• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
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Paris (Godmode-Trader.de) - Die Internationale Energieagentur IEA rechnet wegen der Corona-bedingten Krise der Luftfahrt mit einer weiterhin schwächelnden Ölnachfrage. Die Organisation senkte ihre Schätzungen für fast jedes Quartal bis Ende 2021, wobei die zweite Hälfte dieses Jahres die stärksten Rückstufungen erfuhr. „Die Aussichten für die Nachfrage nach Kerosin haben sich in den letzten Wochen verschlechtert, da sich das Coronavirus weiter ausgebreitet hat“, schreibt der Interessenverband führender Industriestaaten im aktuellen Monatsbericht. Im April habe die Zahl der zurückgelegten Flugkilometer um fast 80 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, im Juli, normalerweise ein Spitzenmonat wegen der Urlaubsflüge, immer noch um 67 Prozent.

Gleichzeitig stiegen im vergangenen Monat die weltweiten Rohölvorräte an, da die OPEC+ ihre Förderbeschränkungen, die zum Ausgleich des Nachfrageausfalls vereinbart wurden, gelockert hat und in den USA und Kanada dank der verbesserten Preise einige Förderfirmen ihren Betrieb wieder aufnehmen konnten.

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet der Interessenverband eine globale Nachfrage von durchschnittlich 91,9 Mio. Barrel pro Tag (bpd). Damit dürfte die Nachfrage um 8,1 Mio. Barrel pro Tag niedriger ausfallen als 2019. Mit Blick auf das zweite Halbjahr senkte die IEA ihre Schätzungen für die weltweite Nachfrage um 1 Mio. bpd und geht davon aus, dass der Verbrauch in diesem Zeitraum durchschnittlich 95,25 Mio. bpd betragen wird. Für die zweite Jahreshälfte senkte die Organisation insbesondere ihre Prognose für den Kerosinbedarf um 380.000 Barrel pro Tag, so dass die Nachfrage in diesem Jahr um 3,1 Mio. bpd auf 4,8 Mio. bpd sinken sollte.

Die Nachfrageprognose für das kommende Jahr wurde ebenfalls kassiert. Für 2021 kürzten die IEA-Experten ihre Schätzung um 240.000 Barrel auf durchschnittlich 97,1 Mio. Barrel pro Tag.

Die Nachfrage liegt seit Juni über dem Angebot, und da die OPEC und ihre Partner die Fördermengen weiter drosseln, dürften die weltweiten Lagerbestände in den letzten vier Monaten des Jahres ab September mit einer Rate von etwa 4 Mio. Barrel pro Tag abnehmen. Das sollte einen Teil des gigantischen Lagerbestandsüberschusses, der sich in der ersten Jahreshälfte aufgebaut hat, ausgleichen.

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