• Henkel AG & Co. KGaA Vz - Kürzel: HEN3 - ISIN: DE0006048432
    Kursstand: 62,300 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung
  • Evotec SE - Kürzel: EVT - ISIN: DE0005664809
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  • Henkel AG & Co. KGaA Vz - WKN: 604843 - ISIN: DE0006048432 - Kurs: 62,300 € (XETRA)
  • Evotec SE - WKN: 566480 - ISIN: DE0005664809 - Kurs: 19,700 € (XETRA)
  • Volkswagen AG Vz. - WKN: 766403 - ISIN: DE0007664039 - Kurs: 147,000 € (XETRA)
  • Sixt SE - WKN: 723132 - ISIN: DE0007231326 - Kurs: 90,300 € (XETRA)
  • TUI AG - WKN: TUAG00 - ISIN: DE000TUAG000 - Kurs: 1,564 € (XETRA)
  • Allianz SE - WKN: 840400 - ISIN: DE0008404005 - Kurs: 172,540 € (XETRA)
  • PepsiCo Inc. - WKN: 851995 - ISIN: US7134481081 - Kurs: 168,730 $ (Nasdaq)
  • Apple Inc. - WKN: 865985 - ISIN: US0378331005 - Kurs: 154,480 $ (Nasdaq)
  • UnitedHealth Group Inc. - WKN: 869561 - ISIN: US91324P1021 - Kurs: 523,550 $ (NYSE)
  • Beyond Meat Inc - WKN: A2N7XQ - ISIN: US08862E1091 - Kurs: 17,060 $ (Nasdaq)
  • Nikola Corp. Registered Shares o.N. - WKN: A2P4A9 - ISIN: US6541101050 - Kurs: 4,580 $ (Nasdaq)
  • Amazon.com Inc. - WKN: 906866 - ISIN: US0231351067 - Kurs: 124,660 $ (Nasdaq)
  • BMW AG - WKN: 519000 - ISIN: DE0005190003 - Kurs: 76,070 € (XETRA)
  • Uniper SE - WKN: UNSE01 - ISIN: DE000UNSE018 - Kurs: 4,176 € (XETRA)

Überraschendes Lebenszeichen des US-Häusermarktes

Ukraine: Separatistengebiete stimmen über Russland-Beitritt ab

Deutsche Erzeugerpreise kennen kein Halten mehr

Chinas Notenbank lässt Leitzinsen unverändert

Deutsche Gasspeicher zu 90 Prozent gefüllt

Porsche-Aktie: Beginn der Zeichnungsfrist

Henkel erhöht Umsatzziele

Porsche-Aktien heiß begehrt

IPO: Porsche-Vorstand winkt millionenschwerer Bonus

Markt

Vor dem mit Spannung erwarteten Fed-Zinsentscheid am Mittwoch und angesichts einer weiteren möglichen Eskalation in der Ukraine haben die Aktienmärkte am Dienstag den Rückwärtsgang eingelegt. Der DAX verlor im Xetra-Handel 1,03 Prozent auf 12.670,83 Punkte. Im Osten der Ukraine wollen die selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donetsk über einen Beitritt zu Russland abstimmen lassen. Russland hat zudem Gesetzesänderungen beschlossen, die auf eine Verhängung des Kriegsrechts und eine Mobilmachung hindeuten könnten. Die US-Notenbank Fed dürfte am Mittwoch unterdessen den Leitzins erneut deutlich anheben. Als wahrscheinlich gilt nochmals eine Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte, einige Experten sehen aber auch eine noch massivere Anhebung im Bereich des Möglichen, die sogenannte Jumbo-Variante um gleich 100 Basispunkte. Im Vorfeld des Entscheids ist die Nervosität zum Greifen spürbar, was sich in schwankenden Kursen zeigt.

Analysen & Artikel des Tages

DAX - Tagesausblick: Über 12600 gibt es Anstiegschancen bis...

EUR/USD-Tagesausblick - Warten auf die FED

Die Erzeugerpreise explodieren weiter

Unternehmen & Branchen

Der angeschlagene Energiekonzern Uniper steht vor einer Mehrheitsübernahme durch den deutschen Staat. Das Unternehmen bestätigte am Dienstag Gespräche mit dem Mehrheitsaktionär Fortum und dem Bund über eine Änderung des Stabilisierungspaktes. Demnach sei nun eine Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro unter Bezugsrechtsausschluss vor, die ausschließlich durch den Bund gezeichnet werden soll. Darüber hinaus soll der Bund die derzeit von Fortum gehaltenen Uniper-Aktien erwerben. Dadurch soll der Bund eine "signifikante Mehrheitsbeteiligung" an Uniper erhalten. Es wurde aber noch keine Vereinbarung final geschlossen.

Der Getränkeriese PepsiCo hat seine Produktion in Russland sechs Monaten nach Kriegsausbruch in der Ukraine nun eingestellt. Die Herstellung von Konzentraten für PepsiCola, Mirinda, 7Up und Mountain Dew in Russland sei beendet worden, teilte der Konzern gegenüber Reuters mit. Untersuchungen von Reuters in Supermärkten, Einzelhändlern und Fitnessstudios hatte im Sommer ergeben, dass entgegen den Versprechungen Dosen und Flaschen von Pepsi noch im Verkauf waren.

Der iPhone-Konzern Apple wird die Preise in seinem App Store ab kommenden Monat in allen Ländern, die die Euro-Währung verwenden, sowie in Japan und Malaysia anheben. Die neuen Preise, mit Ausnahme automatisch verlängerbarer Abonnements, würden am 5. Oktober in Kraft treten.

Bereits seit einiger Zeit will der Versicherer UnitedHealth den Konzern Change Healthcare übernehmen, ein Zahlungsabwickler für die Gesundheitsbranche. Nun hat am Montag ein Richter kartellrechtliche Einwände des Justizministeriums bereite gewischt, womit die 7,8 Milliarden Dollar schwere Transaktion wahrscheinlicher wird.

Der Chief Operating Officer (COO) von Beyond Meat, Doug Ramsey, wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen, nachdem er nach einem College-Football-Spiel in Arkansas mutmaßlich einem Mann in die Nase gebissen hatte. Das berichtet unter anderem die BBC. Er wurde festgenommen und angeklagt. Zu dem Vorfall soll es bereits am Samstagabend gekommen sein. Ramsey soll dem Mann regelrecht „das Fleisch von der Nase abgerissen" haben, wie ein lokaler Nachrichtensender berichtete.

Der US-Elektro-Lkw-Hersteller Nikola will sein Europageschäft ausbauen. „Wir wollen als David gegen die Goliaths im Markt bestehen", sagte Nikola-Manager Michael Lohscheller im Gespräch mit dpa-AFX. „Da sehen wir gute Chancen mit unseren Batterie- und Wasserstoff-Lkw. Denn die etablierten Hersteller beschäftigen sich ja noch viel mit Technologie der letzten Dekade.“

Amazon hat mit dem Technologieunternehmen für erneuerbare Kraftstoffe, Infinium, eine Vereinbarung unterzeichnet, demzufolge der Online-Händler seine US-Transportflotte ab 2023 mit E-Fuel versorgen kann. Geplant ist die Lieferung von Co2-armen Treibstoff für ca. fünf Mio. Fahrten pro Jahr.

BMW-Chef Oliver Zipse bleibt trotz heraufziehender Rezession zuversichtlich für sein Unternehmen. „Die Automobilindustrie ist ein Wachstumsmarkt", sagte er auf dem Betriebswirtschafter-Tag der Schmalenbach-Gesellschaft. Es gebe „da draußen ein Wachstumssegment und einen ungebrochenen Bedarf an individueller Mobilität.

Um die Porsche-Aktien ist ein Hype entstanden: Eine der begleitenden Banken berichtete laut Reuters kurz nach Beginn der Zeichnungsfrist am Dienstag, die Bücher seien „über die ganze Preisspanne vielfach überzeichnet“. Die Papiere der Volkswagen-Tochter sollen in einer Spanne zwischen 76,50 und 82,50 Euro je Schein angeboten werden. Die Zeichnungsfrist soll am 28. September enden, einen Tag vor dem geplanten Börsengang. Ab dann wird Porsche einen Teil seiner Vorzugsaktien frei am Finanzmarkt handeln lassen. Insgesamt werden knapp 114 Mio. Aktien ausgegeben. Die Nachfrage nach den Papieren erreicht bereits ein deutlich zweistelliges Milliardenvolumen. Volkswagen- und Porsche-CEO Oliver Blume sowie seinen Porsche-Vorstandskollegen dürfen sich bei einem erfolgreichen IPO über hohe Aktienboni freuen. Je nach dem Ausgabepreis für die Vorzugsaktien soll Blume virtuelle Porsche-Aktien für 1,05 bis 3,15 Mio. Euro zugeteilt bekommen, die übrigen Vorstände virtuelle Aktien für 600.000 bis 1,8 Mio. Euro, wie aus dem Börsenprospekt weiter hervorgeht.

Der Reisekonzern TUI ist im Sommer fast zu seinem Buchungsniveau von 2019 zurückgekehrt. Im Sommerprogramm seines Geschäftsjahrs 2021/22 (30. September) lagen die Buchungen bei 91 Prozent des Niveaus von 2019, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. TUI zählte für sein Sommerprogramm dieses Jahr 12,9 Mio. Buchungen. Das waren 1,4 Mio. mehr im Vergleich zur Mitteilung zum Sommergeschäft Anfang August.

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat erneut seine Umsatzziele für das laufende Jahr angehoben und erwartet in 2022 nur ein organisches Wachstum von 5,5 bis 7,5 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag im Vorfeld seines Kapitalmarkttages in Düsseldorf mitteilte. Zuvor hatte Henkel 4,5 bis 6,5 Prozent Umsatzwachstum angepeilt. Grund der abermaligen Anhebung ist das stark laufende Klebstoffgeschäft. Die Sparte habe auch im dritten Quartal ihr starkes organisches Umsatzwachstum fortgesetzt, hieß es. Hier erwartet Henkel nun für 2022 ein Plus von zehn bis zwölf Prozent und damit jeweils zwei Prozentpunkte mehr als zuvor.

Die Allianz verstärkt über ihre Start-up-Einheit Allianz X das Engagement im asiatischen Bankenmarkt. Ein Konsortium, das vom Allianz-Portfoliounternehmen Welab angeführt wird, habe zu gleichen Teilen mit einer Tochter von PT Astra International TBK 99,1 Prozent an der indonesischen Geschäftsbank PT Bank Jasa Jakarta erworben, teilte der Konzern mit.

Beim Autovermieter Sixt sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 70 Prozent der Flotte aus Hybriden oder reinen Elektroautos bestehen. Bis Ende 2023 sollen es weltweit rund 12 bis 15 Prozent sein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Wert Unternehmensangaben zufolge bei rund 10 Prozent.

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat vom US-Verteidigungsministerium erneut einen Auftrag erhalten. Die Tochtergesellschaft Just - Evotec Biologic (in Seattle) soll für die Entwicklung von auf monoklonalen Antikörpern ("mAb") basierenden Arzneimittel-Prototypen gegen die Pest bis zu 49,9 Mio. US-Dollar erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Evotec wurde bereits in den vergangenen Jahren immer wieder von der US-Regierung beauftragt - zuletzt vor allem im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Nachdem am heutigen Dienstag die Arbeiten für ein Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) in Lubmin anliefen, können die ersten vorbereitenden Bauarbeiten auch am Standort Stade beginnen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), habe die Genehmigungen für erste Teilarbeiten gegeben, teilte das Energieministerium in Hannover mit. Damit sollen nun etwa nötige Deichüberfahrten und Spundwände gebaut sowie Baggerarbeiten im Hafenbecken vorgenommen werden. Mit zusätzlichen LNG-Importen will Deutschland unabhängiger von russischem Gas werden. Das Terminal in Stade soll von der Hanseatic Energy Hub GmbH betrieben werden und voraussichtlich Ende 2023 zur Verfügung stehen.

Die deutsche Pharmaindustrie wird einer Studie zufolge noch jahrelang von Corona-Impfstoffen profitieren. Bis 2030 ergebe sich daraus ein zusätzlicher Produktionswert von 16,1 Milliarden Euro, heißt es in einer Analyse des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Die wirtschaftlichen Effekte seien konservativ geschätzt, so die Autoren.

Elke König, Chefin der Bankenabwicklungsbehörde SRB, sieht keine große Gefahr, dass die Energiekrise und die drohende Rezession auch auf den Bankensektor überspringen. Die Bilanzen der Geldhäuser hätten sich verbessert und böten eine solide Grundlage. Aufgrund der höheren Zinsen sei die Profitabilität der Branche auch so gut wie lange nicht mehr, zitiert die „Börsen-Zeitung".

Der deutsche Chemieverband warnt vor Produktionsverlagerungen ins Ausland. Die Lage spitze sich extrem zu, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup, im Gespräch mit Reuters. „Die Preise können mittlerweile immer schlechter weitergegeben werden“.

Konjunktur & Politik

Die international nicht anerkannten "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine haben für den Zeitraum vom 23. bis 27. September Referenden angekündigt, in denen die Bevölkerung über einen Beitritt der Gebiete zu Russland abstimmen soll. Russland hat signalisiert, die Gebiete beim entsprechenden Ausgang der Referenden aufnehmen zu wollen. Aus Sicht des Westens und der Ukraine handelt es sich allerdings um illegale Scheinreferenden. Befürchtet wird eine Eskalation des Krieges, weil Russland die Gebiete auch mit Atomwaffen verteidigen könnte, wenn diese zu seinem Staatsgebiet gehören. Das russische Parlament nahm außerdem in Eilverfahren Gesetzesänderungen vor, die auf eine Verhängung des Kriegszustandes und eine Mobilmachung hindeuten könnten.

Die Zahl der Neubauten auf dem US-Häusermarkt ist im August kräftig gestiegen. Die Baubeginne stiegen zum Vormonat um 12,2 Prozent, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Analysten hatten nur mit einem leichten Anstieg knapp über Stagnation gerechnet. Die Zahl der Baugenehmigungen fiel hingegen um 10,0 Prozent. Hier war ein Rückgang um 4,6 Prozent erwartet worden.

Ob steigende Inflation, ein überhitzter Arbeitsmarkt oder ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Ökonomen sind sich über den Zustand der US-Wirtschaft nicht ganz im Klaren. „Wir haben zwei Quartale mit einem rückläufigen Bruttoinlandsprodukt hinter uns, was mit einer Rezession einhergeht. Aber wir haben ein unglaublich starkes Beschäftigungswachstum. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr", sagte Claudia Sahm, Gründerin von Sahm Consulting und ehemalige Ökonomin des Federal Reserve Board, dem TV-Sender CNBC.

JPMorgan Chase-Vorstandschef Jamie Dimon will dem Kongress, dass die US-Wirtschaft vor trüben Zeiten steht, wie aus einer vorbereiteten Stellungnahme hervorgeht. Dimon, der zusammen mit den CEOs der wichtigsten US-Banken am Mittwoch und Donnerstag bei Anhörungen im Kongress aussagen wird, wird die konkurrierenden Kräfte skizzieren, die die Wirtschaft des Landes belasten. Starke Verbraucherausgaben und ein robuster Arbeitsmarkt deuten auf Widerstandsfähigkeit hin, aber festgefahrene Lieferketten, der Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und die Bemühungen der US-Notenbank, diese einzudämmen, signalisieren härtere Zeiten, so Simon.

Der deutsche Staat verfügte im vergangenen Jahr über so viel Finanzvermögen wie nie. Bargeld, Einlagen, Wertpapiere, Ausleihen und andere Forderungen summierten sich, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, Ende 2021 auf 1,1 Billionen Euro. Gegenüber 2020 ist das ein Plus von 6,1 Prozent oder 63,2 Mrd. Euro. Die Schulden der öffentlichen Hand beliefen sich zum gleichen Zeitpunkt auf rund 2,3 Billionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 27.922 Euro, die gegenüber 2020 um 1.782 Euro pro Kopf anstieg.

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat nach einem Überschuss wieder ein Defizit verbucht. Das Minus betrug im Juli etwa 20 Milliarden Euro, wie die Europäische Zentralbank (EZB) heute in Frankfurt mitteilte. Im Juni war noch ein Überschuss von 4 Milliarden Euro vermeldet worden. Davor hatte es drei Defizite in Folge gegeben.

Während die ukrainischen Streitkräfte im Osten des Landes weiter auf russisch-kontrolliertes Territorium vorstoßen, wie der Präsident Wolodymyr Selenskyj ausführte, beeilen sich die Russen Fakten zu schaffen. Die von Russland unterstützten Separatisten in der Volksrepublik Luhansk (LPR) wollen zwischen dem 23. und 27. September ein Referendum über den Beitritt zu Russland abhalten, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den stellvertretenden Parlamentssprecher der Separatisten in der Region. Neben Luhansk kündigen auch die Separatisten in der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk ein Referendum über einen Beitritt zu Russland an. Dieses werde ebenfalls vom 23. bis 27. September abgehalten, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf lokale Behörden. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew begrüßt die Pläne: „Nach der Durchführung der Beitrittsreferenden und der Aufnahme der neuen Territorien in den Bestand Russlands nimmt die geopolitische Transformation in der Welt unumkehrbaren Charakter an", schrieb Medwedew auf Telegram. Russland könne nach dem Beitritt der Gebiete „alle Mittel des Selbstschutzes" anwenden.

Die umstrittene Gasumlage zur Stützung großer Gasimporteure steht angesichts einer möglichen Verstaatlichung des Versorgers Uniper auf der Kippe. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat nach Informationen der dpa „finanzverfassungsrechtliche Zweifel". Auch soll Habeck demnach angedeutet haben, dass der Finanzierungsbedarf für die Gasversorger deutlich höher liege als noch bei der Aushandlung des ersten Rettungspakets für Uniper.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die anlasslose Vorratsdatenspeicherung in Deutschland für nicht vereinbar mit europäischem Recht erklärt. Die Kommunikationsdaten aller Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht ohne Anlass gespeichert werden dürften, so das Gericht. Eine gezielte und zeitlich begrenzte Speicherung der Daten sei nur bei einer ernsten Bedrohung für die nationale Sicherheit möglich. Zur Bekämpfung schwerer Kriminalität könne auch eine Vorratsspeicherung der IP-Adressen möglich sein C-793/19 und C-794/19). Die deutsche Regelung kann nach Ansicht der Richter sehr genaue Schlüsse auf das Privatleben der Personen ermöglichen - etwa auf Gewohnheiten des täglichen Lebens oder das soziale Umfeld. Damit könne ein Profil dieser Personen erstellt werden. Dies sei ein Grundrechtseingriff, der eine gesonderte Rechtfertigung erfordere, so die Richter. Die Bundesregierung hatte die Anwendung der Vorratsdatenspeichuenrg nach 2017 ausgesetzt, war in dem von der SpaceNet AG angestrengten und gewonnenen Fall vor dem OVG Köln aber in Berufung vor das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) gegangen. Dieses wiederum legte den Fall dem EuGH vor, der heute dazu entschied. Nun geht der Fall zurück an das BVerwG. Die SpaceNet AG, die die Klage angestrengt hatte, begrüßte das Urteil: „Nach sechs Jahren Verfahren sind wir froh, dass das Thema Vorratsdatenspeicherung endlich geklärt ist. Jetzt herrscht wieder Rechtssicherheit für die Internetbranche, unsere Kunden und alle Bürger", sagte der Vorstand der SpaceNet AG, Sebastian von Bomhard. Bei den Beratungen der Ampel-Regierung über eine Nachfolgeregelung zur Vorratsdatenspeicherung müssten jetzt zwei Dinge berücksichtigt werden, forderte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke: In welchem Umfang Daten an die Ermittlungsbehörden übergeben würden, dürfe nicht im Ermessen der Telekommunikationsanbieter liegen. Außerdem schränke eine kurze Speicherdauer den Nutzen drastisch ein.

Nach dem Bekanntwerden eines Ventilschadens im Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern fordert der Bund Naturschutz (BN) die sofortige Abschaltung des Atommeilers. Das aufgetretene Leck mache deutlich, „dass Fragen der Sicherheitsanforderungen bei der politischen Debatte über eine Laufzeitverlängerung von CDU und CSU systematisch ignoriert werden", kritisierte die grüne Umweltministerin Lemke. Für eine Laufzeit über das Jahresende hinaus müsste das Atomkraftkraftwerk Isar 2 in Bayern zur Reparatur für etwa eine Woche stillgelegt werden.

Die schwedische Notenbank stemmt sich mit einer kräftigen Zinsanhebung gegen die hohe Inflation im Land. Der Leitzins steigt um einen ganzen Prozentpunkt auf 1,75 Prozent, wie die Reichsbank heute in Stockholm bekanntgab. Es ist die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr. Analysten hatten zwar mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik gerechnet, mehrheitlich allerdings einen Schritt um 0,75 Prozentpunkte erwartet.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus vorzugsweise mit den neuen auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoffen. Dabei könnten sowohl der auf die Omikron-Variante BA.1 angepasste Booster als auch die auf die Subvarianten BA.4/BA.5 abgestimmten Impfstoffe eingesetzt werden.

Russland will seine Gas-Ausfuhrsteuern auf bis zu 50 Prozent erhöhen, wie das Blatt "Kommersant" berichtete. Im Gespräch seien Erhöhungen um insgesamt drei Bio. Rubel (rund 50 Mrd. Euro). Mit dem Geld soll das drohende Haushaltsloch gestopft werden. Das Finanzministerium in Moskau rechnet mit einem Haushaltsdefizit von 1,2 Prozent des BIP in diesem Jahr.

Die CSU im Bundestag hat Wirtschaftsminister Robert Habeck einen unverantwortlichen Umgang mit der Energiekrise vorgeworfen. Die Lage sei, was die Versorgungssicherheit anbelangt, ausgesprochen ernst, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Dass der Minister auf ein bisschen Glück im Winter hoffe, sei unverantwortlich gegenüber Bürgern, Betrieben und dem Land.

Der türkische Präsident Recep Tayyin Erdogan hat die Rückgabe der von Russland besetzten Gebiete an die Ukraine gefordert. „Wenn in der Ukraine ein Frieden hergestellt werden soll, wird natürlich die Rückgabe des besetzten Landes wirklich wichtig. Das wird erwartet", sagte Erdogan dem US-Sender PBS.

Die EU-Staaten haben am Dienstag weitere EU-Finanzhilfen in Höhe von fünf Mrd. Euro für die Ukraine formal freigegeben. Das Darlehen solle dafür sorgen, dass der ukrainische Staat und wichtige Infrastruktur trotz des russischen Kriegs gegen das Land weiter funktionieren könnten, sagte der tschechische Finanzminister Zbynek Stanjura.

In der Wirtschaft gelten die Erzeugerpreise als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Vor einem Jahr lagen die Produzentenpreise hierzulande noch bei 12 Prozent und die jährliche Inflationsrate bei 4,1 Prozent. Dieses Jahr herrscht ein ganz anderes Preisniveau. Wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte, legten die Produzentenpreise im August gegenüber dem Vorjahresmonat um satte 45,8 Prozent zu. Das ist deutlich mehr als der Zuwachs im Juli von 37,2 Prozent und der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1949. Die Erwartungen von Analysten wurden erheblich übertroffen. Auch im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise so stark wie nie zuvor. Der Anstieg von Juli auf August betrug 7,9 Prozent. Analysten hatten lediglich einen Zuwachs um 2,4 Prozent erwartet. Hauptgrund für die Explosion der Erzeugerpreise ist laut dem Bundesamt die Entwicklung der Energiepreise. Diese lagen im August 139 Prozent höher als vor einem Jahr. Allein zum Vormonat verteuerte sich Energie um mehr als 20 Prozent. Strom war knapp 175 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Erdgas kostete mit 210 Prozent mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) will in Zeiten der Energiekrise und explodierender Kosten den Mietern unter bestimmten Bedingungen einen Kündigungsschutz offerieren. „Wie schon im Zuge der Corona-Pandemie werden die sozial orientierten Wohnungsunternehmen auch in der Energiekrise keine Kündigungen aufgrund von Zahlungsverzug bei den Nebenkostenabrechnungen vornehmen“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Niemand solle seine Wohnung wegen krisenbedingter Zahlungsschwierigkeiten verlieren, betonte Gedaschko. In Abstimmung mit den Mieterinnen und Mietern sollen demnach individuelle Lösungen und Ratenzahlungen verabredet werden.

Die chinesische Zentralbank PBoC hat die Leitzinsen wie erwartet nicht verändert. Der Satz für einjährige Kredite (LPR) verharrte bei 3,65 Prozent, der Zins für fünfjährige Kredite bei 4,30 Prozent, wie die People’s Bank of China am Dienstag in Peking mitteilte. Im Vormonat hatte die PBoC noch mit einer Zinssenkung der Corona-geschundenen Wirtschaft und dem kränkelnden Immobilienmarkt des Landes mit einer Zinssenkung gestützt. Die meisten Kredite in China laufen auf dem einjährigen Zins, der Schlüsselzins für fünfjährige Darlehen beeinflusst die Hypotheken.

Die Gasspeicher in Deutschland sind für den Winter mittlerweile zu gut 90 Prozent gefüllt, wie aus Daten der europäischen Plattform zur Gasspeicherung (Agsi) hervorgeht. Demnach lag der Wert am vergangenen Sonntag bei 90,07 Prozent - 0,32 Prozentpunkte mehr als am Vortag. Die Füllstandsangaben werden immer mit Verzögerung gemeldet. Bis November sollen es laut Verordnung 95 Prozent sein.


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