• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.721,39001 $/oz.
  • Barrick Gold Corp. - Kürzel: ABR - ISIN: CA0679011084
    Börse: XETRA / Kursstand: 22,150 €
  • Newmont Corp. - Kürzel: NMM - ISIN: US6516391066
    Börse: NYSE / Kursstand: 58,340 $

Dass wir gerade Zeugen denkwürdiger Ereignisse werden, verdeutlicht nicht nur der Blick auf die Aktienmärkte. Auch bei den Edelmetallen geht es sprichwörtlich „rund“. Dort könnte in nicht allzu ferner Zukunft ein Ereignis bevorstehen, das gewaltige Wellen im gesamten Finanzsystem schlagen könnte: Die Preisfindung beim Gold könnte von den Papiermärkten auf den physischen Markt übergehen…

Indizien in diese Richtung liefert derzeit der US-Terminmarkt. Dort ist die Zahl der offenen Gold-Kontrakte im Futures-Handel zuletzt weiter zurückgegangen. Im Gegenzug, und das ist der eigentliche Aufreger, sind die Anträge auf physische Auslieferung geradezu explodiert. Dass dieses Ereignis bei stark steigenden Goldpreisen und einer wachsenden Kursdifferenz zwischen Termin- und Spotmarktpreisen auftritt, verleiht der Entwicklung besondere Brisanz.

Im folgenden Beitrag heißt es dazu:

„Dass man von einer Flucht aus Gold-Futures sprechen kann, verdeutlichen die Zahlen zu den Anträgen auf physische Auslieferung. Laut der jüngsten Statistik („Delivery Notices“ per 09.04.2020) wurden im laufenden April bereits 28.120 solcher Anträge gestellt. Gegenüber dem gesamten Vormonat entspricht dies annähernd einer Verzehnfachung der Auslieferungswünsche. Für den März waren insgesamt nur 2.914 Delivery Notes verzeichnet. Im gesamten Dezember 2019 waren es 14.761 Anträge. Kein Wunder also, dass man an der COMEX alle Hebel in Bewegung setzt, um physisches Gold heranzukarren und die Terminmarktpreise hochschießen“.

Kritiker unseres ungedeckten Schuldgeldsystems befürchten schon lange, dass ein solches Ereignis eines Tages dazu führen könnte, dass die Preisfindung beim Gold nicht mehr an den Papiermärkten stattfindet. Stattdessen könnten die physischen Märkte das Kommando übernehmen.

Wie weit fortgeschritten dieser Prozess bereits ist, und welche Auswirkungen dies auf den Goldmarkt haben könnte, das lässt sich derzeit leider nicht seriös prognostizieren.

Der Bankeninsider Dr. Markus Krall. Vorstandsmitglied beim Goldhändler Degussa, hatte dazu jüngst erklärt, dass eine solche Entwicklung als Zeichen eines dysfunktionalen Marktes schwerste Verwerfungen im gesamten Finanzsystem auslösen könnte. Kurzfristig könne der Goldpreis bei einem Kollaps der Papiergoldmärkte in „heute unvorstellbare Regionen“ explodieren.

Zur Veranschaulichung verweist der Ökonom auf den legendären Short-Squeeze bei der Volkswagen-Aktie (766400). Im Zuge einer geplanten Übernahme durch den Porsche-Konzern war das Papier im Herbst 2008 innerhalb weniger Wochen von 140 Euro auf über 1.000 Euro emporgeschossen.

Ein ähnlich dramatisches Ereignis sei laut Krall auf dem Goldmarkt zu befürchten, sollten dort immer mehr Akteure physische Lieferung verlangen. Im folgenden Video erläutert der Bestsellerautor seine These ab Minute 33.

Historische-Flucht-aus-Papier-Gold-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

Interessant ist an dieser Stelle, dass die Aktien der großen Goldschwergewichte einen dynamischen Anstieg des Goldpreises mit ausgeprägter relativer Stärke bereits anzukündigen scheinen:

Sowohl die Aktien von Barrick Gold (GOLD), als auch jene von Newmont Corporation (NEM) haben den historischen Einbruch im Zuge der März-Panik bereits mehr als ausgeglichen: Beide Aktien notieren mittlerweile deutlich höher als vor dem Corona-Crash. Beim Blick auf die Kursverläufe hat man tatsächlich den Eindruck, als sei hier gar nichts passiert. Man vergleiche das mit dem breiten Markt. Die folgende Grafik zeigt dazu den Kursverlauf der Newmont-Aktie auf Wochenbasis:

Historische-Flucht-aus-Papier-Gold-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-2

Es empfiehlt sich, die Beobachtungen mit Blick auf mögliche Turbulenzen an den Papiergoldmärkten zeitnah umzusetzen, und zwar mit aussichtsreichen Goldminen-Aktien, und nicht mit entsprechenden „Finanzwetten“ auf den Goldpreis. Denn mögliche Turbulenzen in unserem ungedeckten Schuldgeldsystem kontert man tunlichst mit Sachwerten, und nicht mit krisenanfälligen Papiergeldkonstruktionen…

Bei der Newmont-Aktie etwa, könnte es sich lohnen, im Bereich der jüngst gebildeten Hochs im Bereich von 52,50 US-Dollar ein Abstauberlimit zu platzieren.

In der Mai-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir die aussichtsreichsten Kandidaten aus dem Sektor noch einmal eingehend unter die Lupe nehmen.

Denn bis auf weiteres spielt dort jetzt die Musik…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.