• Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 11.142,76 Pkt
  • Amazon.com Inc. - Kürzel: AMZ - ISIN: US0231351067
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 3.162,780 $
  • Netflix Inc. - Kürzel: NFC - ISIN: US64110L1061
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 485,950 $
  • Synnex Corp. - Kürzel: SUX - ISIN: US87162W1009
    Börse: NYSE / Kursstand: 132,900 $
  • ams AG - Kürzel: DQW1 - ISIN: AT0000A18XM4
    Börse: XETRA / Kursstand: 19,355 Fr
  • NCR Corp. - Kürzel: NCR1 - ISIN: US62886E1082
    Börse: NYSE / Kursstand: 19,600 $

US-Technologieaktien befinden sich in einer gigantischen Blase und diese Blase ist vermutlich bereits geplatzt. Diese These vertritt der Hedgefondsmanager David Einhorn im Bericht seiner Hedgefondsgesellschaft Greenlight Capital für das dritte Quartal.

"Unsere Arbeitshypothese, die möglicherweise widerlegt wird, lautet, dass der 2. September 2020 der Gipfel war und die Blase bereits geplatzt ist", heißt es in dem Schreiben. Am 2. September hatten die US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 ihr letztes Allzeithoch erreicht. Technologieaktien hatten zu den großen Gewinnern der Corona-Krise und den Treibern der Erholung gehört. So steht der Nasdaq-100-Index aktuell rund 28,5 Prozent höher als Ende 2019.

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Nasdaq-100-Chart

Einhorn führt in seinem Text zehn Argumente an, die dafür sprechen, dass sich der Markt in einer Blase befindet und verweist unter anderem auf den Boom bei Börsengängen, die "außergewöhnlichen Bewertungen" vieler Technologieunternehmen und die hohe Marktkonzentration einiger Einzelwerte und Branchen. So machen die fünf größten Unternehmen rund 20 Prozent des S&P 500 aus und die Technologiebranche insgesamt kommt inzwischen auf 28 Prozent im dem Index.

Auch die "verstärkte Beteiligung von Privatanlegern, die sich scheinbar auf die Namen mit der besten Performance konzentrieren", "unglaubliche Handelsvolumina bei spekulativen Instrumenten wie wöchentlichen Call-Optionen und wertlosen Stammaktien", sowie den "parabolischen Anstieg" zum jüngsten Höchststand führt Einhorn als Argumente an, warum sich der Markt in einer Blase befindet.

Einhorn befürchtet zudem schwere gesellschaftliche Auseinandersetzungen und Verwerfungen nach der anstehenden US-Präsidentschaftswahl, was den Markt zusätzlich belasten könnte. Die Wahl könnte "zu den gefährlichsten Zeiten abgesehen von Krieg in der modernen amerikanischen Geschichte zählen", schreibt Einhorn. Ein "Sturm" aus gesellschaftlichen Problemen wie Ungleichheiten, Gewalt und Forderungen nach sozialem Wandel könnte nach der Wahl explodieren, so Einhorn. Dies gelte unabhängig davon, welche Seite die Wahl gewinne.

Wegen seiner Sichtweise hat Einhorn offenbar auch die Short-Wetten seines milliardenschweren Hedgefonds ausgeweitet. "Wir haben unser Shortbook entsprechend angepasst, einschließlich des Hinzufügens eines neuen Blasen-Korbs von insbesondere zweitrangigen Unternehmen und jüngster Börsengänge, die zu bemerkenswerten Bewertungen gehandelt werden", schreibt Einhorn. Berichten zufolge wettete Einhorn bereits in der Vergangenheit auf fallende Kurse bei Highflyer-Aktien wie Amazon und Netflix.

Zugleich ist Einhorn im dritten Quartal auch neue "mittelgroße" Long-Positionen eingegangen. In seinem Schreiben nennt Einhorn neue Long-Positionen beim IT-Unternehmen Synnex, beim österreichischen Sensorhersteller ams und beim Geldautomatenhersteller NCR.

Auch wenn manche Argumente überzeugend klingen, sollte man die Ausführungen von Einhorn vielleicht nicht überbewerten. Denn bereits Anfang 2016 hatte Einhorn vor dem Platzen einer Blase am US-Aktienmarkt gewarnt, die Kurse waren anschließend aber weiter in die Höhe geschossen. "Offensichtlich haben wir uns geirrt", schreibt Einhorn nun zur früheren Fehleinschätzung. Mit seiner bärischen Sichtweise hat Einhorn in den vergangenen Jahren viel Geld verloren. Im laufenden Jahr hat Greenlight Capital ein Minus von 16,1 Prozent bis Ende September verbucht, nach bereits deutlichen Verlusten in den Jahren 2019 und 2018.


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