Bullenmärkte haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie genau dann alle schwachen Hände rücksichtslos abzuschütteln pflegen, wenn der Optimismus am größten ist. Erinnern Sie sich etwa an den Zeitraum vor einigen Wochen, als der Ölpreis nahe 150 US-Dollar notierte.

    Die Kommentatoren waren sich einige, dass es nur noch wenige Wochen dauern werde, bis auch die Marken von 200 und 250 US-Dollar erreicht seien. Selbst ausgewiesene Experten lassen sich häufig von solchen überbordenden Stimmungen anstecken. So sprach etwa ein ranghoher OPEC-Funktionär just in dem Augenblick von 400 US-Dollar pro Barrel, als der jüngste Kurseinbruch beim Öl begann.

    Wir hatten unseren Lesern beizeiten geraten, bestehende Short-Positionen beim Öl in die fallenden Kurse hinein abzubauen. Wir haben dies getan, weil wir glauben, dass der langfristige Bullenmarkt beim Öl weiterhin intakt ist. Zur Anmeldung klicken Sie bitte hier.

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    Unsere Vorsicht hatte gute Gründe: Uns war aufgefallen, dass der Optimismus der Öl-Bullen im Zuge der jüngsten Korrektur gänzlich verschwunden war: Ein paar Tage mit fallenden Kursen, und plötzlich sind alle wieder super-pessimistisch? So endet kein Bullenmarkt. Am Ende eines Bullenmarktes werden Rückschläge als einmalige Kaufgelegenheiten aufgefasst. Beim Öl sieht das dagegen völlig anders aus: Noch vor wenigen Tagen rechneten zwei Drittel der Anleger damit, dass der Ölpreis jetzt wieder deutlich fallen wird.

    Doch anders als von der Mehrheit erwartet, konnte der Ölpreis in dieser Woche kräftig zulegen. Der Kursverlauf des Öl-ETF weist darauf hin, dass der kurzfristige Einbruch beim Öl bereits wieder beendet ist: Der jüngste Anstieg, bei dem eine markante Kurslücke entstanden ist (rote Markierung), war von steigenden Umsätzen begleitet (blaue Markierung):

    Es ist also wie immer an der Börse: Sollte sich der Kursanstieg beim Öl fortsetzen, ist die Masse der Anleger, nämlich rund zwei Drittel, wieder einmal auf der falschen Seite positioniert.

    Für einige Verzweiflung dürften zuletzt auch Gold und Silber gesorgt haben. Sehen wir uns dazu den Goldpreis an: Hier hat sich mit den beiden jüngsten Hochpunkten im Bereich von 1.000 und 950 US-Dollar ein Doppeltop gebildet, das kürzlich vollendet wurde. Es liegt auf der Hand, dass zahlreiche institutionelle wie auch private Anleger bei den Edelmetallen, ganz ähnlich wie kürzlich beim Öl, jetzt die Seite wechseln werden: Mit dem Blick auf ein derart angeschlagenes Chartbild wird das Bärenlager gewaltigen Zulauf bekommen. Das gilt umso mehr, als der Goldpreis jüngst den schärfsten Einbruch seit 2003 zu verzeichnen hatte.

    In der Tat präsentiert sich das Bild beim Gold jetzt so, dass man sich vom Bullenmarkt zumindest aus technischer Sicht verabschieden muss: Mit dem Absturz unter die wichtige Unterstützungszone bei 850 US-Dollar (rote Linie) wurde das Doppeltop eindrucksvoll vollendet:

    Bullenmarkt zu Ende - das zumindest ist das aktuelle Signal des Goldcharts….

    Wir glauben jedoch etwas völlig anderes: Da wir wie eingangs beschrieben, davon ausgehen, dass in jedem Bullenmarkt die Masse der Anleger rechtzeitig „rausgekickt“ wird, gehen wir davon aus, dass der stärkste Anstieg beim Gold (wie auch beim Silber) nun erst beginnen wird. Vielleicht nicht heute oder morgen – aber in den kommenden Wochen und Monaten stehen die Chancen bei den Edelmetallen unserer Ansicht nach so günstig wie noch nie seit Beginn des Gold-Bullenmarktes im Jahr 2001.

    Natürlich braucht man ein dickes Fell, um ausgerechnet nach einem derart massiven Kurseinbruch einzusteigen – aus antizyklischer Sicht und mit der Erfahrung aus 25 Börsenjahren wagen wir aber die Prognose, dass man jetzt massiv Gold und Silber kaufen sollte.

    Die Gründe sind vielfältig:

    Der Pessimismus der Edelmetall-Anleger dürfte nach dem jüngsten Crash ein beträchtliches Ausmaß erreicht haben, das allein spricht unserer Ansicht nach schon für einen antizyklischen Einstieg. Die negative Stimmung der Gold-Anleger ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Goldpreis im historischen Maßstab weiterhin viel zu niedrig notiert: Berücksichtigt man die Geldentwertung der vergangenen Jahrzehnte, dann müsste das Edelmetall schon heute bei weit über 2.000 US-Dollar notieren.

    Und wer glaubt, dass die Finanzkrise bereits überstanden ist, der Goldpreis deshalb ruhig wieder fallen kann, den werden die kommenden Monate eines Besseren belehren. Interessant ist in diesem Zusammenhang etwa, dass die US-Banken in dieser Woche wieder den Rückwärtsgang eingelegt haben:

    Ob die Spekulationen um eine mögliche Übernahme der angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers (US-Kürzel LEH) durch die südkoreanische Korea Development Bank in der vergangenen Woche daran etwas ändern werden, darf man doch stark bezweifeln.
    Doch zurück zum Gold: Pikanterweise zeigt ausgerechnet der Goldaktien-Index HUI seit wenigen Tagen ein anderes Bild als das Edelmetall selbst: Während der Goldpreis völlig zusammengeprügelt wurde, hat der Goldaktien-Index in dieser Woche wieder in den Bullenmodus gewechselt.

    Warum nun ist die Beobachtung von Bedeutung? Die jüngste Stärke des HUI ist deshalb ein wichtiger Hinweis auf die weitere Entwicklung beim Gold, weil der Goldbugs-Index dem Goldpreis in der Regel voraus läuft. Schaltet nun der HUI in den Bullenmodus um, kann man davon ausgehen, dass auch Gold und Silber die jüngste Schwäche wieder ausbügeln werden.

    Setzt man den Verlauf des HUI in Relation zu seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, dann stellt man fest, dass die jüngste Panikstimmung bei den Goldaktien den Index auf das relativ niedrigste Niveau seit Beginn des Gold-Bullenmarktes im Jahr 2001 befördert hat. Mit anderen Worten: Panik und Angst unter den Goldanlegern waren seither noch nie größer.

    Das ist doch ein Wort: Sollte der Bullenmarkt beim Gold weiter gehen, dann sehen wir derzeit bei den Edelmetallen die beste Kaufgelegenheit seit etwa sieben Jahren! Auch die saisonalen Muster sprechen derzeit für das Gold: Traditionell zeigt der Goldpreis von August bis einschließlich Februar auffallende Stärke. Die folgende Grafik zeigt das, achten Sie auf die roten Markierungen:

    Andererseits gilt aber auch: Sollte der Bullenmarkt beim Gold zu Ende sein, dann ist dies erst der Beginn einer massiven Abwärtsbewegung.

    Warum wir glauben, dass es noch nicht so weit ist: Zwar war vor einigen Monaten durchaus so etwas wie Euphorie unter den Goldanhängern zu sehen - denken Sie etwa an die Phase kurz nach dem Jahreswechsel, als der Goldpreis die Marke von 1.000 Dollar touchierte. Nicht nur die meisten Charttechniker waren sich seinerzeit einig, dass es nun stramm in Richtung 1.250 US-Dollar gehen werde – mindestens. Wir hatten damals zur Vorsicht geraten und vermutet, dass die 1.000 US-Dollar ein wichtiges Zwischenhoch markieren würden. Genau danach sieht es jetzt aus.

    Und wenn man nun noch ein wenig weiter zurückblickt, dann wird auch klar, warum ein Ende des Bullenmarktes bei den Edelmetallen noch in weiter Ferne liegen dürfte: Von einer allgemeinen und breit angelegten Euphorie, wie etwa zu Zeiten der Internet-Blase, war selbst bei einem Goldpreis von 1.000 US-Dollar nichts zu sehen. Auch ist festzuhalten, dass Edelmetall-Investments in den Depots der meisten Anleger immer noch stark untergewichtet sind.

    Das Ende des Goldbullen werden die Massenmedien einleiten: Erst wenn die wichtigsten Nachrichtensendungen vom steigenden Goldpreis berichten und Schlagzeilen in Spiegel, Stern und BILD Reichtum durch Gold und Silber versprechen, erst dann ist es an der Zeit, sich aus dem Sektor zu verabschieden. Wir glauben, dass noch einige Jahre ins Land gehen werden, bis es so weit ist und der Goldbulle auch die Massen erreicht haben wird.

    Beim Silber wurde mit der jüngsten Korrektur übrigens ziemlich genau der seit 2003 bestehende Aufwärtstrend erreicht, wie die folgende Abbildung zeigt:

    Für uns ist das eine einmalige antizyklische Kaufchance. Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in Kürze erscheint.

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    Zum Autor:
    Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter [Link "www.antizyklischer-börsenbrief.de" auf www.antizyklischer-b%C3%B6rsenbrief.de/... nicht mehr verfügbar] und www.antizyklischer-aktienclub.de