Nach den hervorragenden Renditen des Vorjahres erweist sich dieses Jahr für globale Aktien als schwieriger. Angesichts explodierender Ölpreise und zunehmender geopolitischer Spannungen sorgen sich Investoren um das Wachstumstempo der Weltkonjunktur. In diesem Zusammenhang stellt für ausländische Investoren Indien eine interessante Alternative zu den entwickelten Märkten dar: Der indische Markt bietet im Vergleich zu anderen Schwellenländermärkten ein höheres Maß an Diversifizierung. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Indien die zehngrößte Volkswirtschaft der Welt, die in den letzten drei Jahren um rund acht Prozent jährlich gewachsen ist. Indiens Wirtschaft verfügt damit über einen beachtlichen Spielraum für stetiges Realwachstum und eine steigende Kapitalisierung des Aktienmarktes.

Höhe Kapitalzuflüsse
Dass man Indiens enormes Potenzial in der Welt bereits zur Kenntnis genommen hat, zeigen die massiven Kapitalzuflüsse der letzten beiden Jahre. Der starke Liquiditätszustrom von einheimischen und ausländischen Investoren in den indischen Aktienmarkt sollte bis auf weiteres anhalten. Diese Kapitalzuflüsse stammen vor allem von lokalen Institutionen, ausländischen Investoren und einheimischen Privatanlegern, die am dynamischen Wirtschaftswachstum partizipieren wollen. Das verstärkte Interesse im In- und Ausland trieb den indischen Aktienmarkt im Mai zu neuen Höchstständen. Der anschließende Korrekturschub und die in jüngster Zeit beobachtete Volatilität reflektieren eine zinspolitische Verfestigung und eine stärker von Risikoerwägungen getriebene Kursgestaltung an den Schwellenländermärkten.

Volkswirtschaftliche Rahmendaten günstig
Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten, die die Marktrichtung – jenseits der kurzzeitigen Wirkung von Kapitalströmen – langfristig bestimmen, bleiben jedoch ausgesprochen günstig: So erzielte Indien im Finanzjahr 2006 (April 2005 bis März 2006) ein reales Wachstum von 8,4 Prozent (Quelle: Government of India, Central Statistical Organisation, Ministry of Statistics and Programme Implementation ). Für das Finanzjahr 2007 wird zwar mit einem etwas geringeren Bruttoinlandsprodukt von 7,5 Prozent gerechnet, bei den Unternehmensgewinnen erwartet man dagegen eine Zunahme von 18-20 Prozent (Quelle: Reserve Bank of India). Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass die Wertentwicklung an den Aktienmärkten tendenziell der Wachstumsrate der Unternehmensgewinne entspricht oder sie sogar übertrifft. Vor diesem Hintergrund werden die im führenden Marktindex, dem BSE-30 Sensitive Index, vertretenen Aktien derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 gehandelt. Über einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren ist hier durchaus mit einer Gesamtverzinsung von 15 Prozent zu rechnen.

Da alle wichtigen Einflussfaktoren, wie Outsourcing, Binnenverbrauch und Infrastrukturentwicklung ungebrochen sind, bestehen keine Anzeichen für eine Verlangsamung des indischen Wirtschaftswachstums.
Jedes Jahr verlassen rund 441.000 neue Ingenieure und Techniker indische Hochschulen und Universitäten mit einem Abschluss. Die einzigartige Kombination aus hoch qualifiziertem Arbeitskräftepotenzial bei gleichzeitig niedrigen Arbeitskosten sollte Indien daher auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben. Indische Unternehmen erobern zunehmend Marktnischen; einige Unternehmen weiten ihre Geschäftstätigkeit bereits durch Akquisitionen im Ausland aus. Outsourcing-Bereiche wie IT und Fernservices (Information Technology Enabled Services, ITES) fungieren weiter als Exportmotor der indischen Wirtschaft. Hier wird eine Zunahme auf 38 Milliarden US-Dollar bis 2008 erwartet. Dieser Trend setzt sich aber auch außerhalb der Informationstechnologie fort. Weltweit agierende Unternehmen der pharmazeutischen Industrie sowie im Automobil- und Maschinenbau lagern Dienstleistungen nach Indien aus. Derzeit betreiben über 50 Prozent der Fortune-500-Unternehmen Outsourcing in Indien. Entsprechend wachsen indische Exporte mit jährlich 30 Prozent außerordentlich schnell.

Indien exportunabhängig
Gleichzeitig ist Indiens Wirtschaftswachstum aber nicht vom Export abhängig. Indiens binnenorientiertes Wachstumsmodell isoliert das Land insofern von ungünstigen globalen Einflussfaktoren, wie beispielsweise einer sich bereits abzeichnenden konjunkturellen Stagnation. Indien hat eine bemerkenswerte Bevölkerungsstruktur: 81,4 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 44 Jahre und jedes Jahr treten weitere sieben Millionen Menschen in die Kategorie der „young earners“, der jungen Erwerbstätigen zwischen 20 und 34, ein. Dies stellt eine ansehnliche und expandierende Mittelschicht dar, deren Pro-Kopf-Einkommen jährlich um 10,5 Prozent zunimmt. Bedenkt man, dass diese neue Mittelschicht auch über ein hohes Bildungsniveau verfügt, so verwundert es nicht, dass Karriere, Konsum und Einzelhandel boomen. In ihrem Global Retail Development Index 2005 stufte die Managementberaterfirma AT Kearney Indien als Schwellenland mit dem attraktivsten Markt für internationale Handelsunternehmen ein.

Geringe Haushaltsverschuldung
Da die Zinsen während der letzten zehn Jahre von 14 auf 8,2 Prozent gefallen sind, hat der indische Markt einen bedeutenden Anstieg der Nachfrage nach Wohnimmobilien und langlebigen Konsumgütern wie beispielsweise Autos erlebt. Dieser Effekt ist auch in benachbarte Sektoren, wie Baumaterialien (Zement) und das produzierende Gewerbe, durchgesickert. Gleichzeitig sind die indischen Verbraucher erheblich „unterschuldet“ - die Schulden der privaten Haushalte machen nur fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Wirkung der jüngsten Zinserhöhung auf den Verbrauch sollte daher verhalten ausfallen.

Wirtschaftswachstum trotz Infrastrukturengpässen
Die Wirkung des Multiplikatoreffekts muss sich erst noch zeigen. Die indische Regierung ist sich der infrastrukturellen Schwächen bewusst und hat daher in Zusammenarbeit mit privaten Institutionen eine Reihe von Initiativen zur Entwicklung der Infrastruktur im Verkehr (Straßen, Häfen, Flughäfen), in der Energieversorgung, dem Bankwesen und der Telekommunikation eingeleitet. Die Infrastrukturausgaben werden über die nächsten drei Jahre um fast 67 Prozent zunehmen. So sollen Investitionen in den Straßenbau von ihrem derzeitigen Niveau von jährlich 2,5 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren auf rund 50 Milliarden US-Dollar erhöht werden. Das enorme Wachstumspotenzial zeigt sich auch am Erfolg der indischen Telekommunikationsindustrie: Heute ist Indien der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer wuchs in neun Jahren von null auf über 114 Millionen und jeden Monat kommen rund 5 Millionen neue Teilnehmer hinzu. Dennoch liegt der telekommunikative Versorgungsgrad bei mageren 13 Prozent, wird aber in den nächsten drei Jahren rund 30 Prozent erreichen.

Fazit
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in Indien ein massiver Strukturwandel stattfindet, der längst noch nicht abgeschlossen ist. Dieser Wandel wird sich tief greifend auf Wachstum, Profitabilität und Produktivität auswirken und darf daher nicht ignoriert werden. Natürlich gibt es Bereiche, in denen noch viel zu tun ist – aber genau darin sehen Experten Anlagechancen.

Indien steht an der Schwelle zu einem massiven Wachstumsschub – sowohl beim BIP als auch der Marktkapitalisierung – über die nächsten fünf bis zehn Jahre. Auch wenn die indischen Aktienmärkte im kommenden Jahr volatil reagieren, birgt gerade diese Volatilität viele Chancen. Denn schließlich sind in puncto Rahmendaten die Weichen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend gestellt.

Merrill Lynch Investment Managers hat den MLIIF India Fund aufgelegt, um Investoren Zugang zu diesem vielversprechenden Schwellenmarkt zu verschaffen. Der seit Juli diesen Jahres in Deutschland und Österreich zum Vertrieb zugelassene Fonds rangiert nach Angaben der Rating-Agentur Lipper Ende Juli 2006 bereits auf dem zweiten Platz seiner Vergleichsgruppe.

Quelle: Merrill Lynch Investment Managers

Merrill Lynch Investment Managers (MLIM) wurde 1976 gegründet und ist mittlerweile eine der größten Investmentfirmen der Welt. Das verwaltete Vermögen beträgt 581 Mrd. US-Dollar (per 31. März 2006). Als das Tochterunternehmen für Vermögensverwaltung von Merrill Lynch verfügt MLIM über eine breite Auswahl an prämierten Anlagefonds und umfassenden Einblick in die Märkte.