Peking (Godmode-Trader.de) - Die USA und China verhandeln diese Woche in Peking über eine Beilegung ihrer Handelsstreitigkeiten. Unterhändler beider Seiten kamen am Montag zu zweitägigen Verhandlungen zusammen. Es sind die ersten Gespräche seitdem US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Dezember einen 90-tägigen Burgfrieden im Handelskrieg vereinbart hatten.

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    Dass ein Durchbruch oder eine tragfähige Lösung bei den Gesprächen an den Finanzmärkten zu großer Erleichterung führen würde, liegt auf der Hand. Der seit Monaten schwelende Konflikt sorgt für Unsicherheiten über die Konjunkturentwicklung in den USA, China und weltweit. Hoffnungen, dass die Verhandlungen fruchten, machte heute US-Präsident Donald Trump. „Die Gespräche mit China laufen gut!", schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter. Bereits gestern äußerte sich US-Handelsminister Wilbur Ross im Interview mit CNBC zuversichtlich – die Gespräche seien auf einem „angemessenem Level.“

    Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage verzwickt ist. Die USA beklagen unzureichenden Marktzugang, staatlich verordneten Technologietransfer, den Diebstahl geistigen Eigentums und Subventionen. Gibt es nun keine Einigung, droht eine weitere Eskalation. Die USA haben eine Frist bis 1. März gesetzt. Bis dahin wird eine angekündigte weitere Erhöhung der US-Sonderzölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. Dollar von derzeit 10 auf 25 Prozent ausgesetzt. Peking hat bereits ein erstes Entgegenkommen gezeigt. So wurden die Importe von US-Sojabohnen wieder aufgenommen und zusätzliche Zölle auf Autoimporte aus den USA aufgehoben.

    Laut einer Studie sorgen sich auch viele deutsche Unternehmen um die möglichen Folgen des von den USA losgetretenen Handelskonflikts. Sollten sich die Streitigkeiten der Regierung von US-Präsident Trump mit wichtigen Handelspartnern wie China und der Europäischen Union weiter zuspitzen, rechnen laut der Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mehr als 40 Prozent der Firmen hierzulande mit einem Rückgang der Beschäftigung und Produktion in Deutschland. „Die deutsche Wirtschaft ist sehr anfällig für die handelspolitischen Entscheidungen weltweit", sagte IW-Ökonomin Galina Kolev.

    Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) geht im Handelsstreit mit den USA derweil von schwierigen Gesprächen aus. Auch dank deutscher Beteiligung habe man erreicht, dass zwischen den USA und Europa verhandelt wird, sagte Altmaier im ARD-"Morgenmagazin". „Das sind aber ganz schwierige Verhandlungen und wir wissen nach wie vor nicht, wie diese Verhandlungen ausgehen werden."