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    Börse: XETRA / Kursstand: 11.100,30 Punkte

Frankfurt (BoerseGo.de) – Auch wenn die absoluten Renditen nach wie vor niedrig sind – die Bewegungen am weltweiten Markt für Anleihen sind so stark, dass sie alle historischen Muster sprengen. „Dabei fällt jedoch auf, dass die Volatilität am europäischen Kapitalmarkt viel stärker ist als in den USA“, sagt André Horn, Senior Portfolio Manager bei inprimo invest. So sei der EFFAS Germany Volatilitätsindex von seinem tiefsten Niveau bei rund zwei Prozent auf knapp neun Prozent gestiegen, während der EFFAS USA Volatilitätsindex mehr oder weniger konstant bei fünf Prozent geblieben sei.

Fondsmanager Horn wertet dies als deutliches Zeichen dafür, dass die heftigen Kursausschläge einerseits eine Folge der schwindenden Marktliquidität darstellen, und andererseits von der ungeklärten Situation zwischen Griechenland und seinen Kreditgebern verstärkt werden. „Zwei Faktoren, die uns allerdings erhalten bleiben werden“, so Horn. Denn die abnehmende Liquidität an den Rentenmärkten habe strukturelle Gründe: die regulatorischen Beschränkungen von traditionellen Marktteilnehmern wie Banken sowie die starke Marktposition der Zentralbanken.

„Und die Unsicherheit in Bezug auf Griechenland wird auch bei einem schließlich positiven Ergebnis der Verhandlungen weiter anhalten“, so Horn. Denn Griechenland habe das Vertrauen der Investoren verspielt und die Werthaltigkeit von Reformzusagen und deren erfolgreiche Umsetzung würde der Markt immer wieder in Frage stellen.

„So bleibt uns Bondinvestoren derzeit nichts anderes übrig, als in den Zeiten höheren Wellengangs aktiver zu navigieren“, sagt Horn. Kurzfristig biete sich die Chance einer Erholung an den Rentenmärkten, da die Attraktivität von Anleihen wieder gestiegen ist und der erste Zinsschritt der FED weiter auf sich warten lässt. Horn zweifelt allerdings, dass die historischen Tiefstkurse von Bundesanleihen noch einmal erreicht werden. „Wir gehen davon aus, dass die derzeitig hohe Volatilität mittelfristig in eine Seitwärtsbewegung auf gemäßigtem Renditeniveau unterhalb der Ein-Prozent-Marke für zehnjährige Bundesanleihen mündet“, so Horn.