"Ich kenne keine sechs, sieben, acht oder neun."

    Das ist der O-Ton Alan Greenspans in einem Interview auf ABC, der dort zugab, zu der "großen Mehrheit" jener zu zählen, die die Komplexität und den Zusammenbruch des Immobiliensektors nicht sehen kamen.

    Ich möchte in dieser Ausgabe der Godmode-Trader.de Weekend Edition ein paar Worte zu Alan Greenspan sagen. Greenspan hat einen Wandel durchlaufen, von damals, zum Notenbankproduzenten, und wieder zurück. Doch der Reihe nach.

    Greenspan war vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve.

    2006: Von US-Präsident Bush wurde er am Ende seiner Amtszeit mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Sie ist neben der gleichrangigen Goldenen Ehrenmedaille des Kongresses eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten.

    ...doch gehen wir noch ein paar Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit von Alan Greenspan.

    1966: Greenspan schrieb in einem Aufsatz folgende Sätze. Diese Sätze hat er später niemals auch nur angezweifelt oder öffentlich relativiert:

    „Wenn die Erzeugung von Geld im Verhältnis zur Erzeugung von realen Gütern in der Wirtschaft zunimmt, müssen die Preise früher oder später steigen"

    „Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr.“

    „Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die „versteckte" Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte.“

    ...gehen wir wieder ein paar Jahrzehnte in die Zukunft:

    2008: Greenspan wird exklusiver Berater von John Paulson

    Paulsons Hedgefonds ist der drittgrößte weltweit, nach JP Morgan und Bridgewater. Paulson verdiente 2008 3,9 Mrd. Dollar. Soviel Geld hat noch nie ein einzelner Mensch innerhalb eines Jahres verdient. Das ist ein Stundenlohn von 411.000 Dollar.

    Was macht Greenspan bei diesem Hedgefonds? Um das zu verstehen, müssen wir wieder eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen.

    1950er Jahre: Alan Greenspan war Schüler von Ayn Rand und verehrte sie.

    Ayn Rand war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Philosophin.

    Ihr Hauptwerk:

    Wer ist John Galt?

    Mit diesem Werk vervollständigte Rand ihre Philosophie des Objektivismus.

    Das Buch wurde in einer Umfrage, die in der "New York Times" erschienen ist, als jenes bezeichnet, das den zweitgrößten Einfluss auf das Leben der US-Amerikaner hatte, gleich nach der Bibel. In Deutschland ist das Buch kaum bekannt. "Wer ist John Galt?" ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe.

    2008: Was hat Greenspan zu Hedgefonds-Rockstar John Paulson gesagt?

    Möglicherweise so etwas:

    „Wenn die Erzeugung von Geld im Verhältnis zur Erzeugung von realen Gütern in der Wirtschaft zunimmt, müssen die Preise früher oder später steigen"

    „Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr.“

    2009: Paulson engagiert sich massiv in Gold.Ich habe in einem Artikel, der am 31. Juli 2009 auf dem Godmode-Trader erschienen ist, aus diesem Grund zum unmittelbaren Kauf von Gold geraten. Gold notierte damals bei 950 Dollar/Unze. Das vorgestellte Open-End-Knockout-Zertifikat notiert heute 700% im Plus.

    Doch wieder zu Paulson:

    März 2009: Kauf AngloGold-Ashanti-Aktien für 1,28 Mrd. Dollar
    April 2009: Kauf von 11 Mio. Gold-Fields-Aktien. Gold Fields ist Südafrikas zweitgrößte Goldmine.
    2009: Kauf von 9% des SPRD Gold Trust (entspricht ca. 110 Tonnen Gold)
    2009: Kauf große Anteile des Vectors Gold Miners ETF, der den AMEX Gold Miners Index nachbildet.
    2009: Kauf 4,5% an Kinross Gold
    20% an Gabriel Resources
    10% an Centamin, einem ägyptischen Goldbergwerk

    Januar 2010: Paulsons neu gegründeter Gold-Hedgefonds wird erstmals gehandelt.

    Heute sind wir beim Gold wieder in einer sehr starken Phase. Die Preise haben den Euro-Crash weitaus besser überstanden, als wir das zunächst vermuteten. Die Kurse konsolidierten in einer inversen SKS - deren Ziel in den nächsten Wochen bei 1246 Dollar/Unze.

    Ich bin der Meinung, dass der Euro in den vergangenen beiden Wochen einen temporären Boden ausgebildet hat. Je nach Chartanbieter zeigt sich am 25./26. März ein Morning Star oder ein Bullish Engulfing Pattern (Profichart, FxDirekt-Daten). In allen Chartanbietern haben wir aber im Bereich dieses Candlestick-Patterns bei 1.33 jetzt eine "Hammer"-Kerze. Das ganze könnte ein Doppelboden werden. Auch André Tiedje geht von einer möglichen Wende beim EUR/USD bis in den Bereich von über 1.40 US-Dollar aus. Das dürfte Gold in Dollar auf ein neues Hoch hebeln.

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