Der ifo Index für die deutsche Wirtschaft hat im Februar nach einem schwachen Januarwert kräftig zugelegt. So hat sich trotz der unveränderten Lockdown-Maßnahmen die Lageeinschätzung von 89,2 Punkten auf 90,6 Punkte verbessert. Vor allem aber blicken die Unternehmen deutlich zuversichtlicher in die Zukunft als noch im Januar. Der entsprechende Wert verbesserte sich von 91,5 Punkten auf 94,2 Punkte. Damit konnte sich auch der Klimaindex von 90,3 Punkten auf 92,4 Punkte verbessern.

Maßgeblicher Treiber hinter diesen sehr positiven Zahlen ist das verarbeitende Gewerbe. Die Lageeinschätzung ist so gut, wie sie es seit Beginn der Krise nicht war, vor allem aber sind die Geschäftserwartungen nochmals kräftig gestiegen – auf ihren höchsten Wert seit 2018. Auch die Einkaufsmanagerindizes vom Freitag unterstützen dieses Bild. Dort waren auffällig große Lieferengpässe gemeldet worden. Alles in allem bestätigt sich das Bild, dass die exportorientierte deutsche Industrie von einem fortgesetzten Nachholbedarf profitiert. Die Lager sind überall leer, es muss nachbestellt werden.

Weit weniger erfreulich sehen die Entwicklungen im Handel und im Dienstleistungsbereich aus. Hier haben sich Lageeinschätzung und Geschäftserwartungen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der nun schon seit Monaten andauernde Lockdown drückt die Inzidenzwerte nicht auf ein Niveau, das auf eine baldige Öffnung der Geschäfte hoffen lässt. Für eine bessere Stimmung fehlt eine klare Öffnungsperspektive.

Gleichwohl sollte man nicht vergessen, dass mittelfristig die Aussichten mit zunehmendem Impffortschritt für die deutsche Wirtschaft sehr gut sind. Spätestens im Sommer sollte sich die wirtschaftliche Lage deutlich verbessert haben. Dass die Erholung dann kräftig ausfallen kann, haben die Zahlen im dritten Quartal vergangenen Jahres eindrücklich unter Beweis gestellt.