Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima sank gegenüber dem Vormonat um 1,5 Punkte auf 103,2 Zähler, wie das Münchener Ifo-Institut am Montag mitteilte. Es handelte sich bereits um den sechsten Rückgang in Folge. Die Volkswirte hatten im Schnitt mit einem weniger starken Rückgang auf 104,6 Zähler gerechnet.

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    Nachdem die Einkaufsmanagerindizes zuletzt die Hoffnung genährt hatten, dass ein deutlicher Konjunktureinbruch in der Eurozone und in Deutschland vermieden werden kann, scheint der Ifo-Index nun ein unvermindertes Abwärtstempo anzudeuten. "Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert", betonte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

    Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen im Oktober schwächer aus. Die Geschäftslage verringerte sich von 110,4 Punkten im Vormonat auf 108,4 Zähler, während die Volkswirte nur einen Rückgang auf 110,0 Punkte erwartet hatten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate erreichten im Oktober 98,3 Punkte. Erwartet wurde hingegen ein gegenüber dem Vormonat unveränderter Stand von 99,3 Punkten.

    Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels.