Der ifo Index ist im November gegenüber dem Vormonat von 97,7 Punkten auf 96, Punkte gefallen, der fünfte Rückgang in Folge. Hauptgrund waren die sich weiter eintrübenden Geschäftserwartungen. Besonders markant war der Rückgang im Dienstleistungsbereich, was angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung und den diskutierten Maßnahmen – bis hin zu einem vollen Lockdown – nicht überraschen darf.

Demgegenüber haben sich die Geschäftserwartungen in der Industrie verbessert. Das liegt zum einen daran, dass das verarbeitende Gewerbe von den Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen im Regelfall kaum betroffen ist und seinen Betrieb weiter aufrechterhalten kann. Zum anderen dürfte es der Autoindustrie geschuldet sein, in der sich die Lage hinsichtlich des Halbleitermangels sichtlich aufhellt.

In allen vier Sektoren wird die aktuelle Lage besser eingeschätzt als die Aussichten. Das ist sicherlich zum großen Teil der aktuellen Corona-Lage geschuldet, aber ein Stück weit auch dem deutschen Pessimismus, denn auch in der Vergangenheit lagen die Erwartungen meist unterhalb der Lageeinschätzung. Vor diesem Hintergrund bleiben wir vorsichtig optimistisch, dass die tatsächliche Industrieproduktion im vierten Quartal zulegen sollte.