Bangkok (Godmode-Trader.de) - Die thailändische Wirtschaftsleistung (BIP) brach im ersten Quartal auf saisonbereinigter Basis wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie um 1,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das Ergebnis ist weniger schlecht als von Ökonomen im Konsens befürchtet. Doch ist es das erste negative BIP-Wachstum (auf Jahresbasis) seit sechs Jahren. Im vierten Quartal 2019 wuchs die Wirtschaft noch um 1,5 Prozent. Zur Stützung der Konjunktur senkte die Notenbank Bank of Thailand (BoT) vergangene Woche den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,50 Prozent.

Der Staatsverbrauch, die Anlageinvestitionen und der Nettohandel waren die ausgabenseitigen Faktoren, die das Wachstum im ersten Quartal mit 0,4, 1,5 bzw. 3,1 Prozentpunkten belasteten. Der Beitrag des privaten Verbrauchs blieb hingegen positiv, verringerte sich jedoch von 2 Prozentpunkten im vierten Quartal 2019 auf 1,4 Prozentpunkte. Auf der Angebotsseite drückten die Landwirtschaft, das produzierende Baugewerbe und der Dienstleistungssektor - alle mit negativem Wachstumsraten - das Bruttoinlandsprodukt nach unten. Ein Einbruch von 24 Prozent bei den Hotelübernachtungen und ein Rückgang von 6 Prozent beim Verkehr spiegelten die Auswirkungen des schwachen Tourismus wider.

In Thailand kehrt das normale Leben nun aber langsam zurück. In der Hauptstadt Bangkok haben immer mehr Geschäfte wieder geöffnet. Die thailändische Regierung erklärte, man wolle zunächst sozial und wirtschaftlich wichtige Geschäfte mit kleinem Corona-Übertragungsrisiko öffnen. Der Corona-Notstand wird dennoch bis Ende Juni aufrechterhalten. Damit verbunden sind ein öffentliches Versammlungsverbot, eine nächtliche Ausgangssperre und die zeitweilige Schließung von Geschäften. In Thailand gibt es mehr als 3.000 bekannte Coronavirus-Infektionen und mindestens 57 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben.