Vor mehr als 20 Jahren schrieb der Musiker Reinhard Mey das Lied "Sei wachsam". Der Text passt derart frappierend in die heutige Zeit, dass man den Barden zu soviel Weitblick nur beglückwünschen kann. Auch die Einführungsrede des Künstlers vor seinem Live-Konzert sollten Sie nicht verpassen.

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Wachsamkeit und Weitblick sind zwei Empfehlungen, die heute aktueller sind als jemals zuvor. Das gilt auch für Anleger und hier insbesondere für die Käufer von Immobilien. In deutschen Ballungsräumen zahlen anlagewütige Investoren längst Mondpreise, nur um in Betongold flüchten zu können. Mein Kollege Jakob Penndorf hat dazu kürzlich einen lesenswerten Artikel verfasst. Einleitend heißt es dort:

"Wenn ich diesen kleinen, schwer messbaren Immobilien-Bullenmarkt in meinem Freundeskreis beobachte, dann ist nicht ganz klar, wer oder was eigentlich die ausschlaggebende Kraft war, die jetzt alle animiert zu kaufen, trotz hoher Grundstückspreise. Im Gegenteil, dass die Preise sich in den letzten Jahren verdoppelt haben wird sogar noch als Sicherheitsmerkmal betrachtet".

Ob einige von Jakobs Freunden mittlerweile ahnen, dass diese Entwicklungen kein gutes Ende nehmen werden? Tatsächlich sind sich die Käufer von Wohnungen und Häusern heute meist "ziemlich sicher", ein gutes und sinnvolles Investment zu tätigen. Das gilt für Anleger, also Renditekäufer, wie auch für Eigennutzer, und mag auch daran liegen, dass "Betongold" jahrzehntelang tatsächlich eine relativ solide Anlageform war. Das ist in den Köpfen mittlerweile fest verankert.

Aktuelle Entwicklungen im Norden der Republik zeigen jedoch, dass damit jetzt Schluss ist: Weil sich die Regierung in der Flüchtlingsfrage in eine nahezu unlösbare Situation manovriert hat, man denke nur an den im März kommenden Jahres beginnenden "Familiennachzug", greift man jetzt in das grundgesetzlich verankerte Eigentumsrecht ein. Wobei die jüngsten Enteignungen von Immobilienbesitzern in Hamburg nach Lage der Dinge nur der Anfang sind.

Wieder zeigt sich, dass "unumstößlichen Gesetze" in Krisenzeiten glatt über den Haufen geworfen werden. Zahlreiche Beispiele belegen, dass sich historisch betrachtet insbesondere Immobilien immer wieder zu einem Klotz am Bein entwickelt haben.

Dieser "Klotz" ist übrigens deshalb so wirkungsvoll, weil sich Immobilieneigentümer dem Zugriff des Staates naturgemäß nicht entziehen können – was im Umkehrschluss erklärt, warum staatliche Zuschüsse den Immobilienbesitz so besonders fördern: Sind erst einmal genügend "Schafe" dort versammelt, ist sichergestellt, dass im Ernstfall ausreichend „Manövriermasse“ zur Verfügung steht, um den maroden Staatshaushalt auf Kosten der Immobilieneigentümer zu sanieren.

Beispielhaft war etwa das so genannte „Reichsnotopfer“ des Jahres 1919. Die Vermögensabgaben von bis zu 65 Prozent auch auf Immobilienbesitz war eingeführt worden, um die Lasten des Ersten Weltkriegs zu schultern.

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Weil die Einnahmen daraus auch wegen der hyperinflationären Turbulenzen mit dem Staatsbankrott 1923 nicht ausreichten, kam man einige Jahre später auf die Idee einer „Hauszinssteuer“: Die Abgabe sollte die Eigentümer von Immobilien an den Kosten des öffentlich geförderten Wohnungsbaus nach dem Ersten Weltkrieg beteiligen.

Regierungen sprechen in solchen Fällen gerne von einem „Lastenausgleich“ oder finden andere Begrifflichkeiten, welche die Wiederherstellung von „Gerechtigkeit“ suggerieren sollen. Etwa, dass man pauschal „die Reichen“ stärker besteuern müsse, was sehr geschickt vom eigenen Versagen ablenkt und zudem den Applaus der Massen garantiert.

Im Falle der Hauszinssteuer sollte der Wertverlust von Hypotheken wegen der Hyperinflation bis 1923 „ausgeglichen“ werden. Weil Grundeigentümer dabei praktisch vollständig entschuldet wurden, während ihr Grundeigentum durch die Inflation nicht an Wert verloren hatte, wurden sie später zur Kasse gebeten.

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Mit anderen Worten: Was der Staat selbst vermurkst hatte, nämlich die Hyperinflation des Jahres 1923, mussten insbesondere die Besitzer von Immobilien ausbaden. Merken Sie sich diesen Punkt, wenn Sie der Ansicht sein sollten, die kommende Inflation werde ihre Immobilienschulden vernichten.

Ähnlich war die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg: Wieder waren es die Eigentümer von Immobilien, die besonders geschröpft wurden, diesmal mit dem Lastenausgleichsgesetz von 1948. Auf schuldenfreie Immobilien wurde dabei eine Steuer in Höhe von 50 Prozent (!) des Verkehrswertes erhoben. Geradezu fatal waren die Folgen für die Eigentümer verschuldeter Immobilien: In diesen Fällen wurde die Hypotheken- und Kreditgewinnabgabe fällig.

Ein Rechenbeispiel soll verdeutlichen, was das bedeutete:

Angenommen, das Immobiliendarlehen eines Hauseigentümers betrug 20.000 Reichsmark. Dieses wurde nun durch die Währungsreform 1948 in ein Immobiliendarlehen von 2.000 DM umgewandelt (Abwertung mit Faktor 10:1). Durch die Hypothekengewinnabgabe wurde zwangsweise jedoch eine sogenannte Umstellungsgrundschuld von 18.000 DM (90 % der Ursprungsschuld) eingetragen. Das heißt, die urspüngliche Bealstung war um ein Vielfaches gestiegen.

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Geradezu prophetisch heißt es dazu im folgenden Artikel aus dem Jahr 2012:

„Allerdings hat ein nicht unbedeutender Teil der Deutschen, damals wie heute, das geldpolitische Unheil geahnt und dem System nicht mehr vertraut. Was war im Ersten und Zweiten Weltkrieg die Alternative, sein Vermögen gegen Währungsverlust oder Inflation abzusichern? Wie heute auch begannen viele Bürger, sich zu verschulden und ihr Vermögen gehebelt in Immobilien zu investieren. Diese vermeintliche Absicherung hat der deutsche Staat immer zum eigenen Vorteil zu nutzen gewusst, konsequenterweise immer nach dem Zerfall des alten Systems zur Finanzierung des neuen“.

Damit springen wir in die Gegenwart:

Wohin heute der Weg führt, das zeigt ganz aktuell das Beispiel Hamburg: Dort werden Immobilienbesitzer neuerdings enteignet, wenn ihre Wohnungen leer stehen. Betroffen sind auch Luxusliegenschaften. Das Recht auf Eigentum interessiert da niemanden mehr. Denn jetzt geht es darum, in den Unterkünften "Flüchtlinge" einzuquartieren. Allfällige Renovierungsarbeiten werden selbstredend den Eigentümern der Immobilien in Rechnung gestellt.

Pikante Notiz am Rande: In der weit überwiegende Mehrzahl handelt es sich bei den Immigranten um Menschen, die nach Artikel 16 a Absatz 2 Grundgesetz gar kein Asylrecht hätten und sich somit gegen bestehende Gesetze Zugang nach Deutschland verschafft haben. Das heißt: Auf der Basis vielfältiger Rechtsbrüche werden bestehende Grundrechte, wie das Recht auf Eigentum (Artikel 14 GG) einfach ausgehebelt.

Fazit und Empfehlung:

Immobilien sind eine gute und sinnvolle Investition in Zeiten, da alles „normal“ verläuft. Geraten die Dinge jedoch aus dem Ruder und braucht der Staat Geld, sind Immobilienbesitzer diejenigen, die das am stärksten zu spüren bekommen.

Dies zeigt sich nun erst ansatzweise in der so genannten „Flüchtlingskrise“, die es gar nicht gäbe, hätten die Regierungen in den vergangenen Jahrzehnten ethisch und verantwortungsvoll gehandelt. Wer jedoch in allen Regionen der Welt Kriege anzettelt und unterstützt, der wird versuchen, die Folgen dieser Katastrophenpolitik jetzt bei den Bürgern abzuladen. Immobilienbesitzer bieten sich da besonders an, eben weil sie nicht mobil sind. Mit den Konsequenzen der völlig irrationalen "Eurorettungspolitik", die in einigen Jahren sichtbar werden, wird man genauso verfahren.

Wer daher heute eine renovierungsbedürftige Immobilie besitzt, oder gar eine leerstehende Luxuswohnung, der ist gut beraten, Höchstpreise zum Verkauf zu nutzen, denn noch gibt es genügend Interessenten, die noch nicht begriffen haben, warum in den vergangenen Jahren alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, damit die Menschen in "Betongold" flüchten. Notwendige Arbeiten an maroden Häusern sind zeitnah über die Bühne zu bringen und die Liegenschaft zügig zur Vermietung anzubieten, notfalls weit unter Wert.

Andernfalls holt sich der Staat, was ihm nicht gehört. Das wiederum ist überhaupt nichts Neues, sondern folgt einer uralten Tradition, die immer dann wiederbelebt wird, wenn Krisen sich verschärfen...

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.