Sind die internationalen Gläubiger in den Verhandlungen mit Griechenland eingeknickt? Einem Medienbericht zufolge will die Eurogruppe das vom Bankrott bedrohte Land mit einem ultimativen Angebot vor der Pleite bewahren. Wie die "Zeit" unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise berichtet, soll das laufende Rettungsprogramm bis Ende des Jahres verlängert werden. Aus dem laufenden Rettungsprogramm sind rund zehn Milliarden Euro übrig, die eigentlich für die Rekapitalisierung der Banken verwendet werden sollten. Dieses Geld solle nun benutzt werden, um die griechischen Verbindlichkeiten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in den kommenden Monaten zu begleichen, heißt es. Als Gegenleistung werde von Griechenland erwartet, die bei einem Krisentreffen im Kanzleramt vor zwei Wochen vereinbarten Reformauflagen umzusetzen.

EZB unterstützt das Projekt – der IWF ist raus

Der IWF würde sich an der Finanzierung vorerst nicht mehr beteiligen, weil er die Bedingungen dafür nicht mehr erfüllt sieht, so das Blatt. Eingebunden in das Projekt seien Notenbankchef Mario Draghi und die Staatschefs der wichtigen Euroländer. Die EZB würde sich an der Finanzierung beteiligen, indem sie der griechischen Regierung erlauben will, für zwei Milliarden Euro zusätzliche kurz laufende Staatsanleihen auszugeben. Die griechischen Banken würden diese Anleihen kaufen und bei der EZB als Sicherheit für frisches Geld hinterlegen können. Bislang hatte sich die Notenbank dagegen stets gewehrt.

Drittes Hilfsprogramm geplant

Im Anschluss an die neuerliche Verlängerung soll ein drittes Hilfsprogramm verabschiedet werden. Dabei gehe es um einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Milliardenbetrag. Der IWF werde sich daran nur beteiligen, wenn die Europäer einem Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen.

EU-Vertreter dementieren

Ein EU-Diplomat hat den Bericht der "Zeit" dementiert: "Die angeblichen Zugeständnisse der Gläubiger an Griechenland haben mit der Realität nichts zu tun." EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis teilte im Anschluss an das Treffen der Euro-Finanzminister mit, dass es keine Vereinbarung zu Griechenland gegeben habe. "Die Situation um Griechenland ist blockiert", sagte EU-Währungskommissar Moscovici. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem merkte an, dass weiterhin keine Einigung mit Griechenland in Sicht sei. Aus EU-Kreisen heißt es, für Montag sei ein Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone zur Schuldenkrise Griechenlands angesetzt. Griechische Regierungskreise berichten davon, dass Finanzminister Varoufakis der Eurogruppe neue Vorschläge vorgelegt hat.

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