Dan Niles ist Manager eines Hedgefonds namens Satori Fund und hatte bereits im Februar vor Kursverlusten durch das Coronavirus gewarnt. Das erste Quartal konnte der Hedgefonds mit einem Gewinn beenden, während die Aktienmärkte weltweit kollabierten.

In einem Interview mit Yahoo Finance! in dieser Woche warnte Niles nun, dass der Crash wohl noch nicht vorüber sei. "Wenn Sie zurückgehen und sich die Geschichte ansehen, ist der Markt seit den 1920er Jahren neun Mal um etwa 30 % gefallen. Das ist also ziemlich normal", sagte Niles. "Man bekommt so etwas alle 10 Jahre und wenn Sie sich [jeden Einbruch] ansehen, bekommen Sie immer diese Bärenmarkt-Rallys."

Während der Weltwirtschaftskrise hätten Anleger innerhalb von 33 Monaten insgesamt 86 Prozent ihres Geldes verloren. Zwischendurch habe es aber acht Bärenmarkt-Rallys gegeben, in denen es durchschnittlich um 24 Prozent nach oben ging. "Also haben diese Rallyes immer wieder Investoren hineingezogen, in dem Sinne, dass Sie dachten, es sei vorbei und dann wurden Sie wieder erwischt." Die Weltwirtschaftskrise entspreche wohl am ehesten der heutigen Situation, so Niles.

Die jüngste Erholung rund um den Monatswechsel führt Niles auch auf das Rebalancing durch Pensionsfonds zurück. Diese großen Fonds müssen regelmäßig ihre Gewichtung von Aktien und Anleihen wieder in Richtung der Zielgewichtung anpassen. Da die Aktienmärkte im März stark gefallen sind, hätten sie rund um den Monatswechsel im Rahmen des Rebalancings Anleihen verkaufen und Aktien kaufen müssen.

Mit Blick auf die Bewertung müsse der Aktienmarkt noch um rund 30 Prozent fallen, nur um eine durchschnittliche Bewertung zu erreichen, sagte Niles mit Blick auf das Verhältnis aus Marktkapitalisierung des Aktienmarktes und US-Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sofern der BIP einbreche, müsse der Markt sogar noch stärker fallen, um eine durchschnittliche Bewertung zu erreichen.

Ein anderer Bewertungsmaßstab führt zu einer ähnlichen Schlussfolgerung. Auch nach dem sogenannten Shiller-KGV von Nobelpreisträger Robert Shiller ist der Markt derzeit noch überbewertet. Das Shiller-KGV erlaubt eine grobe Abschätzung, wie teuer Aktien fundamental in Bezug auf die Gewinnkraft der Unternehmen sind. Im Gegensatz zum normalen Kurs-Gewinn-Verhältnis wird beim Shiller-KGV der Kurs ins Verhältnis zu den inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen auf Sicht der vergangenen 10 Jahre gesetzt. So werden zyklische Schwankungen bei den Gewinnen ausgeglichen.

Derzeit liegt das Shiller-KGV bei 23,2. Um ein durchschnittliches Niveau von rund 17 zu erreichen, müsste der S&P 500 noch um fast 27 Prozent auf ca. 1.827 Punkte fallen. Das bisher tiefste Niveau beim Shiller-KGV lag bei 4,78. Um dieses Bewertungsniveau zu erreichen, müsste der S&P 500 vom aktuellen Niveau sogar um weitere 80 Prozent auf rund 512 Punkte fallen.

Hedgefonds-Manager-warnt-Markt-dürfte-noch-um-30-fallen-Kommentar-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1


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