• S&P Global: Eurozone im Mai im Aufwind
  • DIHK: Es wird noch eine Welle von Preiserhöhungen geben
  • Lagarde nährt Zinserhöhungsspekulationen
  • ifo: Exporteure werden zuversichtlicher
  • EU und USA planen Ölpreis-Obergrenze
  • About You will weiter wachsen
  • Snap fällt ins Bodenlose

Markt

  • Nach den Kursgewinnen vom Vortag ging es am Dienstag am deutschen Aktienmarkt wieder abwärts. Der DAX verlor im Xetra-Handel 1,80 Prozent und ging mit 13.919,75 Zählern aus dem Handel. Enttäuschende US-Quartalszahlen und sehr schwache Daten vom US-Immobilienmarkt sorgten für rutschende Kurse. An einem Tag zeigten sich die Marktteilnehmer euphorisch und verdrängten die altbekannten Belastungsfaktoren. Und kurze Zeit später sei die gute Laune wieder verflogen, kommentierte ein Analyst. Jeffrey Halley, Marktanalyst bei Oanda bemerkte, „dass die Anleger beim ersten Anzeichen von Problemen die Flucht ergreifen. Der Markt dreht sich weiterhin von innen nach außen und von außen nach innen, während er versucht zu entscheiden, ob er alle bevorstehenden Zinserhöhungen, die weiche Landung oder die Rezession, die Inflation oder die Stagflation, China, die Ukraine, die US-Sommerfahrsaison, die Lieferketten und so weiter eingepreist hat." Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Mai von hohem Niveau aus abgekühlt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel etwas stärker als von Analysten erwartet. Er bleibe aber insgesamt auf einem akzeptabel Niveau, erläuterte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmen & Branchen

  • Die Lufthansa will sich mit einem 20-Prozent-Anteil an der zum Verkauf stehenden italienischen Fluggesellschaft ITA Airways beteiligen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Reedereikonzern MSC, ein Partner der Lufthansa, wolle für weitere 60 Prozent bieten. 20 Prozent der Anteile sollten im Besitz des italienischen Staates verbleiben. ITA ist die Nachfolge-Airline von Alitalia und wird italienischen Medienberichten mit einer bis zwei Milliarden Euro bewertet.
  • Die Lufthansa will 20 Prozent ihrer Wartungstochter Lufthansa Technik verkaufen. Der Prozess werde später in diesem Jahr anfangen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Mehrere Finanzinvestoren bereiteten Gebote für einen 20-prozentigen Anteil vor. Das Tochterunternehmen werde mit fünf bis acht Mrd. Euro bewertet, hieß es weiter.
  • Der US-Modekonzern Ralph Lauren prognostizierte für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatzanstieg im hohen einstelligen Bereich auf Basis konstanter Wechselkurse, währen die Wall Street ein Plus von 3,6 Prozent erwartet .
  • Walmart-Kunden in sechs US-Bundesstaaten können sich ihre Bestellungen bald für 3,99 Dollar in 30 Minuten oder weniger per Drohne liefern lassen. Das DroneUp-Liefernetzwerk des Einzelhändlers wird bis Ende des Jahres auf 34 Standorte ausgeweitet und erreicht damit möglicherweise 4 Mio. US-Haushalte in Teilen von Arizona, Arkansas, Florida, Texas, Utah und Virginia.
  • Die Snap Inc. kann die Prognose für das laufende Quartal nicht halten. Die Betreibergesellschaft des Netzwerks Snapchat gab eine Gewinnwarnung aus und kündigte an, Investitionen herunterzufahren. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. Das Umfeld habe sich schneller als erwartet eingetrübt, seit Snap die Guidance für das laufende Quartal ausgegeben hat, sagte CEO Evan Spiegel bei einer Konferenz von JP Morgan am Montag.
  • Der US-Elektronikeinzelhändler Best Buy hat seine Umsatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr gesenkt. Man sehe, dass die Inflation die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtige, so der Konzern.
  • Der Anbieter von Lösungen für Videokonferenzen, Zoom, hat im ersten Quartal sein bisher schwächstes Wachstum seit dem IPO in 2019 verzeichnet. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal einen Nettogewinn von 113,6 (Vorjahr: 227,4) Mio. Dollar. Der bereinigte Gewinn erreichte 1,03 (Vj.: 1,32) Dollar pro Aktie. Der Umsatz stieg nur leicht auf 1,07 Mrd. Dollar. Für das laufende Geschäftsquartal (bis Ende Juli) stellte das Unternehmen Erlöse von bis zu 1,12 Mrd. Dollar in Aussicht. Damit übertraf der Dienst die Prognosen der Analysten. Zudem hob Zoom die Gewinnprognose für das Gesamtjahr deutlich an.
  • Der Anbieter von Fitnessgeräten Nautilus ist in seinem vierten Quartal wegen hoher Kosten und einer rückläufigen Nachfrage in die Verlustzone gerutscht.
  • Der US-Zimmer-Vermittler Airbnb stellt sein Inlandsgeschäft in China weitgehend ein. Das Unternehmen wird für Besucher dort keine Unterkünfte mehr anbieten. Nutzer aus China sollen jedoch weiterhin Unterkünfte im Ausland buchen können.
  • Die vom Chiphersteller Broadcom und dem Softwarehersteller VMware erwogene Transaktion soll in bar und Aktien erfolgen und könnte am Donnerstag verkündet werden, wie informierte Personen der Nachrichtenagentur Dow Jones sagten. Den Informanten zufolge will Broadcom rund 140 Dollar je VMware-Aktie bieten, insgesamt rund 60 Mrd. Dollar.
  • Die Aktien von Insulet wecken Interesse, nachdem berichtet wurde, dass DexCom in Gesprächen über die Übernahme des Herstellers von Medizingeräten ist. Sollte der Deal gelingen, würde so ein Gigant im Bereich der Diabetesgeräte entstehen.
  • Der US-Modekonzern Abercrombie & Fitch senkte sein Umsatzziel und erwartet nun, dass der Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2022 stagnieren bzw. bestenfalls um 2 Prozent steigen wird. Zuvor war ein Wachstum von 2 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt worden. Der Konsens von Refinitiv beläuft sich auf einen Umsatzanstieg von 3,5 %.
  • Laut Volkswagen Vorstandschef Herbert Diess wird der VW-Konzern Tesla überholen und bis 2025 der weltweit größte Verkäufer von Elektroautos sein. „Tesla ist derzeit führend, wenn es um Elektroautos geht, wahrscheinlich ist es auch das digitalste Autounternehmen und sie haben einige Vorteile auf ihrer Seite", sagte Diess in der CNBC-Sendung "Squawk Box Europe“. „Wir haben immer noch das Ziel, mit ihnen Schritt zu halten und sie bis 2025 zu überholen, was die Verkaufszahlen angeht.“ Tesla kündigte derweil an, dass das Werk in Shanghai möglicherweise erst Ende der Woche wieder den Maximal-Output erreichen wird.
  • Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie traut sich für 2022 weiter keine Prognose zu. „Vom erhofften Aufschwung nach dem Coronawinter ist nichts mehr übriggeblieben", sagte VCI-Präsident Kullmann. Die Perspektiven seien wegen steigender Energie- und Rohstoffkosten „zunehmend düster". Zudem drosselten industrielle Kunden wegen gestörter Lieferketten ihre Produktion.
  • Der Essenslieferant Gorillas trennt sich von der Hälfte seines Verwaltungsapparats. Der Personalabbau betreffe die weltweite Hauptverwaltung, teilte das Berliner Start-up mit. 300 von 600 dort beschäftigten Mitarbeitern müssen über alle Standorte hinweg gehen.
  • Russlands Angriffskrieg in der Ukraine ließ den europäischen Smartphone-Markt im vergangenen Quartal schrumpfen. Der Absatz fiel nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys um 10 Prozent auf 41,7 Mio. Geräte.
  • Wegen möglicher Versorgungsrisiken für Ostdeutschland warnen Unternehmerverbände vor einem Öl-Embargo der EU gegen Russland. Deutschland dürfe dem EU-Plan nicht zustimmen, forderten der Unternehmensverband Berlin-Brandenburg und die Unternehmervereinigung Uckermark gemeinsam. Ostdeutschland wäre von einem Öl-Embargo besonders betroffen, weil die beiden großen Raffinerien in Leuna und Schwedt bisher mit russischem Öl versorgt werden
  • Siemens Energy will fast jeden dritten Posten auf Managerebene streichen. Die schlankeren Strukturen sollten Entscheidungsprozesse beschleunigen, teilte das Unternehmen am Dienstag zu seinem Kapitalmarkttag mit, wie Reuters berichtet. Ziel sei es auch, auf komplexe Abstimmungsprozesse zu verzichten und das Verantwortungsbewusstsein einzelner Einheiten zu stärken. Einen Stellenabbau durch die Neuorganisation werde es nicht geben.
  • Der Konzern hinter der Foto-App Snapchat sieht seine Jahresziele in Gefahr. Es sei wahrscheinlich, dass die Ziele bei Umsatz und operativem Gewinn verfehlt werden, teilte die Firma Snap am Montag (Ortszeit) mit. Seit der Prognose vor einem Monat habe sich das Konjunktur-Umfeld weiter verschlechtert, und zwar schneller als erwartet. Snap ist auf Werbekunden angewiesen. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit werden diese aber oft zurückhaltender. Für das laufende Quartal stellt Snap noch ein Wachstum von 20 bis 25 Prozent in Aussicht. Doch auch diese Erwartung wird wohl verfehlt.
  • Der Online-Modehändler About You will im seit Anfang März laufenden neuen Geschäftsjahr kräftig wachsen. So soll der Erlös im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,73 Mrd. Euro im Jahr 2022/23 um 25 bis 35 Prozent auf 2,165 bis 2,338 Mrd. Euro zulegen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Start in das neue Jahr sei solide verlaufen und About You sei zuversichtlich, auch seine Profitabilität zu verbessern, hieß es. So wird beim bereinigten Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) ein Wert auf dem Vorjahresniveau von minus 70 Mio. Euro bis hin zu minus 50 Mio. Euro angestrebt.
  • TAG Immobilien profitiert weiterhin von steigenden Mieten. Im ersten Quartal erhöhte sich das operative Ergebnis (FFO 1) um fünf Prozent auf 47,8 Mio. Euro. Die Kaltmieten legten um 1,4 Prozent auf 84,3 Mio. Euro zu. Den Ausblick auf das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Die operative Kenngröße FFO1 soll 2022 auf 188 bis 192 Mio. Euro zulegen. Die Dividende für 2022 soll sich dann auf 98 Cent je Aktie belaufen.
  • Die Probleme globaler Lieferketten durch den Lockdown in Teilen Chinas werden voraussichtlich über das wichtige Weihnachtsgeschäft hinaus bis ins kommende Jahr andauern. „Für die globalen Lieferketten hat China eine viel größere Wirkung als der Ukraine-Krieg", sagte der Fracht-Vorstand der Deutschen Post, Tim Scharwath, in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei seien die Probleme auch bei einem Ende der Corona-Maßnahmen etwa in der Hafen-Metropole Shanghai nicht vorbei. Denn dann drohen neue Verzögerungen an anderer Stelle: "Nach einer Öffnung werden sich wahrscheinlich Staus vor US-amerikanischen und europäischen Häfen bilden", so Scharwath. Die Ungleichgewichte könnten bis ins kommende Jahr anhalten.
  • Laut einer Branchenstudie der Unternehmensberatung Berylls bleibt die Nachfrage nach LKWs sehr hoch. Der Nachholbedarf sei enorm, der Auftragsbestand riesig, und auf der anderen Seite behinderten Lieferengpässe bei Halbleitern und Kabelsträngen die Herstellung. „Die Produktion von 2022 ist ausverkauft", heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Das sei nicht die schlechteste Voraussetzung für hohe Gewinne. Es gebe keine Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage, schrieb Berylls-Experte Steffen Stumpp.

Konjunktur & Politik

  • Nach Ansicht von Martin Kazaks, dem Chef der lettischen Zentralbank, sollte die EZB auch 50-Basispunkte-Schritte nicht ausschließen. Er sehe Zinsanhebungen im Juli, September und möglicherweise einen weiteren im vierten Quartal, sagte Kazaks.
  • Laut einem Bericht der "Financial Times" haben China und Russland während des Besuchs von US-Präsident Joe Biden in Japan Atombomber über das Japanische Meer fliegen lassen.
  • Die Verkaufszahlen neuer Häuser in den USA sind im April im Monatsvergleich um 16,6 Prozent eingebrochen, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Analysten hatten nur einen milden Rückgang um 1,8 Prozent erwartet. Bereits im März waren die Neubauverkäufe stark gesunken - laut revidierten Zahlen um 10,5 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet wurden im April 591.000 neue Häuser verkauft.
  • Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben bereits 600 Krankenhäuser zerstört oder beschädigt worden. Etwa 100 Kliniken könnten nicht wieder aufgebaut werden, sagte das Vorstandsmitglied des ukrainischen Ärzteverbandes Andrij Basylewytsch beim Deutschen Ärztetag in Bremen.
  • Berichten zufolge hat Russlands Präsident Wladimir Putin mittlerweile fünf Attentate überlebt. Das letzte davon erst im März, kurz nach der russischen Invasion in die Ukraine. Der Chef des ukrainischen Verteidigungsnachrichtendienstes, Kyrylo Budanov, sagte der Zeitung Prawda: „Putin wurde angegriffen. Ein absolut erfolgloser Versuch, aber er hat wirklich stattgefunden“.
  • Die USA sind zuversichtlich, dass Finnland und Schweden in der Lage sein werden, die türkischen Bedenken bezüglich ihres Beitrittswunsches zur NATO auszuräumen, sagte die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks am Dienstag
  • Die westlichen Länder dürfen Sicherheit nicht gegen wirtschaftlichen Profit eintauschen, warnte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit Blick auf die Debatten über den Einsatz chinesischer Technologie in 5G-Netzwerken und die Nord Stream 2-Pipeline für russisches Gas. „Wir müssen erkennen, dass unsere wirtschaftlichen Entscheidungen Konsequenzen für unsere Sicherheit haben. Freiheit ist wichtiger als Freihandel, der Schutz unserer Werte ist wichtiger als Profit", so Stoltenberg auf dem WEF in Davos.
  • US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat nach Äußerungen von Präsident Biden zu einem möglichen militärischen Beistand für Taiwan betont, dass es bei dem Thema keinen Kurswechsel gibt. „Unsere Politik hat sich nicht geändert", sagte Austin.
  • Das Wirtschaftswachstum der Eurozone fiel im Mai trotz des Krieges in der Ukraine, pandemiebedingter Lieferengpässe und steigernder Lebenshaltungskosten robust aus. Dies signalisiert der S&P Global Flash Eurozone Composite Einkaufsmanagerindex, der gegenüber April zwar um 0,9 Punkte auf 54,9 Zähler zurückfiel. Mit dem 15. Anstieg in Folge dennoch überdurchschnittliches Wachstum anzeigt. Während die Dienstleister ihre Aufholjagd von der Pandemie fortsetzten und stark expandierten, stieg die Industrieproduktion wegen des rückläufigen Auftragseingangs zum zweiten Mal hintereinander nur leicht an. „Die Wirtschaft der Eurozone blieb im Mai auf erfreulich robusten Wachstumskurs, da die angeschlagene Industrie durch den florierenden Servicesektor ausgeglichen wurde“, kommentierte Chefökonom Chris Williamson. „Obwohl die Hersteller erneut über weitverbreitete Lieferengpässe und eine geringere Nachfrage nach Industrieerzeugnissen bei erhöhtem Preisdruck berichten, wurde die Konjunktur mit dem Abbau der pandemiebedingten Einschränkungen und der Aufholjagd im Servicesektor angekurbelt“.
  • Die Inflationsrate in Deutschland wird sich 2022 gegenüber dem Vorjahr (3,1 %) mehr als verdoppeln, da die ohnehin schon hohen Energie- und Lebensmittelpreise durch den Krieg in der Ukraine weiter in die Höhe getrieben werden, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag auf Basis einer Umfrage mit mehr als 25.000 Antworten von Unternehmen aus allen Branchen mit. „Wir werden in Zukunft noch einiges an Preiserhöhungen sehen", sagte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. Der DIHK rechnet in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von 7,0 Prozent. Für 2023 gibt es noch keine Prognose. Viele Erhöhungen kämen aber erst mit Verzögerung bei den Endkunden an. „Das wird sich noch eine Weile hinziehen."
  • Fachärzte sehen nach den ersten Fällen von Affenpocken in Deutschland keine neue Pandemie aufziehen. „Die Gefahrensituation ist gering, weil das Virus nur durch engen Körperkontakt, also über Körperflüssigkeiten oder Krusten, weitergegeben wird und nicht durch Tröpfcheninfektion wie Niesen, Husten oder Sprechen", sagte Tobias Tenenbaum, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der Neuen Osnabrücker Zeitung.
  • Die USA, Japan, Australien und Indien wollen in den nächsten fünf Jahren mindestens $50 Mrd. Dollar an Hilfen oder Investitionen im Bereich Infrastruktur im Indopazifik-Raum aufwenden, wie Japans Ministerpräsident Fumio Kishida nach Abschluss eines Gipfeltreffens der vier Quad-Staaten in Tokio mitteilte. Details sind unklar.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) geht derzeit nicht von einer Rezession im Euroraum aus. „Im Moment sehen wir keine Rezession in der Eurozone", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu Bloomberg TV auf dem WEF in Davos. Ein wirtschaftlicher Abschwung sei derzeit nicht das Basisszenario der Notenbank. Lagarde bekräftigte dabei, die Zinsen könnten Ende des dritten Quartals wieder im positiven Bereich liegen. Dies bedeute, dass das Niveau bei null oder „leicht darüber" liegen könne. „Das ist etwas, was wir auf der Basis unserer Projektionen und unserer Orientierungslinie entscheiden werden", so die Französin. Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei minus 0,5 Prozent.
  • Nahezu jedes zweite Unternehmen sieht sich in seinen Geschäften gebremst, weil Fachkräfte fehlen. Im Verarbeitenden Gewerbe hat die Belastung durch Fachkräftemangel sogar einen historischen Höchststand erreicht. Das zeigt das neue „Fachkräftebarometer“, das die KfW halbjährlich zusammen mit dem ifo-Institut erhebt.
  • David Rosenberg, Präsident und Gründer von Rosenberg Research zufolge sind die US-Aktien- und Anleihemärkte "endlich dabei, unsere Ansichten abzubilden. Wir haben immer geglaubt, dass die letzten zwei Jahre eine falsche Hausse waren, die auf Sand und nicht auf Beton gebaut war“.
  • Die Ukraine muss den Krieg gegen Russland gewinnen und die Invasion zu einem strategischen Fehlschlag für den russischen Präsidenten Putin machen, sagte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, am Dienstag auf dem WEF in Davos.
  • Der inhaftierte russische Oppositionsführer Alexej Nawalny prangerte den russischen Präsidenten Putin am Dienstag in einer live übertragenen Gerichtsanhörung an und bezeichnete ihn als einen Verrückten, der einen "dummen Krieg" in der Ukraine begonnen habe, der auf Lügen beruhe.
  • EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau fordert eine öffentliche Debatte über den Nutzen des Wirtschaftswachstums. „Für viele ältere Menschen ist Wachstum kein Thema mehr“, sagte er auf dem WEF in Davos. „Und viele jüngere Menschen sehen Wirtschaftswachstum wegen der Folgen für das Klima kritisch.“ Kritisch äußerte sich der Chef der Banque de France gegenüber der Vorstellung, Wirtschaftswachstum sei in Zukunft durch eine immer höhere Staatsverschuldung zu gewinnen. In den Krisen der jüngeren Vergangenheit sei die expansive Geld- und Finanzpolitik richtig gewesen, aber diese Politik dürfe nicht einfach fortgeschrieben werden. Stattdessen müsse mehr privates Kapital für die Finanzierung wichtiger Zukunftsprojekte angezogen werden.
  • Nach Einschätzung britischer Geheimdienste kommt Russland bei seiner Offensive im Donbass voran. Moskau habe die Intensität seiner Aktivitäten im Osten der Ukraine verstärkt und versuche dort, mehrere Städte zu umzingeln, hieß es. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte derweil, dass Moskau seine Offensive in der Ukraine absichtlich verlangsame, um die Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen, wie die Nachrichtenagentur RIA berichtet.
  • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind auf plus 4,5 Punkte gestiegen, von plus 3,0 Punkten im April. Die deutsche Industrie bleibt aber vorsichtig. Logistikprobleme stellen weiterhin eine große Belastung dar. „Eine große Dynamik bei den Ausfuhren zeichnet sich im Moment nicht ab“, kommentierte das ifo Institut. Nach zuletzt sehr pessimistischen Aussichten hätten sich die Exportaussichten vor allem in der Automobilindustrie wieder erholt. Jedoch rechnen die Hersteller laut ifo im Moment mit keinen größeren Zuwächsen bei den Auslandsumsätzen. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen erwarteten weiterhin kontinuierliche Exportzuwächse. Im Maschinenbau herrsche vorsichtiger Optimismus mit Blick auf das Auslandsgeschäft. Die Nahrungsmittelhersteller rechneten mit leichten Rückgängen bei den Exporten in den kommenden drei Monaten. Gleiches gelte für die Textilindustrie.
  • Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers ist trotz der Aufgabe der Hafenstadt Mariupol stolz auf die Verteidiger. „Das Hauptziel wurde erreicht in Mariupol. Es war, die russischen Gruppierungen zurückzuhalten, (...) mehr als 20.000 russische Soldaten. Und das wurde möglich gemacht dank der Heldentaten der Verteidiger von Mariupol und der Verteidiger, die später in Azovstal waren", sagte Jurij Sak im ARD-"Morgenmagazin". Dadurch hätten die russischen Truppen keine anderen Gebiete im Osten der Ukraine erobern können.
  • Die EU und die USA planen eine Obergrenze für Ölpreise. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck verwies am Montagabend im Heute Journal im ZDF auf den jüngsten Ölpreis-Anstieg infolge des Ukraine-Krieges. „Putin hat in den letzten Wochen weniger Öl verkauft und mehr Einnahmen gehabt", betonte Habeck. Das sollte vermieden werden, zumal weltweit hohe Ölpreise der Wirtschaft zu schaffen machten. Man wolle sich nun absprechen und nicht mehr jeden Preis für Öl zahlen. Das sei die Idee, so Habeck. Dies werde aber nur funktionieren, wenn sehr viele Länder mitmachten. „Die EU-Kommission und die USA arbeiten an diesem Konzept", so Habeck.
  • China hat die US-Regierung gewarnt, seine Entschlossenheit bezüglich Taiwans nicht zu unterschätzen. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Wang Wenbin, sagte gegenüber Reportern, Taiwan sei ein unveräußerlicher Teil des chinesischen Territoriums. US-Präsident Joe Biden hatte gestern erneut bekräftigt, Taiwan bei einem Einmarsch aus China militärisch zur Seite zu stehen.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde vom Time Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2022 aufgenommen. „Mit Präsident Selenskyj haben die Menschen in der Ukraine einen würdigen Anführer für ihren Mut und ihre Widerstandsfähigkeit", kommentierte US-Präsident Joe Biden. „Die Nationen der freien Welt, inspiriert vom Beispiel des Präsidenten Selenskyj, sind geeinter, entschlossener und zielstrebiger als zu jedem anderen Zeitpunkt in der jüngeren Vergangenheit."

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