Wer solide Titel im Depot hat, kann auch den einen oder anderen Börsensturm besser überstehen. Dieser Meinung sind die Experten der Fondsgesellschaft Comgest. Vor allem wenn unvorhergesehene Krisen auftauchen, würden Qualitätsfaktoren einen Schutz gegen deutliche Kursverluste bieten. „Die Covid-19-Krise ist ein klassischer Black-Swan. In diesem Umfeld macht es wenig Sinn, mit historischen Daten und Vergleichen zu arbeiten, die im klassischen Risikomanagement immer noch häufig zum Einsatz kommen. Wir nutzen die schützenden Eigenschaften von Economic Moats bzw. ökonomischen Burggräben der Qualitätsunternehmen, in die wie investieren“, meint Wolfgang Fickus, Mitglied des Investmentkomitees von Comgest und verweist darauf, dass Fonds aus seinem Hause das erste Quartal relativ zu anderen Produkten positiv abschließen konnten.

    Weniger Schwankungen dank Qualität

    Der Quality-Ansatz analysiert Unternehmen anhand fundamentaler Kennzahlen und fokussiert sich dabei auf diejenigen Titel, die besonders solide aufgestellt sind. So sollen zyklische Schwankungen minimiert und die Anfälligkeit für Krisen gesenkt werden. „Gesunde Bilanzen, eine hohe Finanzkraft und regelmäßiges Wachstum sind nicht Qualität an sich, sondern vielmehr das Ergebnis von Qualität. Nicht-finanzielle und finanzielle Faktoren stehen in direktem Zusammenhang, denn langfristig spiegeln sich soziale, umwelttechnische und die Unternehmensführung betreffende Probleme auch in den Zahlen wider“, so Fickus.

    315 hochwertige Titel in einem Qualitäts-ETF

    Zwar gibt es aktuell noch keine ETFs, die den ESG-Ansatz mit Quality-Faktoren kombinieren, jedoch haben sich ETFs bewährt, die Substanzwerte anhand von Faktoren wie Ausschüttungsquote, Verschuldungsgrad oder Gewinnkontinuität selektieren. Ein Beispiel dafür ist der iShares Edge MSCI World Quality Factor UCITS ETF (WKN: A12ATE). Der ETF selektiert qualitativ hochwertige Titel aus Industrieländern. Insgesamt bildet der ETF 315 Werte ab. 2020 büßte der ETF rund 7,3 Prozent an Wert ein. Der Maximum Drawdown liegt auf Sicht von fünf Jahren bei 18,97 Prozent. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,3 Prozent.