Erfahrene Anleger wissen, dass die mit Abstand besten Investmentgelegenheiten stets dort zu finden sind, wo kaum jemand hinsieht. Im Herbst 2018 gibt es im weltweiten Anlageuniversum einen Sektor, der diese Voraussetzung so idealtypisch erfüllt, wie kein anderer:

Während bei Aktien, Anleihen, Immobilien und sogar Kunstgegenständen oder Oldtimern in den vergangenen Jahren global betrachtet historische Preisblasen aufgepumpt wurde, fristen die beiden Edelmetalle Gold und Silber inklusive der Minenaktien ein Schattendasein.

Mehr noch: An den Edelmetall-Terminmärkten haben sich historische Schieflagen gebildet. Noch nie in der Geschichte wurden etwa beim Silber so hohe Short-Positionen registriert wie im Spätsommer 2018. Die historische Situation lässt die folgende Grafik erahnen:

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Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass diesen enormen Silber-Short-Postionen der breiten Masse erstmals seit fast zwei Jahrzehnten Netto-Long-Bestände der kommerziellen Marktteilnehmer gegenüberstehen. Interessanterweise werden diese Long-Positionen Ende September bereits mehrere Wochen in Folge registriert.

Das bedeutet: Während Trader und Spekulanten rekordhohe Short-Bestände aufgebaut haben, also von fallenden Kursen ausgehen, sind die gut informierten Kreise, etwa die Edelmetall-Produzenten, erstmals seit rund 17 Jahren „Long“ positioniert. Sie rechnen also mit steigenden Gold- und Silbernotierungen.

Dabei muss man berücksichtigen, dass die kommerziellen Händler diejenigen sind, die stets auf der richtigen Seite des Marktes stehen, während Trader und Spekulanten der Herde folgend in der Regel falsch positioniert sind.

Hier hat sich eine Gemengelage aufgebaut, die in den kommenden Monaten einen enormen „Short-Squeeze“ auslösen könnte: Wenn bestehende Short-Positionen geschlossen werden, weil die Preise entgegen der Mehrheitsmeinung nicht mehr weiter fallen, führt dies zu extremen Kursanstiegen.

Ganz besonder profitieren sollten von einem solchen Ereignis die Edelmetall-Aktien.

Hinzu kommt folgende Beobachtung: In den vergangenen Jahren hat die US-Großbank JP Morgan (JPM) rund 150 Millionen Unzen an physischem Silber eingesammelt. In der Vergangenheit hat gerade dieses Institut bei wichtigen Weichenstellungen im weltweiten Finanzsystem stets an zentralen Schlüsselpositionen gestanden. Schon bei der Gründung der US-Notenbank im Jahr 1913 und dem vorausgegangenen Börsencrash des Jahres 1907 war JP Morgan maßgeblich involviert.

Denkbar wäre daher, dass die Bank mit ihren enormen physischen Silber-Beständen Engpässen bei der Auslieferung von physischem Silber vorbeugen will. Die folgende Abbildung zeigt den Anstieg der physischen Silberbestände in den Tresoren der Bank seit dem Jahr 2012.

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Gleichzeitig ist im Herbst 2018 eine geradezu groteske Unterbewertung des gesamten Edelmetall- und Minensektors in Relation zu den Aktienmärkten festzustellen. Deutlich wird dies in den beiden folgenden Abbildungen:

In Relation zum breiten Aktienmarkt waren die Minenwerte in den vergangenen Jahrzehnten nur einmal so preiswert wie heute. Und zwar auf dem Tiefpunkt einer rund 20 Jahre währenden Minenbaisse zur Jahrtausendwende. Seinerzeit notierte der Goldpreis bei rund 250 US-Dollar je Unze. Was folgte, war eine jahrelange Aufwärtsbewegung, die den Goldpreis in der Spitze bis auf 1.900 US-Dollar je Unze im Sommer 2011 führte. Heute ist die Ausgangslage wieder so ähnlich. Achten Sie auf die beiden grünen Markierungen in der folgenden Abbildung.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der direkte Vergleich des Goldminen-Index XAU mit dem S&P 500 und der US-Technologiebörse NASDAQ. Die folgende Abbildung zeigt die Unterbewertung des breit gefassten Minenindex in Relation zu den beiden US-amerikanischen Aktien-Flaggschiffen.

Grafik: Goldminen SPX und NASDAQ Vergleich

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Quelle: McEwen Mining

Wie die kommenden Jahre im Minensektor verlaufen könnten, das lässt die folgende Grafik erahnen: Die Abbildung zeigt, wie sich Bullenmärkte bei den Minenwerten in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben. Die rote Linie bildet den Verlauf der Minenaktien seit dem Start des jüngsten Bullenmarktes der Edelmetall-Aktien Anfang 2016 ab. Statistisch gesehen ist die Chance demnach groß, dass der gesamte Sektor nunmehr für einige Jahre aufwärts tendieren wird.

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Quelle: McEwen Mining

Interessant ist an dieser Stelle, dass ausgewählte Minenaktien bereits seit Anfang 2016 deutlich besser abschneiden, als die medial gefeierten großen Indizes wie der Dow Jones oder der S&P 500. Diesen „unsichtbaren Bullenmarkt“ zeigt die folgende Grafik am Beispiel der Aktie von McEwen Mining (MUX).

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Quelle: McEwen Mining

Fazit und Empfehlung:

Die historischen Short-Positionen auf den Edelmetall-Papiermärkten sollten in nicht allzu ferner Zukunft zu einem Ereignis führen, das den Erwartungen der Masse diametral zuwiderläuft: Während „Hinz und Kunz“ auf weiter fallende Gold- und Silberpreise spekuliert, sind längst die Zutaten angerichtet für einen „Short-Squeeze“ der in die Geschichtsbücher eingehen dürfte.

Wichtig ist dabei der folgende Aspekt: Wenn die Commercials erstmals seit der Kapitulation im Edelmetall-Sektor zur Jahrtausendwende nach einem 20 Jahre währenden Bärenmarkt wieder auf der Long-Seite stehen, dann sollte man mittelfristig nicht von einer „normalen“ technischen Gegenbewegung im Edelmetall-Sektor ausgehen. Zu erwarten ist vielmehr der Startschuss für eine mehrjährige Aufwärtsbewegung, sobald die Stimmung im Edelmetall-Sektor nachhaltig dreht.

Anleger, die im Herbst 2018 bei anhaltender "Totengräberstimmung" jede Kursschwäche bei Gold, Silber und den Minenaktien „kalt lächelnd“ für weitere Zukäufe nutzen, werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Gewinnern der kommenden Jahre gehören.

Wie an der Börse üblich, kann das alles noch etwas dauern, doch eine einfache Rechnung relativiert auch eine längere Warteperiode:

Wer heute in ausgewählte Goldminen-Aktien investiert und dabei mit einer Verfünf- oder Verzehnfachung des eingesetzten Kapitals innerhalb der kommenden fünf Jahre kalkuliert, was nach aller Erfahrung noch konservativ geschätzt ist, der kann damit eine Rendite erwirtschaften, die in der Vergangenheit mit kaum einer anderen Anlage erzielt wurde – mit Ausnahme der Bitcoins, deren Hype jedoch längst wieder in sich zusammengefallen ist.

In den vergangenen Jahren starteten Aufwärtsbewegungen bei Gold, Silber und den Minenaktien übrigens mehrfach um die Zeit der Münchner Edelmetall-Messe herum. In diesem Jahr findet die Veranstaltung vom 9. bis 10. November 2018 statt.

Anleger, die noch Minenwerte oder physische Bestände zu Ausverkaufspreisen einsammeln wollen, könnten dies bei ihren Planungen berücksichtigen.

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.