prozent bringen, kündigte Malmström an.