Hongkong (BoerseGo.de) - Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Hongkong haben den Aktienmarkt in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Montag einbrechen lassen. Der Hang Seng Index, der auch viele sogenannte H-Aktien von Unternehmen vom chinesischen Festland enthält, sank um 1,9 Prozent auf 23.229 Punkte. Der Hongkong-Dollar, der lose an den US-Dollar gekoppelt ist, brach auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten ein.

    Die Demonstranten der Demokratiebewegung fordern unter anderem freie Wahlen in Hongkong. Die chinesische Regierung in Peking will zwar im Jahr 2017 erstmals direkte Wahlen in Hongkong abhalten, um den als "Chief Executive" bezeichneten Regierungschef der Sonderverwaltungszone zu bestimmen. Allerdings sollen nur vorausgewählte Kandidaten bei der Wahl antreten dürfen.

    Die vor allem von Studenten getragenen Proteste setzten sich zunächst auch am Montag fort. Tausende Demonstranten blockierten zeitweise noch zentrale Kreuzungen in der Stadt. Mehr als 200 Buslinien mussten den Betrieb einstellen, bevor sich die Demonstranten langsam zurückzogen. Die Polizei war am Wochenende mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgegangen. Die Protestbewegung für mehr Demokratie forderte unterdessen den Rücktritt des amtierenden Chief Executive Leung Chun-Ying, der als Peking-freundlich gilt. Der Regierungschef widersprach am Montag Gerüchten, er habe um eine Intervention aus Peking gebeten, um die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen.

    Unter dem Motto "ein Land, zwei Systeme" verfügt die ehemalige britische Kolonie Hongkong über eine weitgehende Autonomie gegenüber der chinesischen Zentralregierung in Peking. Die Metropole ist einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt. Ein Großteil des Handels zwischen der Volksrepublik und dem Westen wird über Hongkong abgewickelt.