• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 37,63000 $/bbl.

New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, schrieb am Donnerstag in einem Kommentar, es falle ihm „schwer, vor lauter Risiken und Belastungsfaktoren kurzfristig stützende Katalysatoren für die Ölpreise zu identifizieren“. Weinberg rechnete daher vorerst mit einem anhaltenden Abwärtssog.

Nun, ganz so schlimm ist es am heutigen Freitag nicht gekommen, die Öl-Notierungen konnten sich bis dato etwas erholen bzw. stabilisieren, doch eine Aufwärtsbewegung zurück zur 40 Dollar-Marke erscheint derzeit in der Tat nicht sehr warhscheinlich, Stand jetzt und auf kurze Sicht. Eine wichtige Rolle in der Vorausschau auf die Preisentwicklung von Rohöl nimmt dabei die Förderpolitik der Staatengruppe OPEC+ ein.

Während der Ölmarkt darüber räsoniert, ob die OPEC+ ihre Förderkürzungen im Januar angesichts der vor lauter Lockdowns arg schwächelnden Nachfrage aufweichen werden oder nicht, tauchten am Donnerstag Gerüchte auf, dass die drei größten OPEC-Mitglieder hinter Saudi-Arabien möglicherweise die Kürzungen im neuen Jahr nicht mehr mittragen wollen.

Der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Kuwait sind den gestrigen Berichten (von Reuters) zufolge demnach nicht mehr geneigt, eine Verlängerung des Kürzungsabkommens, das derzeit Drosselungen von 7,7 Mio. Barrel pro Tag (bpd) vorsieht, in 2021 weiter zu unterstützen, da diese Kürzungen zu sehr die staatliche Haushaltslage beeinträchtigten, hieß es.

Quellen aus der OPEC teilten der Nachrichtenagentur Reuters demnach mit, dass die beiden führenden Ölstaaten des OPEC+-Pakts, Saudi-Arabien und Russland, die aktuell geltenden Kürzungen im Jahr 2021 aufrecht erhalten wollen, anstatt sie, wie im aktuellen OPEC+-Förderabkommen festgelegt, um 2 Mio. bpd zu lockern. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte erst letzte Woche noch, er wolle angesichts der dramatischen Lage nicht ausschließen, dass die OPEC+ eine etwaige Lockerung des Kürzungsabkommens verzögert oder sogar tiefere Kürzungen vornimmt.

Die mutmaßliche Unwilligkeit der drei OPEC-Förderer VAE, Kuwait und dem Irak, einer Beibehaltung der Einschnitte im neuen Jahr zuzustimmen, könnte zu erneuten Spannungen im Ölkartell und in der größeren OPEC+-Gruppe führen. Allerdings dementierte der irakische Ölminister am heutigen Freitag den Bericht von Reuters. Er werde jede Entscheidung der OPEC+ über die künftige Ölförderpolitik mittragen, betonte Ihsan Abdul Jabbar Ismaael.

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