Wie der Datenanalyst Drillinginfo ermittelt hat, ist das Volumen der M&A-Deals im amerikanischen Öl & Gas-Sektor im ersten Vierteljahr zum vierten Quartal 2018 um 91 Prozent eingebrochen - also faktisch zum Stillstand gekommen.

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    Insgesamt wurden im Zeitraum Januar-März nur Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Dollar getätigt, was dem niedrigsten Wert seit zehn Jahren entspricht.

    Es scheint fast so, als ob die Wall Street nach den vielen Jahren des Geldverbrennens jetzt endlich Cashflow präsentiert haben will, bevor es zu erneuten Übernahmen kommen kann.

    Wie aus den jüngsten Daten zum vierten Quartal hervorgeht, konnten es die US-Fracker trotz (oder wegen) immer neuer Produktionsrekorde, bislang nicht schaffen, ihren freien Cashflow (operativer Flow - Capex) ins Positive zu drehen (siehe Chart).

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    Insgesamt 29 Unternehmen wurden von Sightline/IEEFA auf ihre Rentabilität abgeklopft, mit dem Ergebnis, dass im letzten Jahr rund -7 Milliarden Dollar mehr investiert als eingenommen wurde. Allein im vierten Quartal lag dieser Wert bei -2 Milliarden Dollar.

    Diese Zahlen stehen in krassem Widerspruch zu den Hoffnungen der Analysten, die eigentlich für 2018 mit dem endgültigen Durchbruch der US-Erdölindustrie im Sinne von Cashflow gerechnet hatten.

    Relativ positiv zu werten ist wenigstens die Tatsache, dass die Neuverschuldung auf hohem Niveau stabilisiert werden konnte. Für den Querschnitt der 29 Firmen liegt der Wert der langfristigen Verbindlichkeiten seit 5 Jahren etwa konstant bei 116 Milliarden Dollar.

    Die weiteren Aussichten des Sektors hängen stark davon ab, ob die Geldverbrennung kurzfristig gestoppt werden kann. Sollten sich diese Hoffnungen erfüllen könnte vielleicht schon im zweiten Quartal eine große Konsolidierungs-Welle mit vielen M&A-Deal anstehen