Kuala Lumpur (Godmode-Trader.de) - Palmöl ist das weltweit am stärksten konsumierte Pflanzenöl und in vielen verarbeiteten Lebensmittelprodukten enthalten.

Die rasante Preisrally auf den Speiseöl-Märkten ist im Wesentlichen von Palmöl angetrieben worden. Dies wiederum hat sich auch auf die allgemeinen Lebensmittelkosten ausgewirkt. Die Teuerung bei Palmöl resultiert im niedrigeren Angebot des weltweit zweitgrößten Produzentenland Malaysia, wo die Erzeuger mit einem ausgeprägten Arbeitskräftemangel konfrontiert sind. Gerade als das Land sich anschickte, die Beschränkungen für die Einreise von Wanderarbeitern zu lockern, um die Palmölproduktion wieder hochzufahren, tauchte der Omicron-Stamm auf und stellt die Branche nun vor neue Herausforderungen.

Führende Plantagenmanager warnen davor, dass weitere Schließungen die Ankunft von Arbeitskräften verzögern und die Palmölversorgung im kommenden Jahr einschränken werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Die börsennotierte FGV Holdings Bhd. vermittelt derzeit gut 70 Prozent der benötigten Arbeitskräfte auf den Plantagen und hofft, dass die erste Gruppe von 7.000 ausländischen Arbeitskräften bis zum Ende des ersten Quartals eintreffen wird. „Der Omicron-Ausbruch birgt das Risiko, dass sich der akute Arbeitskräftemangel im malaysischen Palmensektor nicht nur verlängert, sondern noch verschärft, wenn wichtige Länder wie Indonesien, Bangladesch und Indien auf die Verbotsliste gesetzt werden", erklärte Carl Bek-Nielsen, Chief Executive Director von United Plantations Bhd. gegenüber Bloomberg,

Malaysias Palmölproduktion könnte in diesem Jahr unter die Marke von 18 Mio. Tonnen fallen, so die Einschätzung einer Erzeugergemeinschaft, die 40 Prozent der Anbauflächen repräsentiert. Das wäre ein Rückgang von mindestens 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das niedrigste Jahresvolumen seit 2016. Thomas Mielke, geschäftsführender Direktor von Oil World, hofft laut Bloomberg auf bessere Zeiten. Der angespannte Markt dürfte seinen Höhepunkt erreicht haben und könnte sich in den kommenden Monaten entspannen, wenn sich das Angebot erholt.