Der ifo Index hat im September nochmals zugelegt: Der Index stieg von 92,5 Punkten auf 93,4 Punkte. Dabei hat sich vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage verbessert (von 87,9 Punkten auf 89,2 Punkte) während die Geschäftserwartungen nur geringfügig zulegten (von 97,2 Punkten auf 97,5 Punkte).

Treiber dieser positiven Entwicklung ist die Industrie, wo das Geschäftsklima inzwischen wieder Vorkrisenniveau erreicht hat – vor allem aufgrund der Geschäftserwartungen. Diese sind per Saldo so positiv sind wie zuletzt im Jahr 2017. Grund für diese positiven Aussichten dürften die abnehmenden Lagerbestände sein. Die Lageeinschätzung hat sich noch nicht vollumfänglich erholt, aber durch den Ausfall der Industrie in den letzten Monaten ist ein Nachholbedarf entstanden.

Deutlich schlechter hat hingegen der Dienstleistungsbereich abgeschnitten: Während die Lageeinschätzung sich so gerade eben halten konnte, haben sich die Aussichten etwas eingetrübt – kein Wunder angesichts steigender Infektionszahlen und Sorgen vor neuen Infektionsschutzmaßnahmen. Der Bausektor, der ja mit stolz geschwellter Brust in die Corona-Krise gesegelt ist und von dieser erst mit Verzögerung getroffen wurde, hat sich gut behauptet: Das Vorkrisenniveau ist zwar noch nicht wieder erreicht, aber das war ja auch exzeptionell hoch. Dem Handel geht es prächtig: Hohes Konsumentenvertrauen, gute Beschäftigungslage und die Mehrwertsteuersenkung tun ihr übriges.

Interessanterweise liegen in den verschiedenen Sektoren die Erwartungen unterhalb der aktuellen Lage, einzige Ausnahme ist die Industrie, wo die Erwartungen deutlich über der aktuellen Lageeinschätzung liegen. Positiv formuliert hat damit das Enttäuschungspotential im Dienstleistungsbereich etwas abgenommen.