New York/ Peking (Godmode-Trader.de) - Aus dem chinesischen Handelsministerium hieß es laut einem Bericht von Bloomberg heute, dass sich China und die USA darauf geeinigt hätten, ihren gegenseitigen Zölle auf Warenimporte in mehreren Etappen zu reduzieren. „In den letzten zwei Wochen hatten die führenden Verhandlungsführer ernsthafte, konstruktive Gespräche geführt und sich darauf geeinigt, die zusätzlichen Zölle schrittweise abzuschaffen, sofern Fortschritte bei der Vereinbarung erzielt werden", sagte demnach der Ministeriumssprecher Gao Feng am Donnerstag.

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„Mit Inkrafttreten eines ersten Teil-Abkommens zwischen China und den USA, nehmen beide Seiten zugleich bestehende Zölle im gleichen Verhältnis auf der Grundlage des Inhalts des Abkommens zurück, sagte Gao weiter. Diese Vereinbarung sei eine wichtige Voraussetzung für den Abschluss des Deals, betonte er. Er machte damit klar, dass die offenbar erzielte Einigung, die gegenseitigen Strafzölle gegebenenfalls zu reduzieren, nicht einer Einigung auf ein erstes Handelsabkommen entspricht. An diesem feilten die beiden Seiten weiter.

Die USA haben die Abrede auch noch nicht bestätigt. Sollte Washington dem aber zustimmen, wäre der Weg für die Besiegelung des sog. Phase-1-Deals geebnet und der Handelskrieg entkräftet. Chinas wichtigste Forderung seit Beginn der Verhandlungen war eben die Abschaffung der von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle, die inzwischen für den Großteil der Exporte in die USA gelten.

Die beiden Seiten verhandeln weiterhin darüber, wo und wann ein Phase 1-Vertrag unterzeichnet werden soll. Gao sagte, er habe keine weiteren Informationen über den Ort oder den Zeitpunkt. Ein Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Konterpart Yi Jingping in den USA, wie vom Weißen Haus vorgeschlagen, wurden seitens Peking nach Bloomberg-Informationen als ungünstig bezeichnet. Stattdessen würden nun Standorte auf neutralem Boden in Asien und Europa in Betracht gezogen. Laut US-Regierungskreisen könnte ein Treffen zur Unterzeichnung eines ersten Deals im Dezember nach dem Nato-Gipfel in London erfolgen.

Die beiden größten Volkswirtschaften befinden sich seit vielen Monaten in einem hart geführten Handelsstreit, der auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Nach wiederholten Rückschlägen warten die Investoren weltweit auf eine weitere Bestätigung der Fortschritte zwischen den beiden Seiten. Wie schnell ein Deal erfolgen wird, sei entscheidend, um eine „materielle und langfristig positive Stimmung für den Markt und beide Volkswirtschaften zu erhalten“, sagte Iris Pang, Ökonomin bei der ING in Hongkong zu Bloomberg. Noch sei sie skeptisch, ob zeitnah tatsächliche Fortschritte erzielt werden könnten.